Maksymilian Wojcik aus Polen surfte auch am zweiten Renntag der Raceboard-WM konstant weiter Richtung Sieg


Fünfmal konnte Wojcik in der Vergangenheit bereits den Weltmeistertitel für sich verbuchen. Bei den Europameisterschaften der Raceboarder im Mai in Tschechien bewies der polnische Windsurfer mit Rang vier erneut, dass bei der Weltmeisterschaft während der Warnemünder Woche mit ihm zu rechnen ist. Nach sechs absolvierten Rennen an den ersten zwei Wettfahrttagen hat er bei der WM deutlich die Nase vorne und surft auf der Siegerwelle.

Dabei hatte Wojcik nach eigener Aussage, nicht damit gerechnet, in den aktuellen Bedingungen mit relativ viel Wind und Welle so gut abzuschneiden, da ihm normalerweise eher das Surfen bei Leichtwind liegt. „Meine Ausrüstung passt genau für die Bedingungen hier vor Ort und ich genieße das Windsurfen bei der Weltmeisterschaft sehr. Allerdings würde ich mir wünschen, dass die Wind- und Wellenbedingungen so sind, dass auch die nicht so routinierten Fahrer besser zurechtkommen“, sagte der fünffache Weltmeister Wojcik direkt nach den Rennen am Dienstag.

Kaum hat er den Satz beendet, läuft er mit einigen anderen Windsurfkollegen ins Wasser, um den ankommenden Damen beim Materialtransport durch die Brandung zu helfen – ein klarer Beweis dafür, wie gut der Zusammenhalt in der Raceboard-Gemeinschaft ist. Da packt auch ein Weltmeister mit an, wenn es darum geht, alle sicher ins Fahrerlager zurückzubringen.

Bei den Damen hat sich die Reihenfolge an der Spitze des Feldes leicht verändert. Nach wie vor liegt die Finnin Aleksandra Blinnikka vor der Tschechin Jana Slivova auf Platz eins. Dritte ist nach sechs gefahrenen Rennen Viviane Ventrin aus Frankreich. Die Polin Maria Jopyk Misiak fiel auf den vierten Rang zurück. Die deutsche Favoritin Jennifer Bender aus Eckernförde in Schleswig-Holstein liegt momentan bei der Weltmeisterschaft auf Platz sieben. „Es war anstrengend, weil die Wellen draußen recht unkonstant waren. Trotzdem waren es gute Rennen. Nachdem ich gestern große Probleme mit dem Shorebreak und der Strömung hatte, hat es mich heute allerdings etwas Überwindung gekostet, wieder aufs Wasser zu gehen“, sagte Bender. Etliche Damen verzichteten wegen der Brandung auch am Dienstag auf den Start.

Keine Veränderung in der Rangfolge gab es bei den Junioren. Platz eins und zwei belegen nach dem zweiten Wettfahrttag die Spanier Ferran Jurado Besa und Guillem Segu Gira. Der deutsche Windsurfer Richard Sprenger hält sich weiterhin auf Rang drei.

Warm-Up für die J/22-Weltmeisterschaft

Bei traumhaften Bedingungen segelten die J/22 heute ein Practice Race, als Vorbereitung für die morgen beginnende Weltmeisterschaft (10.7 bis 13.7.).

Am Mittwoch (10. Juli) startet die Weltmeisterschaft der J/22 in Warnemünde. Als Vorbereitung auf das Event fand heute ein Practice Race statt. Von den insgesamt 31 gemeldeten Crews waren 25 auf der Regattabahn . „Wir hatten heute die berühmte Warnemünder-Welle. Es war einfach ein tolles Rennen!“, zeigte sich Holger Schmitt, 1. Vorsitzender der Klassenvereinigung und Teilnehmer der WM, mehr als zufrieden. Wettfahrtleiter Lorenz Buchler wäre am liebsten selbst an Bord gegangen und mitgesegelt. „Wir waren richtig neidisch heute. 15 bis 20 Knoten Wind, blauer Himmel. Kurz gesagt: Es war geiles Segelwetter!“, fasste er den Segeltag zusammen. Ganz anders sah es noch am letzten Sonntag aus, als wegen zu viel Wind der zweite Tag der Pre-Worlds ausfallen musste.

Als Favoriten auf den WM-Titel werden der Duisburger Reiner Brockerhoff (FRA 1444), der unter französischer Flagge segelt, und Jean-Michel Lautier (NED 1273) gehandelt. Lautier wurde bereits in den Jahren 2015 und 2017 Vize-Weltmeister. Aber auch der Kieler Martin Menzner, der sonst in der Klasse J/80 zu Hause ist, hat das Zeug ganz vorne mitzusegeln. Menzner wurde unter anderem bei der J/22 Weltmeisterschaft 2015 in Travemünde Vierter.

Der erste Start der Weltmeisterschaft ist für Mittwoch (10.7.), 12 Uhr geplant. Wenn die Bedingungen es zulassen sollen drei Wettfahrten gesegelt werden.

Laser fluten Warnemünde

In den letzten 14 Tagen vor dem ersten Start lief die Meldeliste bei den Lasern heiß. Von mageren 87 Meldungen explodierte die Meldezahl beim Europa Cup im Rahmen der Warnemünder Woche (6. bis 14. Juli) auf 215. Damit stellt die Einhandjolle die insgesamt größte Flotte der 1.400 Teilnehmer der 82. Warnemünder Woche. Eine der drei Laser-Klassen, die in Warnemünde antritt ist der Laser 4.7.

„Es ist eine beliebte Klasse, weil es keine Materialschlacht gibt. Es gewinnt der beste Segler, die beste Seglerin“, kennt die Klassen-Vorsitzende Alexandra Behrens die Gründe für die Beliebtheit der olympischen Jolle. Mit dem Laser 4.7, dem Laser radial und dem Laser Standard gibt es drei Segelgrößen, so dass es für Jugendliche, Frauen und Männer passt. In den insgesamt fünf Disziplinen (Laser 4.7 M/W, Laser Radial M/W, Laser Standard) starten Aktive aus 25 Nationen.

Seit vielen Jahren ist die Laser-Klassenvereinigung der Warnemünder Woche treu, und auch in diesem Jahr wird der Laser Europa Cup in der zweiten Hälfte von Donnerstag bis Sonntag ausgetragen. Nach den Stationen in Slowenien, der Schweiz, Frankreich, Italien, Norwegen, den Niederlanden und Bulgarien macht der Europa Cup vom 11. bis 14. Juli in Warnemünde Station, bevor er über Ungarn im Dezember in Kroatien endet.

Der Laser 4.7 ist seit 2006 Regattaklasse in Deutschland. Er verdankt seinen Namen der Segelfläche von 4,7 qm und hat somit eine dem Nachwuchs angepasste Segelgröße. Der 1971 eingeführte Laser 4.7 ist auf junge und leichtgewichtige Seglerinnen und Segler (50 bis 65 kg) ausgerichtet und wird auch als Zwischenstufe zwischen dem Optimisten und dem Laser Standard oder Laser Radial gesegelt.

Einer der großen Favoriten in dem kleinsten Laser ist vor Warnemünde der frisch gebackene Kieler-Woche-Sieger Ole Schweckendiek. Mit gerade einmal 14 Jahren ist Ole Schweckendiek der jüngste Kieler-Woche-Sieger 2019. Nachdem der Kieler bei der Europameisterschaft in Südfrankreich vor vier Wochen als Dritter in der Altersklasse U16 groß aufgetrumpft hatte, toppte er nun seine bisherige Performance. Erst im vergangenen Jahr ist er vom Opti in den Laser umgestiegen, jetzt war er der Konkurrenz haushoch überlegen. Mit dem Sieg im vorletzten Rennen machte er alles klar.

In Warnemünde startet Schweckendiek noch im 4.7, aber er hat schon Pläne für die nächste Klasse: „Im Sommer steht noch die Deutsche Meisterschaft zur Travemünder Woche an, danach werde ich dann irgendwann in den Laser Radial umsteigen.“ Auf dem Podium zur Sieger-Pressekonferenz in Kiel hatte er offenbar Spaß: „Vielleicht kann ich im nächsten Jahr wieder hier sein.“

Mehr als nur ein Bierwagen

Seit Jahren ist es Tradition, dass die auf der Hohen Düne ankommenden Segler während der Warnemünder Woche von einem Bierwagen aus mit Erfrischungen, Suppen oder Bockwurst begrüßt werden.

Die Langstreckensegler, die Rund Bornholm non-stop über 270 Seemeilen absolvieren, sind jene, die hier VIP-Gäste sind. Der Erlös der zahlenden Bierwagenbesucher für die von Güstrower Schlossquell und der Rostocker Brauerei gesponserten Getränke, kommt der Kinder- und Jugendarbeit zugute.

„Komm, nimm mal erst 'n Schluck!“ Susanne Anders würde den Steuermann dieses Dickschiffes fast freundlich in den Arm nehmen wollen, wenn der Tresen nicht dazwischen liegen würde. Ob Bier, Kaffee, Tee, alles ist richtig, wenn man nach geschätzten 40 Stunden Rund Bornholm endlich wieder die Leinen an der Pier des Wettkampfhafens festmacht. Susanne ist eine von vier Sportlern, die vom „Wassersportverein Güstrow 1928 e.V.“ den Bierwagen auf der Hohen Düne in Eigenverantwortung übernommen haben. Der Bierwagen ist auch ein Kommunikationszentrum, wo sich die Segler treffen.

Nicht nur sie weiß, genau wie Monika Jansen, dass man nach so einer Langstreckenregatta von Warnemünde aus nicht nur völlig erschöpft sondern auch ausgehungert ist und den Durst löschen möchte. Deshalb sorgt der Güstrower Verein auch ideenreich für ausreichendes Equipment, damit den Sportlern aus dem Bierwagen heraus nicht nur ein kühles Rostocker gereicht werden kann. Susanne Anders Wochenkalender ist prall gefüllt in Warnemünde. Morgens Frühstücke für die Lunchpakete vorbereiten, dann im Schiedsrichterschiff auf der Regattabahn Hilfestellungen geben. Die Schicht im Bierwagen ist dann fast Hobby. Ein sehr nützliches für die Seglerinnen und Segler, die auf der Hohen Düne ein- und auslaufen. Ihr Mann Peter, Vorsitzender des Güstrower Vereins, bringt seine Erfahrungen aktiv bei der Organisation der Warnemünder Woche mit ein und forderte als aktiver Piraten-Segler Wind und Wellen bei der Ranglistenregatta heraus. Auch Familie Jansen verkürzt Jahr um Jahr durch die Warnemünder Woche ihren Urlaub. Monika ist neben dem Ausschank im Bierwagen ebenfalls jeden frühen Morgen Frühstücksfee für die Provianttüten. Ihr Mann Karsten ist Wettkampfleiter für vier Bootsklassen und Sohn Dr. John Christoph sieht als Chairman der internationalen Jury sehr genau auf die Regattenführungen.

Familien wie diese beiden, sind seit Jahren keine Seltenheit und die Sportler danken es mit dem Wiederkommen nach Warnemünde – in eines der schönsten Segelreviere Deutschlands.

Zurück

Unterkunft finden

Suchen & Buchen