Schnelle Bälle, fliegende Klötze und stechende Paddel


Auf den Spielfeldern der Lacrosser dominieren schnelle Ballwechsel, auf denen der Kubb-Spieler nur wenige Meter daneben geht es eher gemütlich zu. Zwei Turniere, die unterschiedlicher kaum sein können, laufen heute parallel in der Sport Beach Arena am Warnemünder Strand: das 6. Strand-Lacrosse-Turnier „Lax at the Beach 2019“ und das 6. Ahoi Beachkubb-Turnier. Als weiteres sportliches Highlight lockt das 23. Warnemünder Drachenbootfestival an den Alten Strom.

Auf den fünf mal acht Meter großen Spielfeldern des Kubb-Turniers spielten sich die Teilnehmer als Warm-Up schon am Freitagabend bei einem Einzelturnier im Wikingerschach ein. Die Team-Wettbewerbe laufen seit heute Vormittag. Die Siegerehrung ist gegen 19/20 Uhr geplant. „Es haben 44 Teams aus ganz Deutschland für unser 6. Ahoi Beachkubb-Turnier gemeldet. Das ist unser bisheriger Rekord. Es sind sogar drei Teams aus der Schweiz dabei“, freut sich Organisator Klaus Riedel. Unter den Teilnehmern des Ahoi Beachkubb-Turniers sind auch einige Spieler, die bereits bei der Kubb-Weltmeisterschaft angetreten sind, die jedes Jahr auf der schwedischen Insel Gotland stattfindet. Riedel selbst hat auch bereits auf vier Kontinenten Turniere gespielt. Erstmals kommt die Organisatorin der WM Bibi Olsson aus Schweden als Gast zum Warnemünder Wikingerschach-Turnier, bei dem die Teilnehmer nicht nur um den Sieg kämpfen, sondern auch Punkte für die Jahresrangliste sammeln können. Für den heutigen Turniertag hoffte Klaus Riedel auf trockenes Wetter mit wenig Wind. Und ganz offensichtlich ist der Wettergott ein Wikingerschach-Fan.

Eine besonders hohe Frauenquote verzeichnen in diesem Jahr die Organisatoren des 6. Strand-Lacrosse-Turniers „LAX at the Beach 2019“. Aufgrund der Terminüberschneidung mit einem anderen Lacrosse-Turnier haben lediglich vier Herrenteams für den Wettbewerb im Sand gemeldet. „Mit dabei sind die Vorjahressieger vom Team „Vanderlaxxx“ mit Spielern aus der ganzen Republik. Außerdem spielen elf Damenteams um den Sieg. Darunter sind auch die Titelverteidiger „MariTeam“ vom Kieler Lacrosse Club“, sagt Organisatorin Katrin Röll vom Lacrosse-Club Rostock Seals, der auch selbst mit je einem Herren- und einem Damenteam beim Turnier vertreten ist. Heute und Sonntag spielen sich die Lacrosser von 10 Uhr bis circa 18 Uhr die Bälle im Sand zu.

Ebenfalls heute und morgen bringen die Paddler beim 23. Warnemünder Drachenbootfestival das Wasser im südlichen Teil des Alten Stroms zum Brodeln. Bei den heutigen Rennen ist die Strecke 280 Meter lang, am Sonntag bei der Sprintwertung lediglich 100 Meter. Gepaddelt wird auf drei Bahnen. Pünktlich um 9 Uhr fiel der erste Startschuss. 33 Teams kämpfen heute um den Pokal. „Wegen der Baustelle am Alten Strom starten wir aus Platzgründen diesmal mit weniger Teams. Sonst haben wir bis zu 70 Mannschaften beim Festival. Im kommenden Jahr wird es wieder voller werden. Aufgrund der Reduzierung auf weniger Teams, sind diesmal nur Mixed-Teams zugelassen, weil der Platz für weitere Klassen fehlt“, erklärt der Organisator Tom Reiser vom SV Breitling. Für die morgige Sprintdistanz steht die Starterzahl noch nicht fest, da die Teams noch heute nachmelden können. Klar ist allerdings: Beim Sprint wird es noch rasanter. „Dabei ist Schnellkraft gefragt. Da geben die Sprintprofis Gas“, so Reiser. Als Favoriten des Drachenbootfestivals nennt er die „Rostocker Seebären“, die bereits deutschlandweit Erfolge feierten und einige Paddler im Boot sitzen haben, die schon bei Europameisterschaften gestartet sind.

Am Sonntag Kultur und Tradition in bunter Kulisse auf der Bühne am Leuchtturm

Bunt bestickte Trachten, wirbelnde Röcke, tanzfreudige Menschen und jede Menge Fröhlichkeit – das sind die alt bewährten Zutaten für das Warnemünder Trachtentreffen. Bereits zum 19. Mal gehört das Trachtentreffen bei der Warnemünder Woche zum Programm auf der Bühne am Leuchtturm. Als Einstimmung auf das Trachtenprogramm ziehen alle Gruppen vorher ab 10.15 Uhr gemeinsam vom Warnemünder Heimatmuseum zur Bühne. 14 Trachtengruppen aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern stellen sich mit Erklärungen zu ihrer Tracht und einstudierten Tänzen bei dem Treffen vor. Moderiert wird das Trachtentreffen von der ersten Vorsitzenden der Warnemünder Trachtengruppe Karin Scarbarth. Mit einem gemeinsamen Singen des Liedes „Wo die Ostseewellen“ verabschieden sich die Trachtengruppen nach rund sechs Stunden Programm vom Publikum. Beim Kurkonzert der Küsten-Countryband Spill klingt das Bühnenprogramm der 82. Warnemünder Woche nach dem Trachtentreffen von 16.30 bis 18 Uhr aus.

Drachenbootfestival: Die „Seitenstechers“ möchten „Hin to Win“

Aus einer Grilllaune bei einem Nachbarschaftsfest heraus beschlossen einige Freunde aus dem Rostocker Vorort Diedrichshagen vor fünf Jahren, ein gemeinsames Drachenbootteam zu gründen und am Warnemünder Drachenbootfestival teilzunehmen. Mit Erfolg: 2015 sind die Diedrichshäger erstmals im Drachenboot gestartet und direkt in ihrer Leistungsklasse Zweite geworden.

Die „Seitenstechers“ nennen sich die Paddler aus Diedrichshagen. Zehn Frauen und ebenso viele Männer sowie ein Trommler, der im Paddeltakt anheizt, gehören zum Team. „Das Besondere an unserer Mannschaft ist, dass wir einen großen Altersbereich abdecken und aus ganz unterschiedlichen Berufsfeldern kommen. Unser Trommler ist gerade einmal zehn Jahre alt und unser ältester Paddler schon 67. Mediziner, Kaufleute, Universitätsangestellte und Schüler sitzen in einem Boot“, erklärt Teammitglied Zenon Cholodnicki. Das Motto seines Teams lautet „Hin to win“.

„Die Schwierigkeit beim Drachenbootrennen ist der Start aus dem Stand. Da gilt es möglichst schnell von null auf 100 zu beschleunigen. Ein guter Start ist entscheidend. Außerdem kommt es bei so vielen Paddlern unterschiedlichen Alters darauf an, eine leistungsangepasste Schlagzahl zu fahren, damit jeder lange genug mithalten kann. Neben Kraft ist beim Drachenbootrennen aber auch Taktik wichtig“, erläutert der Ruheständler.

Überlegtes und taktisch geschicktes Handeln ist beim Warnemünder Drachenbootrennen nicht nur auf dem Wasser gefragt, sondern auch an Land. Schon frühzeitig haben die „Seitenstechers“ ihr Pavillonzelt auf Höhe der Ziellinie in allererster Reihe am Alten Strom aufgebaut. „Ein guter Standplatz ist wichtig. Das Zelt nutzen wir als Materiallager und für unser Buffet, wofür jeder etwas zum Wettkampf mitbringt“, erklärt Paddlerin Patricia Huber. Nach dem Rennen feiern die „Seitenstechers“ ihre After-Race-Party zuhause in Diedrichshagen.

Das Festival verbindet die Nachbarn das ganze Jahr über. Der 2015 gewonnene Pokal wurde im Team zu einem Wanderpokal gemacht. „Wir geben den Pokal seit Jahren untereinander weiter. Jede Übergabe ist mit einem gemeinsamen Fest verbunden“, so Mannschaftskapitänin Anne Kahrmann. Drei Monate vor dem nächsten Rennen beginnt immer das regelmäßige gemeinsame Training. Dabei werden die Boote inklusive Steuermann von den Veranstaltern des Drachenbootfestivals, dem LT-Club und dem SV Breitling aus Rostock, gestellt. Einmal wöchentlich trainieren die „Seitenstechers“ in der Vorbereitungszeit Ausdauer, Koordination und Gleichtakt. Das Ziel der Nachbarschaftsmannschaft beim Festival: Spaß beim Rennen haben und es vielleicht bis ins Finale schaffen. Also nichts wie „Hin to win“ zum Drachenbootrennen auf dem Alten Strom.

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