Laser Europa Cup: „Die Bedingungen waren tricky“


Nach vier Tagen endete am heutigen Sonntag der Warnemünder Tourstop des Laser Europa Cups. Es wurden in allen drei Laser-Klassen erneut jeweils zwei Wettfahrten gesegelt. Insgesamt stehen sechs Rennen in der Ergebnisliste.

Der Kieler Ole Schweckendiek hat den Laser Europa Cup in der Klasse Laser 4.7 gewonnen. Schweckendieck hatte bereits vor zwei Wochen die Kieler Woche gewonnen. „Ich bin hier vor Warnemünde schon oft gesegelt und kenne das Revier gut“, sagte der 14-jährige Schweckendieck nach dem Sieg. „Die Bedingungen waren heute allerdings sehr tricky. Die drehenden Winde haben es nicht einfach gemacht. Ich bin überglücklich über den Sieg.“

Bei den Laser Radial Women hat die Norwegerin Caroline Rosmo souverän gewonnen. In sechs Wettfahrten fuhr sie drei erste und zwei zweite Plätze, sowie einen achten Platz, der zu ihrem Streichergebnis wurde. Die 19-jährige Laura Schewe aus Altenholz bei Kiel schloss den Europa Cup auf dem zweiten Platz ab und wurde beste Deutsche ihrer Klasse. Schewe, die für den Kieler Yacht-Club startet hatte den zweiten Platz der Gesamtwertung am dritten Europa-Cup-Tag von Pia Haverland übernommen, die die Regatta auf dem vierten Platz abschloss. Die Warnemünderin Hannah Anderssohn beendete den Laser Europa Cup auf dem 16. Rang. Nach langer Pause wegen einer Knieverletzung war die Warnemünder Woche erst die zweite Regatta an der sie nach der Rehabilitation teilnahm. Die leichten Winde machten ihr allerdings Probleme, da die Segler dann im Laser eine Art Hockstellung einnehmen müssen, um das Boot zu trimmen. Anderssohn beendete zwei Wettfahrten daher vorzeitig, um ihr Knie zu schonen.

Anton Nikolai Loeck ist Zweiter in der Klasse Laser Radial Men geworden. Vor ihm war nur noch Przemyslaw Machowski aus Polen. Auf Platz drei beendete der Ukrainer Oskar Madonich die Veranstaltung.

Den Sieg bei den Laser Standard fuhr der Norweger Uffe Tomasgaard ein. Maksim Dziahel aus Weißrussland kam auf Platz zwei, Kacpar Stanislawski aus Polen auf Platz drei. Bester Deutscher wurde der Nico Naujock von der Wassersport-Vereinigung 1929 aus Berlin. Der 18-jährige trainiert im Nachwuchskader des Deutschen Segler-Verbands.

Endergebnisse Laser 4.7 (Top 6):
1. Ole SCHWECKENDIEK; GER 215493; 12.0
2. Ties WIJBINGA; NED 211181; 13.0
3. Anja von ALLMEN; SUI 214696; 20.0
4. Batbold GRUNER; GER 212766; 27.0
5. Jens Kaastad ØRJAVIK; NOR 215909; 53.0
6. Adriaan OUWERKERK; NED 214255; 55.0

Endergebnisse Laser Radial Men (Top 6):
1. Przemyslaw MACHOWSKI; POL 213355; 21.0
2. Anton Nikolai LOECK; GER 213311; 26.0
3. Oskar MADONICH; UKR 211285; 28.0
4. Maximilian BEHRENS; GER 211201; 29.0
5. Henning KRÖPLIN; GER 213830; 33.0
6. Filip MIŁOSZEWSKI; POL 212649; BG; 38.0

Endergebnisse Laser Radial Women (Top 6):
1. Caroline ROSMO; NOR 215975; 7.0
2. Laura SCHEWE; GER 213664; 16.0
3. Ekaterina SANKO; BLR 207793; 20.0
4. Lena HAVERLAND; GER 213668; 29.0
5. Natalia KUCZYS; ESP 205297; 31.0
6. Elena OETLING; MEX 200614; 32.0

Endergebnisse Laser Standard (Top 6):
1. Uffe TOMASGAARD; NOR 213953; 14.0
2. Maksim DZIAHEL; BLR 215202; 35.0
3. Kacper STANISLAWSKI; POL 213500; 43.0
4. Wojciech KLIMASZEWSKI; POL 214219; 46.0
5. Marnix BOS; NED 202322; 47.0
6. Nico NAUJOCK; GER 215184.; 50.0

Ergebnisse: Seebahn

Thoralf Wigger vom Warnemünder Segel-Club hat mit seiner X-35 „Intoxicated“ die Up&Down-Regatta der Warnemünder Woche in der ORC-Wertung gewonnen. Ole Augustin vom Norddeutschen Regatta Verein schloss mit der Farr 30 „H.E.A.T“ als Zweiter ab. Insgesamt wurden an zwei Regattatagen fünf Wettfahrten gesegelt. 16 Boote waren in der ORC-Klasse an den Start gegangen.

Endergebnisse Up&Down (Top 3):
1. Thoralf WIGGER; GER 210; INTOXICATED; 6,0
2. Dr. Ole AUGUSTIN; GER 4640; H.E.A.T; 7,0
3. Jens KUPHAL; GER 7900; INTERMEZZO; 12,0

Ergebnisse: H-Boote

Sieben Wettfahrten haben die 14 H-Boote an ihren drei Regatta-Tagen ausgetragen. Gewonnen hat Peter Zauner und seine dreiköpfige Crew vom Yacht-Club Seeshaupt aus Bayern. Auf Platz zwei: Bernd Zimmermann vom tegeler Segel-Club aus Berlin.

Endergebnisse H-Boote (Top 3):
1. Peter ZAUNER / Basti HENNING, Frederik SCHAAL, Johanna KAINDL; GER 1663; 14.0
2. Bernd ZIMMERMANN / Oliver BRAUN, Markus KEDING; GER 1233; 19.0
3. Thomas KAUSEN / Jany FUNK, Franzi FUNK, Charlie WÜSTENBERG; GER 1721; 23.0

Ergebnisse: Korsare

Nach insgesamt fünf Wettfahrten haben Steuermann Axel Oberemm und sein Vorschoter Gerd Linnemann heute die Korsar-Regatta gewonnen. Die Segler vom Segel-Club Ville aus Erftstadt lieferten sich ein enges Duell mit Thomas Habarth und Simone Köhler vom Potsdamer Yacht Club. Am Ende hatten Oberemm/Linnemann zwei Punkte Vorsprung vor den Potsdamern. Alexander Heinz uns Sven Wirth aus Wuppertal wurden Dritte. Insgesamt waren 12 Korsare an den Start gegangen.

Endergebnisse Korsar (Top 3):
1. Axel OBEREMM / Gerd LINNEMANN; GER 3837; 5.0
2. Thomas HABATH / Simone KÖHLER; GER 3817; 7.0
3. Alexander HEINZ / Sven WIRTZ; GER 3791; 16.0

Ergebnisse: 420er

Die Warnemünder Woche verabschiedete heute die 420er Crews. Insgesamt haben 25 Crews teilgenommen. Sehr knapp waren die Punktunterschiede am Ende nach der fünften und damit letzten Wettfahrt. Die ersten sechs Plätze trennten lediglich drei Punkte. Auf Platz eins beendeten Hannah Kim Thiemann und Maleen Ostermann von der Baltischen Segler-Vereinigung die Regatta. Punktgleich mit den Ersten lagen Siri Segger und Helena Peters vom Norddeutschen Regatta Verein aus Hamburg und wurden Zweite. Auf Platz drei im Feld der 25 Boote kamen die Rostocker Johannes Machur und Friedrich Rüsch.

Endergebnisse 420er (Top 3):
1. Hannah Kim THIEMANN / Maleen OSTERMANN; GER 56086; 15,0
2. Siri SEGGER / Helena PETERS; GER 55031; 15,0
3. Johannes MACHUR / Friedrich RÜSCH; GER 53560; 16,0
4. Simon KEßLING / Tilman KEßLING; GER 55357; 16,0
5. Jette KOEP / Charlotte BEILKEN; GER 55155; 18,0
6. Laura HANSEN / Cora THEUERKAUF; GER 55541; 18,0

Ergebnisse: Finn

Fabian Lemmel heißt der Gewinner in der olympischen Klasse Finn. Der Berliner hatte die Regatta im Feld der 14 Starter dominiert. Nach einem zweiten Platz folgten drei erste Plätze. Zur fünften Wettfahrt, der zweiten des heutigen Sonntags, trat Lemmel gar nicht mehr, da er uneinholbar in Führung lag. Sie wurde sein Streicher.

Endergebnisse Finn (Top 3):
1. Fabian LEMMEL; GER 501; 5,0
2. Dirk ZILIUS; GER 972; 11,0
3. Mark-Raimondo BAYER; GER 251; 11,0

So international wie selten zuvor

Die 82. Warnemünder Woche ist vorbei und die ersten Absprachen und Vorbereitungen für die 83. Auflage sind bereits getroffen. Ein Blick in die Statistiken zeigt, dass sich das maritime Segelevent zurecht als eines der begehrtesten der Welt bezeichnen kann.

Etwa 1.400 Segler strömten in den vergangenen neun Tagen nach Warnemünde. „Wir haben mehr auf Qualität statt auf Quantität gesetzt. Das hat sich ausgezahlt. Die Teilnehmerfelder der Regatten waren sehr stark besetzt“, freute sich Sportdirektor Peter Ramcke.

Insgesamt wurden 564 Boote zu Wasser gelassen. Dazu zählen auch die 110 Raceboards, die bei der Weltmeisterschaft vor der Warnemünder Küste zum Einsatz kamen.

Bei der zweiten WM kämpften die Boote der Klasse J/22 um die begehrte Trophäe. Dort starteten insgesamt 31 Teams.

Das größte Teilnehmerfeld bildete der Laser Europa Cup. 205 vorwiegend Jugendliche Teilnehmer starteten in den drei Variationen 4.7, Radial und Standard.

Über neun Tage hinweg wurden insgesamt 20 einzelne Regatten absolviert und etwa 100 von 116 geplanten Wettfahrten durchgeführt. Zwei Mal konnten die Wettfahrten nicht stattfinden. Während am ersten Sonntag aufgrund zu hoher Wellen und zu starken Windes nur die „Rund Bornholm“-Regatta starten konnte, mussten am Freitag wegen schwachen Windes und aufziehender Gewitterwolken alle Wettfahrten abgesagt werden.

Auch in diesem Jahr wurde die Warnemünder Woche zu einem Segelspektakel, auf das zahlreiche internationale Sportler hingefiebert hatten. Insgesamt starteten Segler aus 38 Nationen.

Aus aller Welt nahmen 285 ausländische Segler in 240 Booten an den Regatten teil. Unter anderem waren Segler aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Neuseeland, Taiwan, China und den USA dabei.

Die Zahl der Woche ist 24:54:23 Stunden. So lange brauchte die „Ospa“ um von Warnemünde nach Bornholm und zurück zu segeln. Dieser Rekord dürfte schwer zu brechen sein.

Das besondere an der Veranstaltung sind auch die vielen ehrenamtlichen Helfer, die eine Woche lang teilweise ihren Urlaub aufwenden, um für einen reibungslosen Ablauf bei dem Segelfest zu sorgen. Insgesamt waren 300 Helfer vor Ort. Für alle Verantwortlichen auf See standen insgesamt 55 Begleitboote zur Verfügung. „Alle Helfer haben einen herausragenden Job gemacht und tragen die Warnemünder Woche. Das verdient allergrößten Respekt und ein großes Dankeschön“, freut sich Sportdirektor Ramcke.

Ansprechpartner für die große Segelfamilie

„Wir sind Spitze beim Segeln!“ schwärmt immer wieder Roland Methling, scheidender Rostocker Oberbürgermeister nach 14 Amtsjahren und vorher Chef der Hanse Sail. Von den zehn Rostocker Segelvereinen ist es der Warnemünder Segel-Club (WSC), der seit Anbeginn der Warnemünder Wochen Einladender und Ausrichter für diese hochrangigen Segelwettbewerbe ist. Gemeinsam mit den Rostocker Vereinen setzten sie das Segelrevier so in Szene, dass Wassersport an der Warnowmündung nach wie vor Spitze ist. Wir kamen ins Gespräch mit dem Vorsitzenden des WSC, Torsten Schranck.

Noch war das letzte Startsignal für den Laser Europacup nicht gegeben, trafen wir Torsten Schranck, Vorsitzender des Warnemünder Segelclubs. Er hat wie immer auf dem Familienboot, der „Adjameh“, mit seiner Frau Kathrin und Sohn Lukas, der heute nochmals aufs Wasser geht, übernachtet. Doch Müdigkeit sieht man dem 56-jährigen Bootsbauer morgens um sieben Uhr auch nach der Kräfte zehrenden Woche, die täglich 14, ja 18 Stunden-Tage hat, nicht an. „Sicher steht man den ganzen Tag unter Spannung, aber die Gespräche mit den Seglern sind wie Muntermacher. Jedes kleine und winzige Problem lösen wir breit geschultert immer sehr vertrauensvoll und unkompliziert wie es sich in einer großen Familie einfach gehören sollte.“ Souverän managet Torsten Schrank aus dem Hintergrund heraus das Geschehen auf dem Regattagelände, zu Wasser und zu Lande. Sein besonderer Trumpf sind die 300 Ehrenamtlichen, ohne die diese Herausforderung einer hochrangigen Segelveranstaltung nicht gegeben wäre. „Wir haben eine große Helferliste, denn nicht jedes unserer 240 Mitglieder im Club kann stets mit anpacken. Aber in Warnemünde und bei den befreundeten Clubs ist es so, dass kein langes Bitten und Betteln nötig ist, um helfende Hände und Köpfe zu finden.“ Gibt es ein besonderes Geheimnis, warum einmal Angeheuerte immer wiederkommen und oft auch gleich Nachwuchs mitbringen? Torsten Schrank blinzelt verschmitzt. „Ich bin überzeugt, dass es die besondere familiäre Atmosphäre ist, bei der es Spaß macht, Warnemünde als Segelstandort ins rechte Licht zu setzen. Seit vielen Jahren kennt man sich, kann sich aufeinander verlassen und versucht kleine Differenzen durch ruhige, sachliche Gespräche sofort auszugleichen. Das vererbt sich auf Neulinge. Das verleitet, ja verlockt zum Wiederkommen.“ Schon ist klar, dass sich Torsten Schrank auch der 83.Warnemünder Woche verantwortungsvoll stellen wird, wieder mit seiner mithelfenden Familie auf dem Schiff schlafen wird, um immer erreichbar zu sein und wieder unkomplizierter, entspannter Ansprechpartner für die Segler zu sein.

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