Auf dem Empfang des Oberbürgermeisters wurde das neue Warnemünder-Woche-Plakat enthüllt


Auf einer Welle in den Farben des Rostocker Wappens segeln die Boote auf dem Plakat für die 83. Warnemünder Woche. Beim Empfang des Oberbürgermeisters wurde das Signet gestern feierlich im Beisein des Designers Pepe Hartmann enthüllt. Oberbürgermeister Roland Methling wurde bei der Veranstaltung für seine Verdienste am Segelsport geehrt.

Der Segler-Verband Mecklenburg-Vorpommern nutzte den Oberbürgermeister-Empfang bei der Warnemünder Woche am Donnerstag, um dem scheidenden Oberbürgermeister der Hanse- und Universitätsstadt Rostock Roland Methling für sein Engagement für den Segelsport zu danken und ihm die Goldene Ehrennadel des Verbandes zu verleihen. „Es war Roland Methling, der die „Hanse Sail“, das nun schon traditionelle Treffen von Groß- und Traditionsseglern, zu einer der größten maritimen Veranstaltungen in Europa und der Welt entwickelte“, sagte der Vorsitzende des Segler-Verbandes Mecklenburg-Vorpommern. Außerdem lobte er, dass Methling sich für die Schaffung von hauptamtlichen Stadttrainerstellen eingesetzt hat und dadurch den Segelsport entscheidend gefördert hat.

Einem weiteren Programmpunkt beim Empfang des Oberbürgermeisters wird immer mit Spannung entgegengesehen: der Enthüllung des Warnemünder-Woche-Plakats für das Folgejahr. Seit 1997 entwirft der Hamburger Designer und Fotograf das Plakat für die Segelgroßveranstaltung. Den Segelsport präsentiert er beim neuesten Exemplar in den Farben der Stadt Rostock. Wie im Wappen der Hansestadt erstrahlt das Plakat in rot, weiß, blau mit einem gelben Akzent. Gelb leuchtet das Segel eines der drei dargestellten Segelboote. „Die Boote stehen für die verschiedenen Bootsklassen bei der Warnemünder Woche“, sagt Hartmann. Als breites Wellenband ziehen sich die Stadtfarben in der gleichen Anordnung wie im Stadtwappen über das Plakat.

Schnelle Ballwechsel in der Sport Beach Arena, Drachenboote und maritime Klänge – das zweite Wochenende der Warnemünder Woche wird bunt

Die Rockmusik des Open Air Festivals „Rauch auf dem Wasser“ wird am Sonnabend beim Shantytreffen von maritimen Liedern abgelöst. Sportliche Highlights locken die Besucher der Warnemünder Woche zum Drachenbootrennen an den Alten Strom und zu den Turnieren im Beachkubb und Strand-Lacrosse in die Sport Beach Arena.

Das „Open Air am Meer – Rauch auf dem Wasser XV“ zog am Donnerstag zahlreiche Musikfans zur Bühne am Leuchtturm. Bei dem rund sechs Stunden langen Festival gaben sich Rockmusiker aus der Region die Klinke in die Hand und begeisterten die Zuhörer. Als letzte Band des Abends rockte „Bad Penny“ die Bühne und brachte die Menge mit irischen und keltischen Klängen zum Tanzen. Mit einem Song von Jimi Hendrix ließ die Rostocker Musikgruppe das Konzert ausklingen. Der Festival-Organisator Andreas Buhse vom Warnemünder Schallplattencafé Cooast war sehr zufrieden mit der Musikveranstaltung: „Es passte alles. Das Wetter war perfekt und die Stimmung schon ab dem Nachmittag sehr gut. Von Anfang an waren viele Besucher da. Für mich ist das Festival jedes Jahr das Highlight des Warnemünder Rocks.“ Dass gegen Abend die Siegerehrung der Raceboard-Weltmeisterschaft in das Festival-Programm eingebettet war, störte Buhse nicht im Geringsten, im Gegenteil. „Man darf nicht vergessen, dass die Warnemünder Woche in erster Linie eine Segelgroßveranstaltung ist. Das Festival war ein guter Rahmen für die Siegerehrung“, so der Musikfan.

Bevor am Freitagabend die beliebte Sommerparty auf der Bühne am Leuchtturm startet, singt als kleine Einstimmung auf das morgige 21. Shantytreffen der Warnemünder Shantychor „De Klaashahns“ heute von 15 bis 16 Uhr auf der Bühne Seemannslieder. Von 17 bis 19 Uhr spielt im Anschluss der Musiker Tom Sänger mit „Voice to Music“. Der Startschuss für die Sommerparty mit der Berliner Coverband Bos Taurus fällt um 20 Uhr. Mit handverlesenen Songs von Peter Fox, Tina Turner, Rihanna, Bruno Mars und Katy Perry bis hin zu Adele, den Backstreet Boys, Udo Lindenberg oder auch rockig von Billy Idol oder AC/DC bringt die fünfköpfige Band die Besucher der 82. Warnemünder Woche zum Tanzen.

Ein volles Landprogramm erwartet die Besucher am Sonnabend. Bereits um 8 Uhr starten in der Sport Beach Arena am Warnemünder Strand das 6. Strand-Lacrosse-Turnier „LAX at the Beach 2019“ und das 6. AHOI Beachkubb-Turnier im Wikingerschach. Gespielt wird bei beiden Wettbewerben bis circa 18 Uhr.

Ein weiteres sportliches Highlight läuft von 9 bis 18 Uhr im südlichen Bereich des Alten Stroms: Das 23. Drachenbootfestival Warnemünde. In sechs Wertungsklassen paddeln die Teilnehmer dabei auf drei Bahnen um die Wette, angefeuert von rhythmischen Trommelschlägen. Je nach Klasse variiert die zu absolvierende Bahnlänge zwischen 100 und 280 Metern. Rund 45 Teams werden bei dem Drachenbootrennen auf dem Alten Strom, das der LT-Club Rostock in Zusammenarbeit mit dem Sportverein Breitling e.V. Rostock organisiert, antreten. Die Teams gehen in den Klassen „Mixed“, „Ladies“ und „Open“ an den Start.

Auch für Musikfreunde hält das Landprogramm am Sonnabend ein traditionelles Highlight parat: das vom Warnemünde Verein veranstaltete 21. Shantytreffen auf der Bühne am Leuchtturm von 10 bis 17.30 Uhr. Für das Programm hat der örtliche Shantychor „De Klaashahns“ sechs andere Chöre ausgewählt und nach Warnemünde eingeladen. Es singen der Warnemünder Damenchor „SingManTau“ sowie die Shantychöre „Nenndorf“, „De Molenkiker“, „Luv un Lee“, der „Elbchor Bittkau-Grieben“ und der „Lüneburger Shantychor“ und natürlich auch „De Klaashahns“ selbst. Beim Finale des Shantytreffens von 16.55 bis 17.30 Uhr präsentieren alle Chöre gemeinsam vier Lieder. Mit dabei ist auch die inoffizielle Hymne des Ortes „Warnemünde, Warnemünde“ und der bekannte Shanty „Wir lagen vor Madagaskar“. Moderiert wird das Treffen der Chöre von Peter Kasanowski.

Was wäre wenn…

… die Warnemünder Woche ohne die über 300 ehrenamtlichen Helfer und ohne die Unterstützung der zahleichen Partner auskommen müsste? Man stelle sich vor, wie ein Tag dann wohl aussehen könnte: Eine eher erschreckende Vorstellung.

Es ist morgens, die Sonne scheint und wir haben beste Segelbedingungen auf der Ostsee vor Warnemünde. Am Straßenrand liegen überall Segler, da die Deutsche Marine ihren Standort leider nicht zum Campen zur Verfügung gestellt hat. Auch das Rostocker Wohnungsunternehmen WIRO stellt keine Campingflächen und so muss der Asphalt als Matratze ausreichen. Eventuell wäre die Zuschauertribüne im ehemaligen Fährbecken ja noch gemütlich gewesen, aber die können wir nicht entdecken. Der WIRO-Sporttag wird bestimmt auch ausfallen. So langsam kommen die Sportler in die Gänge und es zeigt sich das nächste Problem: Der Caterer w. Holz GmbH ist nicht da und das Frühstück muss ausfallen. Auch die legendäre Helferparty wird wohl nicht stattfinden, sie wurde ja von ihnen gesponsert. Na ja, da fast gar keine ehrenamtlichen Helfer da sind, wird es sicher nur wenig Aufregung geben. Mit leerem Magen geht es weiter in den Yachthafen Mittelmole, wo sich die Boote übereinander stapeln. Alles ist komplett überfüllt, denn die Yachthafenresidenz Hohe Düne ist mit ihrem Hafen nicht Teil der Warnemünder Woche. Irgendwie schaffen es dann doch ein paar Boote auf das traumhafte Segelrevier und sind bereit für den ersten Start. Aber wo ist die Wettfahrtleitung? Die Jury? Tonnenleger? Was ist mit der Wasserwacht? Ohne all die Begleitboote ist es immerhin idyllisch ruhig auf dem Meer. Aber von Regatta kann wohl keine Rede sein. Nach ein paar Stunden müssen alle schnell wieder zurück in den Hafen, die Sonne brennt ganz schön und die Kosmetikfirma Naturfreunde MV hatte keine Sanddorn-Sonnencreme mehr übrig. Da wäre ja nun ein Rostocker Pils der hanseatischen Brauerei genau das richtige. Oder vielleicht auch eine leckere Limo von Güstrower Schlossquell? Nein, das gibt’s nicht, alle sind nicht nur hungrig, sondern dürsten sich in den Nachmittag. Die ersten Segler haben auch schon Kreislaufprobleme, da sollte sich auf jeden Fall einer der Helfer kümmern. Aber wer überhaupt hilft, ist nicht erkenntlich. Die Crew Shirts und Base Caps konnten wegen finanzieller Engpässe nicht bestellt werden, normalerweise war die Berliner Messe Boot & Fun da immer sehr großzügig. Auf der Suche nach Hilfe stolpern wir über hunderte Bootstrailer und verletzen uns. Das sollte sich wohl besser ein Arzt angucken. Aber vom Mobilitätspartner Audi Zentrum Rostock gab es keine Autos gestellt, um den Weg zum Krankenhaus zu ermöglichen. So erklärt sich uns auch, warum keiner die Trailer auf den dafür vorgesehenen Abstellplatz gezogen hat. Durch andere Besucher erfahren wir, dass es wohl auf der Bühne am Leuchtturm gleich eine Siegerehrung geben wird. Das klingt ja nicht schlecht, aber zuerst wollen wir noch ein wenig mit Booten Probe fahren. Wir hatten gelesen, dass Bauhaus Nautic diesen Service kostenlos anbietet, aber das war dann auch nur eine Zeitungsente. Nun gut, dann doch direkt zur Bühne. Jedoch kann man von Ehrung der sportlichen Leistung nicht sprechen, es fehlt an Pokalen, Medaillen und allen Sachpreisen, die nicht wie üblich vom Yachtausrüster A.W. Niemeyer gesponsert sind. Völlig erledigt vom Tag und ohne berauschende Eindrücke geben wir auf und… wachen auf. Der Alptraum hat ein Ende!

Glücklicherweise ist dieses Szenario reine Fiktion. Matthias Fromm, Tourismusdirektor von Rostock und Warnemünde ist dankbar: „Die Warnemünder Woche kann auf zahlreiche ehrenamtliche Helfer auf dem Wasser und an Land zählen. Dank ihnen gelingt uns jedes Jahr ein unvergleichliches und vielschichtiges Event mit großer Strahlkraft in die ganze Welt.“ Über die vielen Unterstützer der Warnemünder Woche freut sich auch der Chairman Ralf Bergel: „Es ist wunderbar, so treue und langjährige Partner an unserer Seite zu haben. Natürlich sind wir auch den neuen Sponsoren dankbar. Sie ermöglichen ein professionelles Programm mit hochkarätigem Segelsport.“ Ob finanzielle oder materielle Hilfe oder persönliches Engagement.

Die Warnemünder Woche sagt: Danke!

Paul ist „Shuttle-Paule“

Wenige kennen Paul Ruchhöft. Aber alle zwischen Mittelmole und Hohe Düne wissen, wer „Shuttle-Paule“ ist und wo sie ihn finden können. Er ist Kurierfahrer, Abschlepper, Helfer zum Einparken und vieles mehr, wozu vierrädrige Fahrzeuge auch bei einer Segelveranstaltung nötig sind. Er jongliert mit 300 Pferdestärken ebenso souverän, wie mit 78 PS in seiner ganz persönlichen Urlaubs-Freizeit.

Von 300 PS auf 78 Pferdestärken umzusteigen, macht „unserem“ Shuttle Paule besonderen Spaß. Mit 300 PS gibt er mit dem vom Audi Zentrum Rostock zur Verfügung gestellten Audi Q8 Gas, um während der Warnemünder Woche rund um die Uhr dem Organisationsteam zur Verfügung zu stehen. Trailer zur Slip, von der Slip und dann zum „Trailerplatz“ zu ziehen, kleine und große Erledigungen zwischen Warnemünde und Rostock zu übernehmen – auch den Bierwagen aufzufüllen auf der Hohen Düne mit Fässern des guten Rostockers – kurz, es gibt so viele Kleinigkeiten, wo Autos neben den über tausend Segelschiffen unbedingt vonnöten sind, um den reibungslosen Ablauf der Warnemünder Woche auch im 82. Jahr des Bestehens wie immer zum Erfolg zu führen. Der 28-jährige Paul Ruchhöft, den jeder hier inzwischen nur als Shuttle-Paule kennt, ist durch und durch Segler. „Deshalb durfte ich auch schon mit 16 Jahren anfangen, Tonnen zu legen“ Ich war ganz stolz, mit dem Schlauchboot auf See zu sein, denn ich wusste ja, wie wichtig exakte Regattaführung ist.“ Beim Seglerverein Turbine Rostock wuchsen dem damaligen Knirps seine Seebeine. Heute liegen ihm als 1.Vorsitzenden im dortigen Vorstand besonders die Anliegen für den Kinder-und Jugendbereich am Herzen. Auch im Rostocker Segelverein Citybootshafen brachte er im Ehrenamt Mädchen und Jungen das seemännische Alphabet bei. Die Freude und Begeisterung verbirgt der 28-jährige nicht, dass in diesem Jahr einer seiner ehemaligen Jungs Mitglied der schnellsten Crew bei der Langstreckenregatta „Rund Bornholm“ war: Konrad Nehrenberg auf dem Ex-Volvo-Ocean-Racer „OSPA“.

„Eigentlich bist du doch voll ausgelastet?“ ist die Frage des Reporters. „Eigentlich!“ so die Antwort des jungen Mannes, der inzwischen seinen Spitznamen „Shuttle-Paule“ als Auszeichnung betrachtet. „Segeln in Rostock ist ja nicht nur Sache eines einzelnen Vereins, des Warnemünder Segel-Clubs. Ich opfere auch nicht meine Urlaubstage, sondern warte Jahr um Jahr sehnlichst auf diese Woche.“ Die Sache mit dem Namen, hatte sich eingebürgert, als Paul Ruchhöft schon mit dem ihm als Jugendlichen anvertrauten Schlauchboot pünktlich und immer zur Stelle war, wenn er angefordert wurde und umsichtig alle Probleme zur vollen Zufriedenheit der großen Seglerfamilie löste. Wenig später der Umstieg auf den „Audi Q8“ mit seinen 300 PS, wo erst recht „Shuttle Paule“ jener war, den auf dem Wettkampfgelände jeder kannte und achtete ob seiner professionellen Hilfsbereitschaft.

Wenn alle Fahnen der 38 teilnehmenden Nationen auf der Mittelmole und auf der Hohen Düne eingeholt sind, die Anleger an den Piers wieder von den einheimischen Vereinsmitgliedern und ihren Gästen genutzt werden, schraubt der im zivilen Leben als Projektingenieur im Maschinenbau arbeitende, wieder voller Leidenschaft an seinem VW T3 Bulli mit den 78 PS unter der Haube. Mit seiner Freundin geht es dann doch noch für einen ausgedehnten Urlaub in Richtung dänische Südsee. Auch aufs Wasser, Stand up Paddeln ist angesagt.

Shuttle Paule, sehen wir uns im nächsten Jahr wieder?

„Keine Frage! Dieses Drumherum um die Warnemünder Woche, der Zusammenhalt aller, die gute Stimmung, das findet sich so schnell nicht wieder. Ich bin jedenfalls auch gern zur 83. wieder mit dabei!“

Zurück

Unterkunft finden

Suchen & Buchen