Kompakt, konzentriert und einzigartig


Die Warnemünder Woche steht für Qualität auf dem Wasser und an Land. 650.000 Besucher und 1.400 Segler kamen in diesem Jahr in das Ostseebad. Wir sprachen mit Sportdirektor Peter Ramcke und Matthias Fromm, Tourismusdirektor Rostock und Warnemünde, über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Warnemünder Woche.

Die Philosophie ist klar: kompakt, konzentriert und einzigartig auf die Aktiven abgestimmt. So lauten die Ziele des Organisationsleiters der Warnemünder-Woche-Regatten, Peter Ramcke. Der 60-jährige Kieler zieht seit 2016 bei der Warnemünder Woche die Fäden und hat klare Vorstellungen: „Wir wollen den Aktiven den bestmöglichen Service bieten und uns auf hohe Qualität auf dem Wasser konzentrieren. Gigantismus ist ohnehin nicht machbar.“ Und diese Qualität möchte Matthias Fromm, Tourismusdirektor der Hansestadt Rostock und Warnemünde, näher an die Besucher der Warnemünder Woche herantragen. „Wir haben die Wettfahrten direkt vor unserem Strand in Sichtweite, unsere natürlichen Tribünen, aber wir bringen Segeln auch mit unserer LED-Wand weiter an Land“, so Fromm. Seit diesem Jahr ist die Tourismuszentrale für die Gesamtkoordination der Warnemünder Woche verantwortlich. Dafür hat die Stadt Rostock zusätzlich 150.000 Euro zur Verfügung gestellt. Es wurde ein Bindeglied zwischen veranstaltenden Vereinen und der Stadt geschaffen, das nach Aussage beider Seiten stimmig ist und harmonisch zusammenwächst.

So wurde das Ehrenamt durch die engere Zusammenarbeit mit der Tourismuszentrale entlastet. „Unser Ziel ist es, dass die Warnemünder Woche langfristig auf sicheren Beinen steht und wir den Warnemünder Segel-Club entlasten, der in all den Jahren hervorragende Arbeit geleistet hat. Die ehrenamtlichen Organisatoren stoßen an Land irgendwann an ihre Grenzen. An dieser Stelle soll das Hauptamt ansetzen und die Last vom WSC nehmen, damit sich die Ehrenamtler voll auf die Segelwettbewerbe konzentrieren können“, beschreibt Matthias Fromm die Arbeitsteilung. Die richtige Mischung aus gutem Segelsport und dem Landprogramm für alle mache die Warnemünder Woche aus, so Fromm.

In diesem Jahr wurden die sportlichen Highlights mit der Raceboard-WM, der Weltmeisterschaft der J/22, dem Laser Europa Cup und der Langstreckenregatta Rund Bornholm gesetzt. Dabei wurden die beiden größten Felder der Raceboarder und der Laser entzerrt und auf die beiden Wochenenden verteilt.

Die Begeisterung der Seglerinnen und Segler bei den Siegerehrungen und das Lob für die Veranstalter gibt Ramcke bei diesen Vorgaben für eine Warnemünder Woche recht. Dabei zeigte das Wetter schon viele Kapriolen und machte den Veranstaltern die Planung der Wettfahrten nicht leicht. Sturm am ersten Sonntag bis zu flauen Winden am Freitag und dem zweiten Samstag. Der Wind spulte wirklich sein ganzes Programm ab, ohne die gute Stimmung zu dämpfen.

Die Wettfahrtleiter-Leistungen auf dem Wasser und der Service an Land stimmen. So gibt es bei der Warnemünder Woche am Standort Mittelmole einen besonderen Service für die Segler: einen organisierten Slipwagen-Parkdienst. „Dieses System ist bei einer Segelgroßveranstaltung in Deutschland einzigartig“, sagt Sportdirektor Peter Ramcke, der dieses System in Italien entdeckt hat.

Jeder Teilnehmer auf der Mittelmole erhält beim Check-In zwei identische Slipwagenkennungen, eine um sie am Slipwagen zu befestigen und eine, um sich die Nummer zu merken. Ist das Boot im Wasser, bleibt der Aktive beim Boot und die Helfer kümmern sich um den Slipwagen. Nach der Regatta bringen die Helfer dann den Slipwagen zum Segler und dessen Boot.

Ein natürlicher Standortvorteil des Segelreviers sind die kurzen Wege. „Es gibt in Deutschland kein Revier, auf dem der Weg zur Startline für alle Teilnehmer so kurz ist“, erklärt Ramcke. Dazu passt eine Warnemünder Woche mit drei Segelstandorten: der Strand für Kiter und Surfer, die Mittelmole für die Jollenklassen und die Hohe Düne für die Kielboote.

Und so ganz nebenbei stimmt auch das Abendprogramm. Bodenständige Partys für die Aktiven und Ehrenamtlichen, nennt es Ramcke. Doch es gibt keine Großveranstaltung ohne Herausforderungen. So wird an der Mittelmole gebaut. Zehn Millionen werden investiert und sichern eine großartige Zukunft, doch damit einher gehen Probleme in der Gegenwart. Denn die Bauarbeiten werden auch die nächste, die 83. Warnemünder Woche beeinflussen und für logistische Aufgaben sorgen. Dazu sind alle Beteiligten bereits in Gesprächen, um gute Lösungen zu finden.

An Land werden dank des Einsatzes erfahrener Mitarbeiter der Tourismuszentrale größere Schritte gegangen, um die Etmale perfektes Landprogramm und Nachhaltigkeit zu erreichen. „Kein Plastik bei die Fische ist unser Slogan und auch unsere Zielsetzung“, erklärt Fromm. Ein einheitliches Pfandsystem, wie es auf der Hanse Sail 2019 (8.-11 August) schon eingeführt wird, soll es auch 2020 zur Warnemünder Woche geben. Bereits in diesem Jahr wurden die Standbetreiber aufgefordert, ein Pfandsystem einzusetzen. 2020 wird es vereinheitlicht.

Zur Nachhaltigkeit passt auch das Thema Anreise. „Natürlich bringt eine Großveranstaltung wie die Warnemünder Woche ein erhöhtes Verkehrsaufkommen mit sich. Das ist uns bewusst. Wir empfehlen daher allen Besuchern, möglichst davon abzusehen, mit dem Pkw in den Ortskern von Warnemünde zu fahren. Wir haben großzügige Park-and-Ride-Möglichkeiten außerhalb Warnemündes, über die sich die Warnemünder Woche hervorragend erreichen lässt. Aber vor allem die Anreise mit der Bahn ist sehr zu empfehlen. Die Bahn hält mitten in Warnemünde“, setzt Fromm auf die öffentlichen Verkehrsmittel.

Und während die letzten Sieger gerade erst geehrt wurden, laufen bereits die Vorbereitungen für die 83. Warnemünder Woche (4. bis 12. Juli 2020). Die Kontakte zu den Klassenvereinigungen und die Akquise von Meisterschaften brauchen Vorlauf. Mit der Weltmeisterschaft der H-Boote, der Soling Europameisterschaft (auch verbunden mit der Hoffnung auf große Namen und deutsche Olympiasieger in dieser Klasse), der Internationalen Deutschen Meisterschaft der Flying Dutchman, dem Laser Europa Cup sowie der Rund Bornholm sind einige Eckpfeiler gesetzt. „Es wäre nur schön, wenn die Meldemoral besser würde. Natürlich wird man nervös, wenn zwei Wochen vor der Veranstaltung nur 85 Laser gemeldet haben. Die Zahl ist dann in knapp zwei Wochen auf 215 explodiert, aber man wird schon unruhig“, so Ramcke. „Vielleicht können die Aktiven uns mit früherer Meldung den Druck nehmen und so ihren Dank an die Organisatoren ausdrücken“, richtet Ramcke seinen Appell an die Aktiven, damit Qualität auf dem Wasser und an Land auch 2020 wieder stimmen und geplant werden kann.

Betrunkene Donats und Octocoladas spielten am Strand gegeneinander, Seebären paddelten auf dem Alten Strom um die Wette

Das Abschlusswochenende der Warnemünder Woche war nicht nur auf dem Wasser ein sportliches Event, sondern auch an Land. Beim 6. AHOI Beachkubb-Turnier, Beach-Lacrosse-Turnier und Drachenbootfestival konnten die Besucher spannende Wettkämpfe erleben.

Übrigens: Bis zur 100. Warnemünder Woche werden noch fünfmal die Worlds und viermal Olympische Spiele (einschließlich 2040) vergeben. Darauf wies der scheidende Oberbürgermeister Roland Methling hin. Was Rostocks Partnerstadt Aarhus mit den Worlds in allen olympischen Bootsklassen im Vorjahr geschafft habe, könne man sich auch in Warnemünde vorstellen, so Methling zum Abschied.

„Drunken Donats“, „Klotzillas“, „Holzköpfe“, „Kubisten“ und viele weitere Kubb-Teams traten Freitag und Sonnabend in der Sport Beach Arena beim 6. AHOI Beachkubb-Turnier am Warnemünder Strand gegeneinander an. Das Wikingerschach-Turnier hat sich im Laufe der Jahre zu einem beliebten Event unter den Kubbern entwickelt und ist laut Veranstalter Klaus Riedel wie ein großes jährliches Familientreffen. Freitag stand als eine Art Warm-Up ein Einzelturnier auf dem Programm. Dies reichte bis in den Abend hinein und musste wegen Einbruch der Dunkelheit abgebrochen werden. Sonnabend in der Mittagspause wurde das Finale nachgeholt. Es siegte Wolfgang Köhler aus Nordrhein-Westfalen. Gegen 21 Uhr standen am Sonnabend auch die Gewinner des Mannschaftsturniers fest. Auf dem ersten Platz landeten die „Teutonen“ mit Spielern aus Berlin und Nordrhein-Westfalen. Zum Team zählt auch der Gewinner des Einzelturniers. Außerdem standen die „Teutonen“ erst kürzlich bei der Kubb-Europameisterschaft im Halbfinale. Beim 6. AHOI Beachkubb-Turnier Warnemünde war es ein klarer Sieg. Die Mannschaft gewann 2:0 gegen die Berliner Mannschaft „Ich fühl mich Disco“. Bronze ging beim Kubb-Turnier im Sand an das Berliner Team „ILTIS“, was so viel bedeutet wie „Initiative für lustige Teamnamen im Sport“.

Die Kubber teilten sich Sonnabend die Sport Beach Arena mit den Spielern des 6. Strand-Lacrosse-Turniers „LAX at the Beach 2019“. Zwei Tage lang warfen sich von Sonnabend bis Sonntag elf Damen- und vier Herrenteams beim Lacrosse im Sand die Bälle zu und beeindruckten durch schnelle Spielzüge und viel Körpereinsatz. Durch eine Terminüberschneidung mit einem anderen Lacrosse-Turnier meldeten sich diesmal nur wenig Herrenteams an. Deshalb traten die Herren Sonntag lediglich in Gruppen gegeneinander an. Bei den Damen dominierte im Finale am Nachmittag die Mannschaft „MariTeam“ aus Kiel. Für die Kielerinnen war es bereits der dritte Sieg in Folge beim Strand-Lacrosse-Turnier im Rahmen der Warnemünder Woche. „Es war wieder ein richtig tolles Turnier. Da sollten eigentlich noch viel mehr Lacrosser mitmachen. Die Atmosphäre beim Turnier und die Organisation waren wie immer klasse“, sagte die Kapitänin des „MariTeams“ Catharina Uekermann. Die Ränge zwei und drei gingen bei den Damen an die Teams „Hawks Bielefeld“ und die „Hamburg Unicorn Squad“. Im Finale der Herren verwies das „World’s Okayest Team“ den Vorjahressieger „Vanderlaxx“ auf Platz zwei. Bronze holten die „Turbofüchse Jena“. Das Team vom veranstaltenden Verein „Rostock Seals“ musste sich mit dem vierten Rang begnügen.

Während in der Sport Beach Arena um Punkte gekämpft wurde, ging es beim 23. Drachenbootfestival auf dem Alten Strom um Sekunden. Sonnabend liefen die Wettfahrten über 280 Meter, Sonntag wurde auf der Sprintdistanz über 100 Meter um die Wette gepaddelt. Als einziges Rostocker Team standen am Sonnabend die „KfRG Rostocker Seebären“ im Finale der höchsten Leistungsklasse über 280 Meter. Mit einer Zielzeit von 71,24 Sekunden entschieden sie das Rennen für sich. Zweitplatzierte sind die „Uckerdrachen“ vor den „Zoo-Center Dragons“. Die „Rostocker Seebären“ zählten schon vor dem Rennen zu den Favoriten. Zwei- bis fünfmal pro Woche trainieren sie zusammen. Ihr Ziel war es beim 23. Drachenbootfestival bei der Warnemünder Woche ihren Titel von 2017 zu verteidigen. Der Plan ging auf.

Auf der Sprintdistanz siegten in der Klasse der Frauen die „Borussen Woman Fighters“ vor dem Team „RG SVB BB PK L“ und den „KfRG Rostocker Seebären“. In der Kategorie Open siegte „Das Team Schwerin“ vor den „Rostocker Seebären“ und dem Team „Blue Bulls Open“. In der Mixed-Wertung lagen die „Rostocker Seebären“ vor den „Zoo-Center-Dragons“ und der Mannschaft „Hochschulsport Rostock“.

Viel Tradition auf der Bühne am Leuchtturm

„Bühne frei“ für tanzende Trachtengruppen und singende Shantychöre hieß es am Abschlusswochenende der 82. Warnemünder Woche auf der Bühne am Leuchtturm. Das 21. Shanty- und das 19. Trachtentreffen waren ein wahrer Publikumsmagnet.

„Ich bin von Kopf bis Fuß maritim“ sang der Damenchor „Sing Man Tau“ gestern auf der Bühne am Leuchtturm. Bereits zum vierten Mal eröffneten die Warnemünder „Sing man Taus“ das Bühnenprogramm des traditionellen Shantytreffens. Zu ihrem Repertoire zählen Volkslieder, plattdeutsches Liedgut sowie Shantys, in denen es sich um Frauen dreht.

Nach dem Auftritt der Frauen gehörte die Bühne den Männerchören. Beim 21. Shantytreffen dabei waren „De Molenkieker“, der Elbchor Bittkau Grieben, der Lüneburger Shantychor, sowie die Shantychöre Nenndorf, „Luv und Lee“ und „De Klaashahns“. In einem siebeneinhalbstündigen Programm lieferten die Sänger und Sängerinnen ein wahres Feuerwerk an Seemannsliedern ab. Das Highlight der Veranstaltung und zugleich ein sehr emotionaler Moment war das gemeinsame Finale aller Chöre. Zusammen sangen die Gruppen die Lieder „Warnemünde, Warnemünde“, „Wir lagen vor Madagaskar“, „Sierra Madre del Sur“ und „Goodbye my Lover, Goodbye“. Das gemeinsame Singen war der Zuschauermagnet schlechthin. Alle Bänke auf dem Bühnenvorplatz waren voll besetzt, und die Zuschauer standen bis auf die angrenzende Promenade dicht an dicht und schunkelten und sangen mit. „Der Blick auf die Menge bis hin zur Bummelmeile war von der Bühne aus toll. Die Atmosphäre und die Organisation beim Shantytreffen waren wieder super“, schwärmte Wilhelm Witte vom Shantychor Nenndorf. Auch bei den Organisatoren herrschte nach dem Treffen gute Stimmung. „Es war wieder ein Riesenvergnügen. Besser geht es nicht. Alle Mühe im Vorfeld hat sich gelohnt. Für uns ist das Shantytreffen immer ein absoluter Saisonhöhepunkt, und wir freuen uns schon auf das nächste Jahr“, sagte der amtierende Vorsitzende von „De Klaashahns“ Eberhard Trost, dessen Verein das Treffen mitorganisiert.

Nach dem Tag mit traditionellem Liedgut der Seemänner, präsentierten heute elf Trachtengruppen beim 19. Warnemünder Trachtentreffen althergebrachten Trachten und Tänze. Vom Spielmannszug Neuseddin angeführt zogen die Gruppen am Vormittag vom Warnemünder Heimatmuseum entlang am Alten Strom zur Bühne am Leuchtturm. Ein imposantes buntes Bild bot sich den Zuschauern, als sich alle Trachtengruppen auf der Bühne sammelten. Der Spielmannzug Neuseddin eröffnete das Bühnenprogramm musikalisch. Danach spielte die Dudelsackgruppe Clan MacLanboroug Pipes & Drums aus Mecklenburg-Vorpommern, zu der die amtierende Dudelsack-Weltmeisterin gehört. Beim gemeinsamen Tanzen aller Gruppen wurde es danach eng auf der Bühne. Ein Meer von bunten Röcke und bunt bestickten Schürzen bewegte sich im Takt der Musik. Das Trachtentreffen war wieder ein fröhlicher und bunter Hingucker auf der Warnemünder Woche.

„Für uns ist das Wetter perfekt, trocken und nicht zu heiß. Da liegen die Leute nicht alle am Strand, sondern kommen zur Bühne. Und wir kommen beim Tanzen in den mehrlagigen Trachten nicht ins Schwitzen“, sagte die Vorsitzende der Völkshäger Danzgrupp Diana Berlin. Ihre Gruppe ist bei allen 19. Trachtentreffen in Warnemünde dabei gewesen und jedes Mal wieder begeistert davon. Die Tanzgruppe besteht schon seit 36 Jahren und ist im Zuge der 750-Jahr-Feier des Heimatdorfes der Tänzerinnen entstanden. „Damals haben wir für die Feier einen einzigen Tanz einstudiert. Das hat uns so gut gefallen, dass wir einfach weitergetanzt haben“, so Diana Berlin.

Bei Papa Axel in guten Händen

„Axel Ziems? Ja, der ist hier und überall. Guck mal in der Werkstatt oder an der Slip. Hast du schon im Hof nachgesehen?“ Axel ist einer der 300 ehrenamtlichen Helfer auf der 82.Warnemünder Woche. Schon die 50. war „seine“ Woche.

Axel ist tatsächlich „fest und ohne Pause“ – so sagt er es selbst, hier auf der Mittelmole anzutreffen. Nur gut, dass er sein heimatliches Bett nur fünf Minuten entfernt am Alten Strom ab und zu mal besucht. Der 63-jährige kann sich einen Sommer ohne den Stress hier gar nicht vorstellen. Und damit man sich wenigstens kurz in der Familie sieht an diesen Tagen, sind Frau Petra und Tochter Karin neben ihrer täglichen Arbeit als Angestellte in einer Krankenkasse und als Steuerfachangestellte seit langem in das Geschehen mit eingebunden. Beide hissen täglich um 6.00 Uhr die Nationalflaggen und holen diese seemännisch zum Sonnenuntergang ein. Dann bringt Petra Ziems in der Kühltasche auch jeden Abend einen anderen, selbstgebackenen Kuchen mit. „Das hat sich so eingebürgert für die Crew, die auf der Mittelmole hilft. Alle mögen nachmittags mal eine Auszeit bei Kaffee und Kuchen“, sagt die emsige Hobbyseglerin lachend, die sich schon freut, wenn die Familie im August mit ihrem Kielboot „Amara“, für drei Wochen in Urlaub sticht. Für Ehemann Axel geht der Tag ab 6 Uhr nahtlos weiter. Die Slip-Crew wird für den Tag eingewiesen, den Schlauchbooten beim Ablegen geholfen, Wendetonnen, Flaggen, Spieren sortiert und für die unterschiedlichsten Boote bereit gelegt. Eine Woche vorher stellten die zwölf Männer um Axel die Absperrzäune um das Territorium der Wettkampfstätte, sorgten für freie Parkplätze, die dann in der Woche nur mit extra Parkscheinen genutzt werden dürfen, schauten nach dem vollständigen Flaggensortiment und setzten die Sponsoren auf Werbeträgern in Szene. Axel sorgt mit seinem ehrenamtlichen Team des Warnemünder Segelclubs für einen reibungslosen Trailerverkehr an der Slip beim Ein- und Ausschiffen, hält Ersatzteile vorrätig, wenn bei Havarierten zu helfen ist. Viele, viele Kleinigkeiten, ohne die eine reibungslose und attraktive Warnemünder Woche nicht denkbar wäre. „Axel, wir brauchen einen Anker!“ Anette Klett vom Yachtclub Berlin Grünau unterbricht entschuldigend den Treff. „Für unseren Bojenleger – bitte sofort.“ Und ihrem Schlauchbootfahrer ruft sie an der Pier zu: „Bleib ganz ruhig, bei Papa Axel bist du in guten Händen!“ Mehr kann dieses Kompliment eigentlich nicht aussagen. Freundlichkeit, geprägt durch das lange Vertrauensverhältnis zu diesem umtriebigen Platzwart oder Hausmeister oder Mann für alle Fälle, der ruhig aber resolut seinem ehrenamtlichen Job nachgeht damit in seinem Revier nichts und gar nichts ins Tüddern kommt. Übrigens, heute steht Schokoladen-Bananenkuchen mit Schmand auf der Kaffeetafel im Logis…

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