Der Startschuss für die Raceboard-Weltmeisterschaft ist gefallen


Mit einem Tag Verspätung aufgrund starken Windes starteten die Rennen der Weltmeisterschaft der Raceboarder am Montag. Nach drei absolvierten Wettfahrten führten die Finnin Aleksandra Blinnikka bei den Damen, der Pole Maksymilian Wojcik bei den Herren sowie der Spanier Ferran Jurado Besa bei den Junioren.

Grund für den späteren Start der Wettfahrten war der extreme Shorebreak am Sonntag, wie im Surfer-Jargon das Wellenbrechen genannt wird, bei dem die Wellen im flachen Wasser in Ufernähe sehr kurz brechen. Die langen Raceboards mit großen Segeln sind nicht für derartige Wellenbedingungen ausgelegt. Das Durchqueren des Shorebreaks auf dem Weg zur Regattabahn stellte die Windsurfer vor Schwierigkeiten. Am Montag sahen die Bedingungen auf dem Wasser vor dem Warnemünder Strand zunächst unverändert aus. Der Shorebreak verkleinerte sich erst im Laufe des Tages, so dass am Nachmittag die ersten Rennen der Weltmeisterschaft gestartet werden konnten.

Bei einer Dünung von knapp zwei Metern Wellenhöhe auf der Regattabahn absolvierten die Teilnehmer der Raceboard-WM drei Rennen in Folge. „Es war anspruchsvoll zu fahren, und das Feld zog sich schnell weit auseinander, aber es hat Spaß gemacht“, sagte Fabian Grundmann aus Laboe bei Kiel, der zu den Favoriten der Weltmeisterschaft zählt und von seinem Heimatrevier stärkere Wind- und Wellenbedingungen gewöhnt ist. Für Grundmann lief der erste Regattatag planmäßig. „Ich bin nach den drei Rennen mit Platz acht genau da, wo ich hin wollte: in den Top Ten“, resümierte er. Das Feld führt nach dem ersten Wettfahrttag der Pole Maksymilian Wojcik vor den Spaniern Alexander Buchau und Toni Colomar Torres an.

Bei den Damen wurde die Finnin Aleksandra Blinnikka ihrer Favoritenrolle gerecht. Sie liegt momentan auf Platz eins vor der Tschechin Jana Slivova und der Polin Maria Jopyk-Misiak. Die Plätze eins bis drei bei den Junioren belegen die Spanier Ferran Jurado Besa und Guillem Segu Gira vor Richard Sprenger aus Deutschland.

Der Raceboard-Klassenpräsident und Mitorganisator der Raceboard- Weltmeisterschaft Thomas Michaelis war zufrieden mit dem Wettfahrttag. „Die Bedingungen draußen auf der Bahn waren gut. Es war definitiv die richtige Entscheidung, am Nachmittag doch die Rennen zu starten“, sagte er.

Jan Kurfeld gewinnt bei den OK-Jollen

Der Wismarer Jan Kurfeld hat mit fünf ersten Plätzen in fünf Läufen die 82. Warnemünder Woche bei den OK-Jollen gewonnen. Die OKs hatten am heutigen Montag zwei weitere Wettfahrten durchbekommen, nachdem gestern aufgrund des starken Windes nicht gesegelt werden konnte. Den zweiten Platz belegt der Neuseeländer Greg Wilcox, der in der fünften Wettfahrt nicht mehr angetreten war. Der Gesamtsieg war für ihn nicht mehr in Reichweite, der zweite Platz konnte ihm nicht mehr strittig gemacht werden. Dritter wurde Jan-Dietmar Dellas. Insgesamt waren 17 OK-Jollen angetreten.

Endergebnis OK-Jollen:

1. Jan Kurfeld (GER 18): (1.) 1, 1, 1, 1
2. Greg Wilcox (NZL 595): 3, 2, 2, 3, (DNC)
3. Jan-Dietmar Dellas (GER 81): (10), 5, 3, 4, 2
4. Martin V. Zimmermann (GER 803): (6), 4, 5, 2, 3
5. Wolfgang Höfener; (GER 3): 4, 3, (7), 5, 4

Piraten verabschieden sich aus Warnemünde

Bei den Piraten haben die amtierenden Deutschen Meister Svenja Thoroe und Karsten Bredt gewonnen. Mit einer Serie von drei ersten Plätzen am Samstag und einem dritten Platz heute, am Montag, war ihnen der Sieg nicht mehr von den zweitplatzierten Frieder Billerbeck/Julius Raithel zu nehmen. Die Piraten segelten heute noch zwei Wettfahrten. Im letzten Lauf gingen lediglich vier der am Samstag gestarteten 19 Boote an den Start.

Endergebnis Piraten:

1. Svenja Thoroe/Karsten Bredt; (GER 4492): 1,0 1,0 1,0 3,0 (DNC)
2. Frieder Billerbeck/Julius Raithel (GER 4418): (6,0) 6, 2, 1, 1
3. Daniel Salewski/Patrick Schutte (GER 4352): 3, 2, (9,0) 7, 2
4. Bernd Höft/Marc Helms (GER 4433): 2, 3, 5, 4, (DNC)
5. Peter Anders/Peter Bark; (GER 4434): 5, 5, 7, 5, (DNC)

Der Kleinste mit dem größten Segel und der weitesten Anreise: der Raceboarder Han Kim aus Südkorea

Mit weißen Schaumkronen rollen die Wellen auf den Warnemünder Strand an der Sport Beach Arena zu. Voller Respekt schaut Han Kim auf das Meer. „Ich hoffe, wir müssen da heute nicht raus“, sagt der Koreaner. Er ist einer der rund 110 Teilnehmer der Raceboard Weltmeisterschaft und aus seiner Heimat, wie viele seiner Mitstreiter, eher Leichtwindbedingungen gewöhnt.

Für Han Kim bedeutet die WM-Teilnahme gleich zwei Premieren: Es ist seine erste internationale Regatta und gleichzeitig sein erster Europaaufenthalt. „Ich habe erst vor zwei Jahren mit dem Windsurfen begonnen, war aber bereits Champion in Korea. Hier sind die Bedingungen für mich hart, weil ich es gewohnt bin, bei wenig Wind und kaum Welle zu surfen. Ich bin hier gefühlt der kleinste Fahrer mit dem größten Segel“, erklärt der 28-Jährige. Tongyeong lautet der Name seines Heimatwindsurfreviers an der Südküste Südkoreas. Von seinem Wohnsitz in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul ist der Spot etliche Stunden Autofahrt entfernt. An der Raceboard-Klasse gefällt Kim die Tatsache, dass dabei nicht ausschließlich physische Kraft, sondern viel taktisches Geschick gefragt ist. „Alter spielt beim Raceboarden deshalb kaum eine Rolle. Auch ältere Fahrer können problemlos gegen junge gewinnen. Außerdem brauchen wir zum Windsurfen nur wenig Wind und können so sehr häufig trainieren“, sagt der Koreaner, der beruflich in der Finanzbranche zu Hause ist.

Der Windsurfmarkt selbst sei in Korea deutlich kleiner als in Deutschland, das Raceboarden dagegen deutlich verbreiteter als hierzulande. „In Korea ist jede Racebord-Regatta so groß wie hier die WM“, sagt Han Kim ein wenig stolz. Teilweise würde der Staat in seiner Heimat den Windsurfsport finanziell unterstützen, so dass auch Jugendliche ohne reiche Eltern das Surfen erlernen können.

28 Stunden Anreise hat der Koreaner für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Kauf genommen. Im Gepäck hatte er als Ausrüstung nur seinen Neoprenanzug und das Trapez. Ein Brett und Segel hat er sich für die WM geliehen, weil der Transport zu umständlich gewesen wäre. Hätte er geahnt, wie kalt es hier im Sommer sein kann, hätte er dickere Kleidung mitgenommen, sagt er.

Bevor er nach Warnemünde gekommen ist, hat er einen Zwischenstopp in Norwegen bei einem Facebookfreund aus Raceboard-Kreisen eingelegt. „Ein wunderschönes Land – viel Natur und Hirsche auf der Straße“, erzählt er begeistert. Aber auch Deutschland gefalle ihm sehr. „Die Menschen hier sind sehr freundlich, aber alle ziemlich groß“, hat Han Kim festgestellt. Ein bisschen enttäuscht sei er von den weltweit bekannten Frankfurter Würstchen, umso besser schmecke aber das deutsche Bier. „Essen zu gehen ist in Deutschland so viel billiger in Korea“, staunt Kim.

Direkt nach der Weltmeisterschaft macht sich Han Kim wieder auf den Weg nach Korea, weil die Arbeit ruft. Er hofft jedoch, vorher in Warnemünde noch ein paar spannende Rennen mit dem Raceboard zu fahren. „Aber drück die Daumen dass ich nicht mehr heute aufs Wasser muss, sondern erst bei weniger Wind“, sagt er mit einem Blick auf die Wellen. Es ist ein Wunsch, der nicht in Erfüllung gehen sollte: Am Montagnachmittag wurden die ersten Rennen gestartet, aber Kim meisterte die Herausforderung entgegen seiner Befürchtungen problemlos.

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