Verfahrensbeistand bei Bestellung eines Vormunds

Tritt der Fall ein, dass f├╝r ein minderj├Ąhriges Kind ein Vormund bestellt werden muss, hat das Gericht, soweit dies zur Wahrung der Interessen des Kindes im Gerichtsverfahren erforderlich ist, einen Verfahrensbeistand zu bestellen.

Der Verfahrensbeistand hat das Interesse des Kindes festzustellen und im Gerichtsverfahren zur Geltung zu bringen.

Hinweis: Der Verfahrensbeistand erh├Ąlt keine rechtlichen Befugnisse zur gesetzlichen Vertretung des Kindes.

Wenn das Kind durch einen Rechtsanwalt oder einen anderen geeigneten Verfahrensbevollm├Ąchtigten angemessen vertreten wird, ist eine Verfahrensbeistandschaft nicht notwendig.

Die Auswahl des Verfahrensbeistands erfolgt durch das Familiengericht. Das Gesetz schreibt keine bestimmte Qualifikation vor. In Betracht kommen je nach Fallgestaltung beispielsweise Kinderpsychologen, Sozialp├Ądagogen oder Rechtsanw├Ąlte, aber auch nahe stehende Personen (Verwandte), zu denen das Kind besonderes Vertrauen hat.

Die Verfahrensbeistandschaft endet mit der Bestellung eines Vormundes.

Zust├Ąndige Stelle

Was gilt es zu beachten?

Ein Verfahrensbeistand wird bestellt, wenn sonst - auch nicht durch eine Anh├Ârung des Kindes - eine Interessenvertretung nicht im notwendigen Umfang gew├Ąhrleistet ist.

Rechtsgrundlagen

┬ž 158 des Gesetzes ├╝ber das Verfahren in Familiensachen und in Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit - FamFG - (Verfahrensbeistand)

Weitere Informationen

Verfahrensablauf

Das Gericht bestellt den Verfahrensbeistand von Amts wegen. Ein Antrag ist nicht erforderlich.

Hinweis: Wird die Verfahrensbeistandschaft berufsm├Ą├čig gef├╝hrt, erh├Ąlt der Verfahrensbeistand (in jedem Rechtszug) jeweils eine einmalige Verg├╝tung in H├Âhe von 350 Euro. Im Einzelfall kann sich die Verg├╝tung auf 550 Euro erh├Âhen. Wird die Verfahrensbeistandschaft nicht berufsm├Ą├čig gef├╝hrt, erh├Ąlt der Verfahrensbeistand Ersatz seiner Aufwendungen (entsprechend der Regelung des ┬ž 277 Abs. 1 FamFG).

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