Volles Programm absolviert


Der erste Warnemünder-Woche-Samstag war geprägt von drehenden Winden der Stärke 2 bis 3. Bei nicht ganz sommerlichen 15 Grad Celsius Lufttemperatur und Regenschauern konnten aber alle geplanten Wettfahrten über die Bühne gebracht werden. Sportdirektor Peter Ramckes Resümee: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Tag.“

Mecklenburgische Bäderregatta

Pünktlich um 10 Uhr heute Morgen startete der Wettfahrtleiter der Seeregatten, Wolfgang Bahr, die Mecklenburgische Bäderregatta, was sie zum ersten Start der 82. Warnemünder Woche machte. Vor den 13 teilnehmenden Booten lag ein insgesamt etwa 22 Seemeilen langer Kurs nach Kühlungsborn und wieder zurück nach Warnemünde. Bei leichtem Wind um die 6 Knoten (Windstärke 2) verließen die Boote den Seekanal, um dann nach Westen abzubiegen. Nach passieren der Kursmarke vor Kühlungsborn, ging es anschließend zurück nach Warnemünde.

In der Wertungsgruppe ORC II+III+IV siegte mit einer berechneten Zeit von 3:01:26 Stunden die Projection 762 „Zulu“ von Heiko Schmidt. Bei den ORCi II+III+IV siegte Uwe Kleinvogel mit der „nemo“ mit einer berechneten Zeit von 2:57:21 Stunden. Der Sieg in der Yardstickgruppe 1 ging an die Benenetau 27.7 „Dude“ von Frank Feller. In der Yardstickgruppe 2 gab es nach einem Protest zwei erste Plätze: Dirk Kommols mit der Hanse 371 „Ventus II“ und Harry Kaltschmidt mit der X-34 „Xanthe“ teilten sich den Sieg.

Für viele Crews war die Bäderregatta heute eine Vorbereitung auf die am morgigen Sonntag startende Langstrecke Rund Bornholm, für die 34 Boote gemeldet haben.

Raceboard WM

Für die rund 100 Raceboarder aus der ganzen Welt stand heute ein Practice Race auf dem Programm. Um 15 Uhr ertönte das Startsignal auf der Regattabahn Mike, direkt am Strand vor der Sport Beach Arena. Pünktlich zum Start legte auch der Wind leicht zu, auf dann immerhin 10 Knoten im Schnitt (Windstärke 3). Die durch die drehenden Winde verursachte kabbelige See vor Warnemünde machte den Surfern heute teilweise zu schaffen. Raceboarderin Anna Arosilta-Gurvits aus Finnland: „Es war durch die Wellen sehr anspruchsvoll auf dem Wasser.“ Wie der Name schon sagt handelt es sich beim Practice Race um ein Testrennen, um Material und Revier zu erproben. Da überraschte es nicht, dass nicht alle Surfer an der Startlinie zu finden waren. Am Samstagabend fand im Anschluss die Weltmeisterschafts-Eröffnungszeremonie auf der großen Bühne am Leuchtturm statt. Für morgen, 12 Uhr, ist der erste Start der Raceboard Weltmeisterschaft angesetzt. Zuschauer können die Rennen vom Strand vor der Sport Beach Arena am Strandaufgang 1 beobachten.

J/22 Pre-Worlds

Die Pre-Worlds sind eine Serie von Wettfahrten vor der eigentlichen Weltmeisterschaft, die die Segler nutzen um sich mit dem Revier vertraut zu machen. Drei Wettfahrten hatte das Team um Wettfahrtleiter Lorenz Buchler für heute für die J/22 angesetzt – und drei Wettfahrten wurden es auch. Der Duisburger Reiner Brockerhoff (FRA 1444), der als Top-Favorit auf den Titel gehandelt wird, gewann die ersten beiden Läufe klar, trat dann aber zur dritten Wettfahrt nicht mehr an. In Führung liegt nun mit zwei sechsten und einem zweiten Platz das niederländische Team um Steuermann Merlijn Rutten (NED 1500). Morgen sind zwei weitere Wettfahrten der Pre-Worlds angesetzt.

2.4mR

Mit drei gesegelten Wettfahrten legten die 2.4mR ein ordentliches Programm am ersten Tag ihrer Ranglistenregatta hin. Kalle Dehler (GER 10) wurde seiner Favoritenrolle gerecht und übernahm mit zwei Siegen und einem zweiten Platz souverän die Führung. Mit vier Punkten Abstand folgt der Berliner Jürgen Freiheit (GER 4), der den Tag mit einem achten und einem fünften Platz begann und die dritte Wettfahrt zum Tagesabschluss als Erster beendete. Auf Platz Drei folgt Martin Koller (GER 114) aus Kiel. Wettfahrtleiter Carsten Jansen: „Die Wetterprognose hat heute zwar nur teilweise gestimmt, aber die Bedingungen waren auf jeden Fall segelbar. Wir haben drei Wettfahrten durchbekommen und hoffen morgen auch noch mal drei zu schaffen.“

OK und Pirat

Die OK-Jollen und die Piraten wurden heute um 12 Uhr von Wettfahrtleiterin Svenja Ehrmann auf die Bahn „Bravo“ geschickt. In beiden Klassen übernahmen Favoriten die Führung: Der Wismarer Jan Kurfeld (GER 18) gewann alle drei Wettfahrten bei den OK-Jollen und das Team Svenja Thoroe/Karsten Bredt (GER 4492) alle drei Wettfahrten bei den Piraten. „Es war heute überraschend gut, wir hatten mit wesentlich mehr Wind gerechnet“, zeigte sich Svenja Ehrmann am Abend zufrieden mit dem Tag. Morgen soll es mit drei Wettfahrten weitergehen. Für Montag sind zwei weitere Rennen geplant.

RS Aero

Eng geht es bei den RS Areo an der Spitze zu: Juliane Barthel (GER 1903) führt nach einem zweiten Platz und einem Sieg, mit zwei Punkten Vorsprung vor Philip Nann (GER 1541).

Alle Ergebnisse finden Sie unter:
https://manage2sail.com/de-DE/event/WarnemuenderWoche2019

Hüter der Tradition

„Toi, toi, toi!“ Liebevoll streicht Klaus Ewert über das Holzdeck seines „Klashahn“. Zu viele Emotionen will der 36jährige nach Außen hin nicht zeigen. In vorsichtiger Fahrt, kam er mit seiner Jolle per Trailer von Potsdam, aus seinem Segelclub Oberspree, zur Warnemünder Woche. Nach Hause!

„Obwohl ich längst in Potsdam berufliche und familiäre Wurzeln geschlagen habe, werde ich wohl immer Warnemünder bleiben. Das erste Mal gebe ich zur Warnemünder Woche nun mit einem eigenen Boot die Regattameldung für die Piratenklasse ab.“ Verschmitzt seinen Stolz verbergend, zeigt er auf die Steuerbordseite wo er voller Überzeugung den Spruch platzierte: „Guardian of tradition“ – „Hüter der Tradition“. Dahinter steht der Segler, wie wenig andere seiner Sportart. Schon sein Urgroßvater, Bäcker Ewert aus der Warnemünder Poststraße hatte sich dem Segelsport verschrieben und war einer der ersten, der sich 1925 in den gerade gegründeten Warnemünder Segel-Club einschrieb. Mit seinem Boot „Klashahn“, benannt nach den Eisenten, die im Winter den Alten Strom bevölkerten – oder doch etwa nach diesem Spottnamen für die Warnemünder? Möglich ist alles mit Schalk im Nacken.

Großvater Otto Ewert, legendärer Klockenschauster Otti vom Alten Strom, segelte als Jungmann, heute vergleichbar mit einem Optimisten-Segler, seit 1936 ebenfalls im WSC. Wenig später kreuzte er mit seinem Jollenkreuzer „Klashahn“ auf See vor seiner Haustür. Er wurde zu seinen Lebzeiten Ehrenmitglied im Club am Alten Strom.

Nun ist am Heck von Klaus Ewerts Boot ebenfalls und damit in dritter Generation der Schriftzug „Klashahn“ zu sehen. Auf dem Spiegel backbords, fehlt auch nicht der Warnemünder Stander mit dem Knurrhahn, dem Maskottchen der hiesigen Segler und der Hinweis auf den WSC. „In der Gemeinschaft des Warnemünder Segel-Clubs wuchsen nicht nur meine Seebeine. Erst auf den Optimisten, dann auf den 470ern, später auf Dickschiffen. Der Warnemünder Club ist einfach meine Heimat.“

Bevor er in sein Ölzeug steigt, die Neoprensocken überstreift, muss er unbedingt noch seine Begeisterung für das besondere, sein heimatliches Revier kundtun: „Eine tolle hohe Welle hat sich in den letzten Tagen aufgebaut. Ich genieße die lange Welle und die „Bravo“ Bahn (eine der Regattabahnen A.d.R.) ist meine Hausbahn seit Kindheit an. Ich bin solange nicht bei richtiger Ostseewelle gesegelt!“ Schon ertönt der Startschuss für die Piraten zur Ranglisten Regatta.

Auf geht’s. Und wir sagen: „Mast und Schotbruch“ zum Auftakt der 82. Warnemünder Woche mit ihren Segelwettbewerben und den über 1.400 Seglern aus fast 40 Nationen. Ganz speziell an dieser Stelle für Klaus Ewert, den Warnemünder, der am kommenden Montag seinen 37.Geburtstag begeht.

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