Wohnungsgrundbuch anlegen lassen

Wohnungseigentum ist das Eigentum (Sondereigentum; auch Raumeigentum genannt) an einer Wohnung in Verbindung mit dem Miteigentumsanteil an dem gemeinschaftlichen Eigentum (Grundst├╝ck sowie das Geb├Ąude, soweit sie nicht im Sondereigentum oder im Eigentum eines Dritten stehen).

Wenn Sie Wohnungseigentum begr├╝nden wollen, bedarf es der Eintragung in das Grundbuch. Daf├╝r werden Wohnungsgrundb├╝cher angelegt. Bevor dies erfolgen kann, m├╝ssen Sie jedoch erst die Voraussetzungen f├╝r das Wohnungseigentum schaffen. Das kann auf zweierlei Wegen erfolgen:

  • Sind Sie Miteigent├╝mer eines Grundst├╝cks ist hierf├╝r ein notariell beurkundeter Teilungsvertrag s├Ąmtlicher Miteigent├╝mer gem├Ą├č ┬ž 3 WEG erforderlich. Dabei einigen Sie sich mit allen Miteigent├╝mern und r├Ąumen sich gegenseitig durch Teilung Wohnungseigentum ein. Jeder von Ihnen erh├Ąlt dann das Eigentum (Sondereigentum; auch Raumeigentum genannt) an einer bestimmten Wohnung in einem auf dem Grundst├╝ck bereits errichteten oder noch zu errichtenden Geb├Ąude.
  • Eine Teilung nach ┬ž 8 WEG k├Ânnen Sie durch eine notariell beglaubigte Erkl├Ąrung vornehmen, wenn Sie Alleineigent├╝mer eines Grundst├╝cks sind. Mit der Erkl├Ąrung, die Sie gegen├╝ber dem Grundbuchamt abgeben, teilen Sie das Eigentum am Grundst├╝ck auf (sogenannte Teilungserkl├Ąrung). Jeden Anteil verbinden Sie dabei mit dem Eigentum (Sondereigentum; auch Raumeigentum genannt) an einer bereits vorhandenen oder k├╝nftig entstehenden Wohnung. Zudem ordnen Sie jedem Anteil auch einen als Bruchteil bestimmten Miteigentumsanteil an dem Grundst├╝ck zu. 
  • Die Eintragung in das Grundbuch erfolgt durch Anlegen der Wohnungsgrundb├╝cher durch das zust├Ąndige Grundbuchamt. Das bedeutet, dass f├╝r jede Wohnung ein eigenes, besonderes Grundbuchblatt angelegt wird. Dadurch kann eine Eigentumswohnung wie jede andere Immobilie verkauft, mit Grundpfandrechten oder anderen Rechten belastet oder vererbt werden. Das bisherige Grundbuchblatt f├╝r das Grundst├╝ck wird geschlossen.

Was gilt es zu beachten?

F├╝r die Begr├╝ndung von Wohnungseigentum muss ein Antrag auf Eintragung durch Sie oder die beurkundende Notarin oder den beurkundenden Notar erfolgen. Die Anlegung der Wohnungsgrundb├╝cher erfolgt, wenn s├Ąmtliche erforderlichen Unterlagen formgerecht eingereicht worden sind und keine Eintragungshindernisse bestehen.

Erforderliche Unterlagen

  • schriftlicher Eintragungsantrag
  • Eintragungsbewilligung
  • Aufteilungsplan (von der Baubeh├Ârde mit Unterschrift und Siegel oder Stempel versehene Bauzeichnung, aus der sich die Aufteilung des Geb├Ąudes sowie die Lage und Gr├Â├če der im Sondereigentum und der im gemeinschaftlichen Eigentum stehenden Geb├Ąudeteile ersichtlich ist)
  • Abgeschlossenheitsbescheinigung (Bescheinigung der zust├Ąndigen Baubeh├Ârde, dass die R├Ąume, an denen Sondereigentum begr├╝ndet werden soll, in sich abgeschlossen sind)
  • eventuell die Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes (n├Ąhere Informationen hier├╝ber erhalten Sie von der in Ihrem Fall t├Ątigen Notarin bzw. dem in Ihrem Fall t├Ątigen Notar)
  • notariell beglaubigte Teilungserkl├Ąrung bzw. notariell beurkundeter Vertrag ├╝ber die Einigung aller Miteigent├╝mer

Kosten

(Stand November 2020)

mind. EUR 15 ÔÇô max. EUR 26.585 (bei einem H├Âchstgesch├Ąftswert von EUR 60.000.000):
F├╝r die Eintragung der vertraglichen Einr├Ąumung von Eigentum an einer Wohnung (┬ž┬ž 3, 7 WEG) oder f├╝r die Anlegung der Wohnungsgrundb├╝cher im Fall von ┬ž 8 WEG wird seitens des Grundbuchamtes eine volle Geb├╝hr erhoben. Die konkrete Geb├╝hrenh├Âhe richtet sich nach dem Gesch├Ąftswert. Der Gesch├Ąftswert ist der Wert des bebauten Grundst├╝cks. Dies gilt auch bei einem noch zu errichtenden Bauwerk.

Neben den Kosten f├╝r die T├Ątigkeit des Grundbuchamtes fallen auch f├╝r die T├Ątigkeit des Notars Kosten nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) an. Die H├Âhe der Notarkosten erfragen Sie bitte bei der in Ihrem Fall t├Ątigen Notarin bzw. dem in Ihrem Fall t├Ątigen Notar. Informationen und Beispiele zu Notarkosten finden Sie im ├ťbrigen auch auf den Internetseiten der Bundesnotarkammer (Link siehe weiterf├╝hrende Informationen).

Weitere Informationen

Verfahrensablauf

Sie m├╝ssen die Eintragung beim Grundbuchamt beantragen. In der Regel veranlasst die Notarin oder der Notar, die bzw. der den Teilungsvertrag oder die Teilungserkl├Ąrung beurkundet oder beglaubigt hat, die Eintragung.

  • Die zur Eintragung erforderlichen Unterlagen werden durch die zust├Ąndige Rechtspflegerin oder den zust├Ąndigen Rechtspfleger beim Grundbuchamt gepr├╝ft.
  • Sollten Unterlagen nicht vollst├Ąndig oder formgerecht vorliegen, wird die zust├Ąndige Rechtspflegerin oder der zust├Ąndige Rechtspfleger die Notarin, den Notar oder
    Sie schriftlich hier├╝ber informieren und zur Vorlage der noch fehlenden Unterlagen oder der formgerechten (notariell zu beglaubigende oder zu beurkundende) Unterlagen auffordern.
  • Liegen alle erforderlichen Unterlagen vor, wird die zust├Ąndige Rechtspflegerin oder der zust├Ąndige Rechtspfleger die Teileigentumsgrundb├╝cher anlegen. In diese besonderen Grundbuchbl├Ątter werden eingetragen

    - der Bruchteil des Miteigentums am Grundst├╝ck
    - das zum Miteigentumsanteil geh├Ârende Eigentum (Sondereigentum)
     
  • Die erfolgte Eintragung wird der den Antrag einreichenden Notarin bzw. dem Notar und Ihnen mit der Eintragungsmitteilung bekannt gemacht.
  • Die Rechnung des Grundbuchamtes wird an Sie zur Zahlung der Kosten ├╝bersandt.

Bearbeitungsdauer

individuell, abh├Ąngig von der Belastungssituation des zust├Ąndigen Grundbuchamtes sowie dem Zeitpunkt, wann alle erforderlichen Unterlagen formgerecht dem Grundbuchamt vorliegen

Ansprechpunkt

Zust├Ąndig ist das Grundbuchamt des Amtsgerichts, in dessen Zust├Ąndigkeitsbereich sich das Grundst├╝ck befindet. Das zust├Ąndige Grundbuchamt finden Sie auf der Adressdatenbank der deutschlandweiten Orts- und Gerichtssuche auf dem Justizportal Nordrhein-Westfalen (Link siehe weiterf├╝hrende Informationen).

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