Jean-Michel Lautier ist J/22-Weltmeister


Seit steht heute der neue Weltmeister der J/22 fest. Jean-Michel Lautier überzeugte mit einer starken Leistung an zwei von vier WM-Tagen. An den beiden anderen Tage wurde mangels Wind nicht gesegelt.

Der neue Weltmeister in der Klasse J/22 heißt Jean-Michel Lautier. Die J/22-WM im Rahmen der Warnemünder Woche hatte am 10. Juli mit vier Wettfahrten begonnen, die Lautier und seine beiden Mitsegler Guiseppe D’Aquino und Denis Neves alle mit einem ersten Platz abschlossen. Am zweiten WM-Tag wurden bei leichtem Wind um die acht Knoten drei Wettfahrten absolviert, von denen Lautier erneut zwei für sich entscheiden konnte. Ein geteilter sechster Platz wurde zu seinem Streichergebnis. Gestern und heute konnte aufgrund des wenigen Winds dann kein weiterer Lauf gesegelt werden. Der Franzose Lautier, der unter niederländischer Flagge startete, wurde bereits 2015 in Travemünde und 2017 in Scheveningen Vizeweltmeister – nun folgte also die Krönung mit dem WM-Titel in Warnemünde. Das Siegerboot des Weltmeisters ist bereits 22 Jahre alt, was in vielen Klassen als veraltet gelten würde. Anders bei den J/22: „Wir nennen unser Boot „die alte Dame“. Sie ist trotzdem immer noch recht konkurrenzfähig“, sagte der frischgebackene Weltmeister Lautier lachend. „Das macht die Klasse auch so spannend. Die Boote sind sehr robust und simpel. Hier kommt es nicht darauf an, wer das neueste Material hat.“ Insgesamt waren Lautier und seine Mitsegler sehr zufrieden mit der Veranstaltung. „Es war wunderschön hier in Warnemünde. Wir hatten tolles Wetter, nicht immer den besten Wind, aber wir haben trotzdem sieben Rennen geschafft. Von dieser Regatta werden wir noch unseren Enkeln erzählen.“ Vizeweltmeister wurde Reiner Brockerhoff aus dem Duisburger Yacht-Club. Der WM-Fünfte von 2017 segelte mit seiner französischen Crew unter französischer Flagge. Auf Platz drei beendete Johan Koppernaes aus Kanada die Veranstaltung. Der Kieler Martin Menzner belegte Rang Vier, wie schon einmal bei der J/22-Weltmeisterschaft 2015 in Travemünde. „Es war Pech, dass wir nur zwei Tage der vier WM-Tage segeln konnten, aber an den beiden Tagen war es ganz gut durchmischt“, sagte Menzner nach der Siergerehrung. Dirk Jan Verdoorn aus den Niederlanden wurde Fünfter, gefolgt von Mike Farrington von den Caymaninseln auf Platz sechs. Der Warnemünder Mathias Rieck, der für den Norddeutschen Regatta Verein an den Start ging, wurde Siebter.

Die Wartezeit heute auf dem Wasser war für die Klasse kein Problem. Im Gegenteil: Die Stimmung unter den Seglern war so gut, dass sie die Zwangspause zum Baden in der Ostsee nutzten. Die Siegerehrung am Abend fand im Beisein Mona Küppers, der Präsidentin des Deutschen Segler-Verbands, statt, die in ihrem Grußwort den hohen Stellenwert der Warnemünder Woche als drittgrößte Segelveranstaltung Deutschlands hervorhob. Peter Ramcke, der Sportdirektor war sehr zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung: „Wir haben wieder gezeigt, dass wir ein solch hochklassiges Event wie die J/22-Weltmeisterschaft mit ganz viel Charme auf die Beine stellen können.“ Insgesamt waren 31 Crews aus sechs Nationen in Warnemünde zur J/22-WM zu Gast. Das größte Kontingent kam mit 17 Booten aus Deutschland, gefolgt von den Niederlanden mit zehn Booten.

Endergebnis J/22-Weltmeisterschaft (Top 10):

1. Jean-Michel Lautier (WVB) – NED 1273: 1, 1, 1, 1, (6.5), 1, 1
2. Reiner Brockerhoff (DUYC) – FRA 1444: 4, 2, 3, (5), 1, 2, 3,
3. Johan Koppernaes (NSC) – CAN 1644: 2, 4, (9), 3, 4, 4, 4
4. Martin Menzner (KYC) – GER 1327: 6, 5, 2, (14), 2, 3, 11
5. Dirk Jan Verdoorn (WVL) – NED 1295: 7, 8, 5, 6, 11, 10, (12)
7. Mathias Rieck (NRV) – GER 1450: 10.5, 3, 13, 7.5, 3, 11, (21)
8. Bram Verwijs (RSZV) – NED 1223: 9, 7, 6, 2, 9, (17.5), 17
9. Daniel Lötzbeyer (SCPS) – GER 1497: (19), 11, 12, 12, 6.5, 6, 9
10. Rudi Mayr (UYCWg) – AUT 1680: 14, 9, (16), 16, 8, 5, 6

Endergebnis Dyas

Andreas Romanowsky und Marlon Zilch haben die Ranglistenregatta der Klasse Dyas gewonnen. Insgesamt waren zehn der Zweimann-Kielboote in vier Wettfahrten an den Start gegangen. Romanowsky/Zilch starteten am ersten Tag mit zwei ersten Plätzen in die Regatta. Am zweiten Tag fielen die Wettfahrten wegen Flaute aus. Heute, am dritten Tag, wurden nach anfänglicher Startverschiebung noch einmal zwei Läufe bei leichtem Wind gesegelt, die die Crew vom SC Gothia Berlin mit zwei zweiten Plätzen beendete. Mit insgesamt drei Punkten Abstand folgen im Klassement auf Rang zwei Jens Leicher und Rainer Kremkow vom Yacht-Club Rhein-Mosel. Die Crew aus Koblenz beendete die Regatta mit zwei dritten, einem ersten und einem zweiten Platz.

Endergebnis Dyas (Top 3):

1. Andreas Romanowsky/Marlon Zilch (SCG): 1, 1, 2, 2
2. Jens Leicher/Rainer Kremkow (YCRM): 3, 2, 1, 3
3. Dyas Eckhard Meyer/Andre Dekker (KSCH): 2, 6, 6, 1

Endergebnis First 18

Nach insgesamt fünf Wettfahrten verabschiedeten sich heute die First 18 von der Warnemünder Woche. Steuermann Thomas Jungbluth und seine Crew vom Segelverein Weser aus Bremen gingen als Sieger aus der Regatta hervor. Drei zweite Plätze am ersten Tag, von denen einer gestrichen wurde, gefolgt von zwei ersten Plätzen am heutigen Tag brachten den Sieg in der Kielbootklasse. Wolfgang Gutacker und Hajo Hensel wurden Zweite im Feld der 13 Boote.

Die Klasse First 18 trägt ihren Namen noch nicht lange, was aktuell gelegentlich zu Verwirrungen führt. Die französische Werft Beneteau hatte vor einem Jahr die slowenische Werft Seascape übernommen und anschließend in die bestehende First-Baureihe der Werft eingegliedert. So wurde aus der Seascape 18 die First 18.

Endergebnis First 18 (Top 3):

1. Thomas Jungblut (SVW): (2), 2, 2, 1, 1
2. Wolfgang Gutacker (ROYC): (3), 3, 1, 2, 2
3. Tobias Rieger (SCS): 1, (5), 4, 3, 3

Laser Europa Cup: Tag 3

Am zweiten Samstag der Warnemünder Woche konnte wieder gesegelt werden. Nach einem Tag ohne Wind, ging der Laser Europa Cup in seinen dritten Regattatag. Alle Laser-Klassen segelten heute jeweils zwei Wettfahrten.

Bei den Laser Radial Men wurden die Top-Positionen leicht durchmischt. Der Deutsche Maximilian Behrens sprang auf den ersten Platz und verdrängte den Ukrainer Oskar Madonich, der jetzt auf dem dritten Platz liegt. Anton Nikolai Loeck hielt seinen zweiten Platz. Bei den Laser Radial Women gab es in den Top-Drei keine Veränderungen. Lena Haverland blieb auf Platz zwei, Laura Schewe auf dem dritten Rang. Die Führung hat weiterhin die Norwegerin Caroline Rosmo inne. Die Warnemünderin Hannah Anderssohn segelte heute einen zehnten Platz, beendete aber den zweiten Lauf des Tages nicht. Sie liegt momentan auf dem 18. Rang des 32 Starterinnen starken Feld.

Das Feld der 71 Laser 4.7 wird vom Niederländer Ties Wijbinga angeführt, gefolgt vom Kieler Ole Schweckendieck und der Schweizerin Anja von Allmen.

An der Spitze des 47 Starter starken Laser-Standard-Felds liefern sich der Norweger Uffe Tomasgaard und Maksim Dziahel aus Weißrussland ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Tomasgaard hat heute von Dziahel die Führung übernommen. Die beiden trennen lediglich zwei Punkte.

Der erste internationale Team-Wettbewerb Nations Cup war ein Erfolg

Teamwork statt Alleingang war beim Nations Cup der Raceboarder gefragt. Es war der erste internationale Team-Wettbewerb der Raceboarder. Ein Versuch, der bei den Windsurfern gut ankam und eventuell bald offiziell bei den Weltmeisterschaften mitausgetragen werden soll.

Nachdem die Raceboard-Weltmeisterschaft Donnerstag erfolgreich zu Ende gegangen war, begann gleich am Folgetag die Team-Regatta Nations Cup. Gut ein Drittel der WM-Teilnehmer beschloss, sich nach der Meisterschaft noch im Teamwork zu versuchen. Wer nicht genug Landsmänner für ein Team fand, durfte sich auch mit anderen Nationen zusammenschließen, damit eine Mannschaft zustande kam. So fand im Rahmen des Wettkampfs sogar die Wiedervereinigung von Tschechien und der Slowakei statt, indem sich Windsurfer aus beiden Ländern zusammentaten. Auch ein finnisch-australisches Team war mit von der Partie sowie ein Zusammenschluss von den USA und Argentinien. Am ersten Wettbewerbstag ließ der Wind die Raceboarder im Stich, und es kamen keine Rennen zustande. Und auch heute Morgen war es um den Wind eher schlecht bestellt. Doch zum Glück frischte es gen Mittag etwas auf. So konnten die Raceboarder noch die drei Wettfahrten starten, die für eine Wertung nötig waren. Die Organisatoren atmeten auf.

Insgesamt 37 Windsurfer nahmen am ersten Nations Cup teil. Zwei Teams gingen in der Juniorenklasse an den Start sowie jeweils drei in den Kategorien Mixed, Master, Men. Für viele internationale Windsurfer war es eine neue Erfahrung im Team anzutreten, da es nur in wenigen Ländern ein mit der Raceboard-Bundesliga vergleichbares System gibt. „Wir wollten den Fahrern zeigen, wie es ist, gemeinsam mit einem Team eine Regatta zu fahren. Die Resonanz bei den Teilnehmern war gut, und es waren sehr spannende Rennen. Vom Start bis zum Ziel wurde hart taktiert“, erzählte der deutsche Fahrersprecher Matthias Reimann.

Der Klassenpräsident der Raceboarder Thomas Michaelis freute sich, dass der erste Versuch eines Team-Wettbewerbs so gut bei den Windsurfern ankam. Diesmal ging es bei dem Nations Cup noch um einen inoffiziellen Weltmeistertitel, bei dem auch nationengemischte Team zugelassen wurden. Aber Michaelis hofft, den Nations Cup schon bald mit einer offiziellen Wertung etablieren zu können.

Ergebnisse:

Junior: 1. Deutschland, 2. Spanien
Mixed: 1. Tschechien + Slowakei, 2. Deutschland, 3. Finnland + Australien
Master: 1. Polen, 2. Deutschland, 3. Deutschland
Men: 1. Deutschland, 2. Spanien, 3. USA + Argentinien

Was sonst auf den Bahnen passierte

Der achte Warnemünder-Woche-Tag begann heute, wie der vorherige geendet hatte: mit Flaute. Das Wetterbriefing am Morgen versprach allerdings die Chance auf leichten, aber konstanten Wind ab dem frühen Nachmittag. Und tatsächlich, vielleicht Dank Sportdirektor Peter Ramckes Gebete um Wind, vielleicht auch einfach nur aufgrund der Thermik: Am Nachmittag kam Wind.

Die gestern angereisten Jollen-Klassen Finn, 420er und Korsare konnten heute auf der gemeinsamen Bahn Delta zwei Wettfahrten segeln. Auch die Dickschiffe standen heute wieder auf dem Programm der Warnemünder Woche. Heute allerdings nicht als Langstrecke, wie im ersten Teil der Warnemünder Woche, sondern mit Up & Down-Wettfahrten. Drei Läufe wurden von den 17 Yachten in den Gruppen ORC und Yardstick absolviert. In der ORC-Gesamtwertung führt Thoralf Wigger mit seiner X-35 „Intoxicated“. Morgen sollen noch einmal zwei Starts folgen. Die 14 H-Boote schafften heute, trotz des leichten Winds, sogar vier Wettfahrten. In Führung liegt die Crew um Peter Zauner aus dem Yacht-Club Seeshaupt.

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