Rostocker Teams dominieren bei den Beach-Handball-Tagen


Nach zwei packenden Spieltagen mit rund 140 Spielen im Sand ging es am Sonntag in der Sport Beach Arena bei den 25. Rostocker Beach-Handball-Tagen bei kräftigem Wind und fliegendem Sand um den Turniersieg. Die Siegerpokale nahmen die Damen des Rostocker Beach Clubs sowie bei den Herren „Die Glorreichen Neun“ vom SV Warnemünde mit nach Hause.

Im Finale der Damen machten es die Teams bis zum Abpfiff spannend und wechselten sich immer wieder mit der Führung ab. Letztendlich konnte sich der Rostocker Beach Club gegen die Mannschaft „Lok Kempa Wattnditte“ aus Berlin durchsetzen und damit den achten Sieg bei den Rostocker Beach-Handball-Tagen einfahren. „Wir waren auf den Punkt genau da, wo wir sein wollten. Es war ein spannendes Endspiel, und wir freuen uns nach Platz vier im Vorjahr diesmal besonders über den Sieg“, kommentierte Wiebke Reuter, Mannschaftskapitänin des Rostocker Beach Clubs. Ihr Vater Karl-Heinz Reuter war als Trainer des Gewinnerteams stolz auf „seine Mädchen“. „Es hat alles perfekt geklappt. Wir sind auch im nächsten Jahr definitiv wieder bei den Rostocker Beach-Handball-Tagen mit von der Partie“, kündigte er an.

Direkt im Anschluss an das Damenfinale standen sich das Rostocker „Beachteam“ und „Die Glorreichen Neun“ vom SV Warnemünde im Herrenendspiel im Sand gegenüber. Das „Beachteam“ hatte letztmals 2008 den Pokal bei den Rostocker Beach-Handball-Tagen mit nach Hause nehmen dürfen. Diesmal musste das Team der Mannschaft „Die Glorreichen Neun“ den Vortritt lassen, für die es der erste Sieg bei dem Turnier in Warnemünde war. „Wir nehmen seit fünf Jahren an den Rostocker Beach-Handball-Tagen teil und haben uns kontinuierlich verbessert. 2018 lagen wir schon auf Platz drei. Diesmal haben wir es geschafft und gewonnen“, sagte Richard Voss, Kapitän der Sieger-Mannschaft.

Die Stimmung ließen sich die Beachhandballer während der zwei Turniertage vom herbstlichen Wetter nicht vermiesen. Es war ein fröhliches Wiedersehen vieler alter Bekannter. „Am ersten Tag hatten wir Regen, am zweiten viel Wind, aber Handballer sind hart im Nehmen. Die Stimmung war trotzdem wieder toll“, freute sich der Organisator der Rostocker Beach-Handball-Tage Rainer Voß rückblickend.

Ergebnisse der 25. Rostocker Beach-Handball-Tage

Damen:
1. Rostocker Beach Club
2. Lok Kempa Wattnditte
3. Dynamo Tresen

Herren:
1. Die Glorreichen Neun
2. Beachteam
3. Team Matze

Kultur, Konzerte und Party

Ein Publikumsmagnet am ersten Wochenende der 82. Warnemünder Woche waren auch die kulturellen Veranstaltungen, wie der fröhliche Festumzug „Niege Ümgang“ mit dem anschließenden Eröffnungsprogramm, das festliche Eröffnungskonzert mit dem Hansa Bläserquintett und zwei Gastmusikern in der evangelischen Kirche sowie der NDR 1 Radio MV Tag sowie die weiteren Musikdarbietungen auf der Bühne am Leuchtturm.

Auch heute am Montag, 8. Juli, stehen auf der Bühne zwei Konzerte auf dem Programm. Irish Folk präsentiert die Band Irish Coffee aus Dänemark von 15 bis 18 Uhr. Am Abend von 19 bis 22 Uhr spielt die Oldie Liveband aus Leipzig Songs aus fünf Jahrzehnten Musikgeschichte.

Maritimer startet das Bühnenprogramm am Leuchtturm am morgigen Dienstag. Der Shantychor Luv un Lee stimmt von 15 bis 16 Uhr Seemannslieder an. Ebenfalls Seemannsflair verbreitet die Gruppe Breitlings von 17 bis 18 Uhr mit maritimem Kraftgesang. Rockiger geht es am Dienstagabend von 19 bis 22 Uhr auf der Bühne am Leuchtturm zu, wenn die Crazy Boys Rock’n Roll-Rhythmen anstimmen.

Rund Bornholm: Tape und Tampen

Rund Bornholm läuft seit Sonntagnachmittag 16 Uhr. Die Yacht „Herzblut“ musste in der Nacht nach einem Ruderschaden die Regatta abbrechen. Alle anderen Boote sind noch unterwegs. Die „OSPA“ führt und könnte einen neuen Rund-Bornholm-Rekord aufstellen.

Die „Herzblut“ lief mit 16 Knoten durch die Nacht, der Genaker war gesetzt. Das Boot vom Typ L30 fuhr auf Steuerbordbug und lag gut auf dem Ruder. Die aufgewühlte Ostsee machte keine großen Probleme. „Nördlich des Windparks Baltic 1 hatten wir plötzlich kaum noch Druck auf dem Ruder, dann war gar keiner mehr zu spüren,“ erzählt Eigner Andreas Brandtner. Schnell war die Ursache geklärt: Der Ruderschaft des Steuerbord-Ruders war gebrochen. Da die L30 über eine Doppelruderanlage verfügt, stand jedoch immer noch das Backbord-Ruder zur Verfügung. Also Kursänderung auf Backbordbug, um den Schaden inspizieren zu können. Nun zeigte sich, dass das Ruder inzwischen gänzlich abgerissen war. Das Boot nahm leicht Wasser. Leckstopfen wurden hervorgeholt und Leck damit seemännisch verschlossen. Somit war keine unmittelbare Gefahr mehr gegeben. Die Entscheidung Rund Bornholm abzubrechen war trotzdem schnell getroffen. Nun lag noch der Rückweg nach Warnemünde von etwa 30 Seemeilen vor Andreas Brandtner und seiner Crew. Um die Steuerfähigkeit des 30 Fuß langen Boots zu erhalten, musste nun erst einmal das Pinnengestänge notdürftige repariert werden: Tape und Tampen taten ihren Zweck. Beim Klarieren hob dann leider eine besonders große Welle das Boot, wodurch Skipper Brandtner das Gleichgewicht im Cockpit verlor und sich am Bein verletzte. Abgesehen davon verlief die Rückfahrt problemlos. Gegen 2 Uhr am Montagmorgen lief die „Herzblut“ wieder in den Yachthafen Hohe Düne ein.

Alle anderen 19 Yachten der Rund Bornholm sind noch unterwegs. Die schnellsten werden bereits heute Abend in Warnemünde erwartet. „Ember Sea“ und „Sunbird“ kreuzen noch östlich von Rügen, während die „OSPA“ das Feld anführt und aktuell nördlich vom Dornbusch auf Hiddensee steht. Ein neuer Rund-Bornholm-Rekord scheint realistisch. Der alte wurde 2017 von der „OSPA“ aufgestellt und liegt bei 28 Stunden, 34 Minuten und 30 Sekunden.

Wundertüten für die Seglerfamilie

Unter den 300 ehrenamtlichen Frauen und Männern, die mit vollem Einsatz die 82. Warnemünder Woche unterstützen, sind vor allem Mitglieder des Warnemünder Segel-Clubs (WSC), dem Veranstalter der internationalen Segelveranstaltung sowie befreundeter Vereine. Wir trafen eines der vielen unterschiedlichen Teams.

Gerade ist der neue Tag dabei sich den Schlaf aus den Augen zu wischen, da steuern die Warnemünderinnen Rita Schubert, Karin Seemann, Rita Federau sowie Monika Jansen und Susanne Anders vom „Güstrower Wassersportverein 1928 e.V.“ das Logis auf der Mittelmole des Ostseebades an. Sie sind das langjährig eingeschworene Team, das für das leibliche Wohl derer sorgt, die rundherum auf den zehn Wettkampfbahnen Stunde für Stunde als Regattabegleitboote auf dem Wasser verbringen. „Das geht mit knurrendem Magen natürlich nicht!“ sagt Peter Anders lachend, der auf einem der Schiedsrichterboote in den Genuss der „Wundertüten“ kommt.

Hier wird nicht lange geschnackt, überhaupt zu so früher Stunde nicht, sondern sofort die Brote, Gouda oder Emmentaler und Aufschnitt zu den Tischen geholt. Die Gurken sind zu waschen, die Äpfel oder Birnen – nur nicht gerade die Bananen, die sich alle drei Tage in der Tüte finden lassen. Ist die Butter auch streichfit? Werden die Kekspackungen reichen? Die Power Riegel? Die Überraschungssüßigkeiten? Es läuft wie am Fließband: aufschneiden, schmieren, belegen, packen! Es ist ein Morgen voller lang geübter und vorausschauender Emsigkeit. Rita Schubert ist seit einem Dutzend Jahren die „Chefköchin“ in dieser Kalten Küche. Schon Tage vor der Warnemünder Woche überprüft sie nach den Maßgaben des Regattabüros den Bedarf an Lebensmitteln –Gummibärchen nicht vergessen und nicht die Kaubonbons, die auch den längst ausgewachsenen „Kindern“, den bereits Grauhaarigen, Freude bereiten. Der Handelshof und das Backhaus Güstrow reagieren verlässlich und schicken beste Qualität zu den Seglern. Es darf nichts zu viel und nichts zu knapp sein. Schnell haben sich die „Frühstückfeen“ um Rita versammelt und werden heute 160 Lunchpakete zügig und „voller Liebe“ packen, wie Karin Seemann ausdrücklich und kurz beim Belegen der Brote aufblickend, der Reporterin zuruft. Auch sie ist seit zwölf Jahren in dieser Crew und freut sich Jahr um Jahr auf diese anstrengenden, erlebnisreichen Tage, auf diese Gemeinschaft der hoch motivierten Ehrenamtlichen. Noch ist der Zeiger der Uhr nicht auf die Sieben gerückt. Nach und nach wird es unruhig auf den Stegen. Manch Segler wirft sich noch das Handtuch über die Schulter und will zur Morgendusche, während vereinzelte Skipper schon aufriggen. Im Logis sind die Frauen derweil dabei, von Station zu Station den Lunch zu verstauen. Sie vergessen selbstverständlich auch nicht die Überraschungskleinigkeiten! Bleibt gerade noch Zeit für sie in der improvisierten Küche wieder Klar Schiff zu machen. Schon sind starke Männer da, um die gefüllten Tagestüten mit Proviant weiterzureichen: Zum Auslaufen der Schiedsrichterboote, der Start- und Zielschiffe, der Wasserwacht und all denen, die neugierig jeden Morgen erst mal nach den Überraschungen greifen...

Es sind und bleiben Wundertüten, die von den Frühaufsteherinnen zum Tagesanbruch für ihre Seglerfamilie mit Herz gepackt werden.

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