Kapitän Stephan Jakob Heinrich Jantzen (1827 – 1913)

Stephan Jantzen

Wohl kaum ein anderer Name ist mit dem Seebad Warnemünde und der Seenotrettung so verbunden wie der von Stephan Jakob Heinrich Jantzen. Der am 20. Juli 1827 geborene Warnemünder ging bereits im Alter von 14 Jahren zur See, wurde Matrose, Steuermann und im Jahr 1856 Kapitän.

Seine erste Seenotrettung wird auf den Juni 1863 datiert, als er an der Küste Nordamerikas die 14-köpfige Besatzung eines portugiesischen Schiffes vor dem Tod rettete. Im Jahr 1866 wurde er zum Lotsenkommandeur von Warnemünde gewählt. Gleichzeitig übernahm er die Aufgabe als Vormann der Seenotrettungsstation. So wurden viele Rettungseinsätze in Warnemünde von ihm geleitet.

Der Mut, die Tapferkeit und das hohe Verantwortungsgefühl für das Leben in Not Geratender brachten ihm schon zu Lebzeiten Ruhm und Ehre ein. Für seine Einsätze erhielt Jantzen vielfach Ehrungen. Das Engagement für seine Mitmenschen ging darüber hinaus. So verwaltete er die „Stiftung für Witwen und Waisen zur See verunglückter Warnemünder“, war Vorsitzender des Fischereivereins und Beisitzer einer Kommission zur Untersuchung von Seeunfällen.

Kurzvita

20. Juli 1827 - geboren in Warnemünde

1842 - nach der Konfirmation Schiffsjunge auf der Galeasse ARGO

bis 1848 - Fahrten auf verschiedenen Rostocker Segelschiffen, Ablegung des Steuermannsexamen

1855 - Schifferexamen an der Rostocker Navigations- und Maschinistenschule

1856-1866 - Kapitän der Bark JOHANNES KEPLER, mit der er zweimal die Welt umsegelte

1856 - Bau seines Hauses Am Leuchtturm 1, IV. Quartier Nr. 65

1866-1903 - Lotsenkommandeur und erster Vormann der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Warnemünde

19. Juli 1913 - verstorben und beerdigt auf dem Alten Friedhof in Warnemünde