Sieben Klassen starten am Samstag in die Warnemünder Woche


Morgen beginnt die 82. Warnemünder Woche. Und direkt das Auftaktwochenende hat aus sportlicher Sicht viel zu bieten. Gleich sieben Klassen gehen bei den Seglern an den Start. An Wind mangelt es auf jeden Fall nicht. „Wir haben ordentlich Druck da draußen“, beschreibt Sportdirektor Peter Ramcke die Windbedingungen.

Die J/22-Segler starten am Samstag mit ihren Pre-Worlds in die Warnemünder Woche und bereiten sich damit schon auf die am Mittwoch, 10.7., beginnende Weltmeisterschaft vor. 31 Crews aus sechs Nationen nehmen daran Teil. Die größten Felder kommen aus Deutschland und den Niederlanden. Aber auch Crews aus Österreich, Kanada, von den Cayman Islands und Frankreich sorgen für Internationalität.

Die Raceboarder, die vor Warnemünde ihre Weltmeister in den drei Wertungen Frauen, Männer und Junioren suchen, legen ebenfalls am Samstag los. Dann erst mit einem Practice-Race, um das Revier kennenzulernen. Am Sonntag starten die ersten Weltmeisterschaftsläufe. Mit viel Wind haben die Surfer meist kein Problem. Gesurft wird bis circa 35 Knoten Wind. Die Raceboarder haben ihre Basis bei der Sport Beach Arena am Strand.

Bei den 2.4mR, die auf der Hohen Düne ihre Basis haben, stehen 24 Meldungen auf dem Tableau. Unter anderem hat Kalle Dehler gemeldet, der bei der letzten Kieler Woche Zweiter wurde und dort eindrucksvoll sein Können unter Beweis stellte. Aber auch sonst ist das Feld in der inklusiven Klasse mit Seglern wie Stefan Klötzing und Jürgen Freiheit stark besetzt. Peter Ramcke, Sportdirektor der Warnemünder Woche ist sich allerdings nicht sicher, ob die Klasse wie geplant starten kann: „Da müssen wir morgen nochmal schauen. Da ist ja doch ordentlich Druck da draußen – konstant 25 Knoten, in Böen 30.“

Auch das Feld der 23 OK Jollen ist sehr hochklassig besetzt. Unter den Startern sind der Wismarer Jan Kurfeld (Platz 2 der Weltrangliste), der im letzten Jahr Dritter bei der OK-Weltmeisterschaft im Rahmen der Warnemünder Woche wurde und der in Berlin lebende gebürtige Neuseeländer Greg Wilcox, der aktuell auf Platz 3 der OK-Weltrangliste steht. „Greg und Jan sind auf jeden Fall Top-Favoriten auf den Sieg hier in Warnemünde“, prognostiziert Peter Ramcke.

Insgesamt 19 Crews (10 in der Yardstick- und 9 in der ORC-Wertung) haben für die Mecklenburgische Bäderregatta gemeldet, die auch als Warm-Up-Regatta für den Langstreckenklassiker Rund Bornholm am Sonntag gilt. Die Bäderregatta führt die Seesegler vor das westlich von Warnemünde gelegene Kühlungsborn und zurück. Das Ziel befindet sich anschließend zwischen der Warnemünder Mittelmole und der Fahrwassertonne Nr. 19. Der Start ist für 10 Uhr am Samstag angesetzt. „Bei den Windbedingungen wissen die Segler abends, was sie tagsüber geleistet haben“, so Peter Ramcke.

Rund Bornholm wird mit einem Feld von 34 Booten am Sonntag um 12 Uhr vor der Mittelmole gestartet. 19 Boote sind in der ORC-Wertung gemeldet und 15 in der Yardstick-Wertung. Die 270 Seemeilen lange Regatta ist ein Langstrecken-Klassiker für die Yachten bei der Warnemünder Woche. Der Kurs führt die Teilnehmer bis zur dänischen Insel Bornholm, die wahlweise Backbord oder Steuerbord gerundet werden kann, und wieder zurück nach Warnemünde. Der Streckenrekord stammt aus dem Jahr 2017, als das Team speedsailing auf der Segelyacht „OSPA“ 28 Stunden, 34 Minuten und 30 Sekunden für die Strecke benötigte.

Bei der Zwei-Mann-Jolle Pirat haben sich insgesamt 22 Teams angekündigt. Darunter die Deutschen Meister 2018, Svenja Thoroe/Karsten Bredt und die Vizemeister, Peter Anders/Peter Bark, um nur zwei Favoriten zu nennen. Der Pirat wurde vor 81 Jahren gezeichnet und ist noch immer eine äußerst beliebte Klasse. Bis heute wurden über 6.000 Boote gebaut.

Eine sehr junge Klasse hingegen ist die RS Aero. Erst 2014 entwickelt, segeln bei der Warnemünder Woche beachtliche 17 Boote. Die RS Aeros starten am Samstag direkt vom Warnemünder Strand aus in ihre Wettfahrten.

Und wenn sich Sportdirektor Peter Ramcke etwas wünschen dürfte? „Ich will den Regen abgeschaltet haben und ich will vernünftigen Wind haben.“ Das Seglerleben könnte so einfach sein.

Raceboard-WM: Beachflair und großartige Einbindung

Thomas Michaelis ist absoluter Kenner der Surfszene. Der Raceboard-Klassenpräsident ist Mitorganisator der WM im Rahmen der Warnemünder Woche (6.- 14. Juli). Jahrelang war Michaelis zudem im Vorstand des Segler-Verbandes Nordrhein-Westfalen ehrenamtlich tätig. Nikolas Woeckner sprach mit Michaelis im Vorfeld der WM.

Frage: Vor zehn Jahren waren die Raceboarder schon einmal mit einer WM in Warnemünde zu Gast. Was macht Warnemünde so gut für eine Weltmeisterschaft?

Thomas Michaelis: Wir haben eine super gute Erinnerung an 2009. Es war schnell der Konsens erreicht, hier wieder im Rahmen einer schönen Großveranstaltung teilzunehmen. Auch das Beachflair und die Einbettung in eine der größten Segelveranstaltungen der Welt – das hat uns überzeugt, in Warnemünde unsere WM auszutragen

Frage: Das Feld ist ja extrem international, von Argentinien bis Korea ist alles dabei. Kennt man sich da eigentlich noch untereinander?

Thomas Michaelis: Natürlich kennt nicht jeder jeden, aber grundsätzlich sind die Raceboarder ein eingeschworener Haufen. Auch wenn die meisten Starter im Feld eine Vergangenheit in der Olympischen Klasse haben oder auch mal in den Funboardklassen unterwegs waren, so kommen sie doch immer zum Raceboardfahren zurück, welches einfach den Charme hat, bei fast allen Bedingungen auf fast allen Revieren zu funktionieren und sportliche Wettkämpfe zuzulassen.

Und es gibt schon eine eingeschworene Kerngruppe, die sich mindestens bei der Europameisterschaft, der Weltmeisterschaft und der Master-WM dreimal im Jahr trifft und auch freundschaftlich sehr verbunden sind.

Unser DWSV Fahrersprecher Lars Deiterding, der zu dieser Gruppe gehört und seit der WM in Spanien letztes Jahr intensiv Werbung für Warnemünde macht, war damit auch wesentlich beteiligt, um so viele Starter zu aktivieren… trotz Urlaubszeit und teilweise extremen Anreiseentfernungen. Dafür hat er sein eigenes Training eingestellt und sich voll auf die Organisation inklusive Leihmaterial, Unterkünfte und vieles mehr konzentriert. Und dank der sozialen Medien liegen ja auch Argentinien und Korea nicht weit weg.

Frage: Bei einem so großen Feld mit 71 Startern aus 19 Nationen, wer sind Ihrer Meinung nach die Anwärter auf die WM-Titel?

Thomas Michaelis: Der Titelkampf könnte dieses Jahr sehr spannend werden. Zum Einen durch die angesagten Bedingungen mit sehr unterschiedlichen Bedingungen, inklusive einiger Tage mit mehr Wind, und zum Anderen weil dieses Jahr viele ehemalige Weltmeister und Olympiateam Teilnehmer dabei sind.

Die beiden mehrmaligen Weltmeister Maksymilian Wojcik aus Polen und Patrick Pollak aus der Slowakei sowie wie der aktuelle Vize-Weltmeister Curro Machon aus Spanien werden bestimmt vorne mit dabei sein. Der litauische Olympiateilnehmer Juozas Bernotas ist für eine Überraschung gut; aber gerade bei viel Wind dürfen auch der Kieler Fabian Grundmann und sein ständiger Widersacher Fernando Consorte aus Argentinien nicht vergessen werden. Wobei ich unserem seit Jahren bei allen Bedingungen dominierenden Deutschen Andre Hartung noch eher einen Platz auf dem Podium zutraue.

Bei den Frauen führt kein Weg an der amtierenden finnischen Weltmeisterin Aleksandra Blinnikka und der frischgebackenen Europameisterin Jana Slivova aus Tschechien vorbei. Und bei den Jugendlichen der U23 muss unser frischgebackener deutscher Europameister Felix Kupky zeigen, dass er gegen die starke Konkurrenz aus Frankreich bestehen kann. Allgemein dürfen die Franzosen nie unterschätzt werden, weil es bei denen im Gegensatz zu Deutschland eine intensive Förderung der Surfer aller Klassen vom nationalen Verband gibt.

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