Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nach SGB IX

Behinderte Menschen sollen in der Ausbildung und im Beruf m├Âglichst die gleichen Chancen haben wie nichtbehinderte Menschen. Oft m├╝ssen sie dabei jedoch besondere Barrieren ├╝berwinden. Ziel der F├Ârderung ist es, die Erwerbsf├Ąhigkeit auf Dauer zu sichern.

Die Leistungen umfassen Geld- und Sachleistungen an behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen sowie Zusch├╝sse an Arbeitgeber. Die m├Âglichen Leistungen sind in ┬ž┬ž 49 bis 63 SGB IX normiert.

Die Leistungen an schwerbehinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen umfassen gem├Ą├č ┬ž 49 Abs. 3 und Abs. 8 i.V.m. ┬ž 185 Abs. 3 SGB IX insbesondere:

  • Hilfen zur Erhaltung oder Erlangung eines Arbeitsplatzes einschlie├člich Leistungen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung, z.B. durch Umschulungen, Weiterbildungen und berufliche Trainingsma├čnahmen,
  • Berufsvorbereitung einschlie├člich einer wegen der Behinderung erforderlichen Grundausbildung,
  • individuelle betriebliche Qualifizierung im Rahmen Unterst├╝tzter Besch├Ąftigung,
  • berufliche Anpassung und Weiterbildung, auch soweit die Leistungen einen zur Teilnahme erforderlichen schulischen Abschluss einschlie├čen,
  • berufliche Ausbildung, auch soweit die Leistungen in einem zeitlich nicht ├╝berwiegenden Abschnitt schulisch durchgef├╝hrt werden,
  • F├Ârderung der Aufnahme einer selbst├Ąndigen T├Ątigkeit
  • sonstige Hilfen zur F├Ârderung der Teilhabe am Arbeitsleben, um behinderten Menschen eine angemessene und geeignete Besch├Ąftigung oder eine selbst├Ąndige T├Ątigkeit zu erm├Âglichen und zu erhalten wie:
     
    • Kraftfahrzeughilfe
    • Kosten einer notwendigen Arbeitsassistenz
    • Kosten f├╝r Hilfsmittel
    • Kosten technischer Arbeitshilfen
    • Wohnungsbeihilfen
       

Weitere Leistungen k├Ânnen sein:

  • Leistungen der Unterst├╝tzten Besch├Ąftigung (┬ž 55 SGB IX)
  • Leistungen in Werkst├Ątten f├╝r Menschen mit Behinderungen (┬ž┬ž 56 ff. SGB IX) oder bei anderen Leistungsanbietern (┬ž 60 SGB IX)
  • Budget f├╝r Arbeit (┬ž 61 SGB IX)
     

Arbeitgeber k├Ânnen nach ┬ž 50 i.V.m. ┬ž 185 Abs. 3 SGB IX f├╝r scherbehinderte und ihnen gleichgestellte Menschen verschiedene Zusch├╝sse erhalten, z. B. f├╝r:

  • Ausbildungszusch├╝sse
  • Eingliederungszusch├╝sse
  • Zusch├╝sse f├╝r Arbeitshilfen im Betrieb
  • teilweise oder volle Kostenerstattung bei Probebesch├Ąftigung
  • behinderungsgerechte Einrichtung von Arbeits- und Ausbildungspl├Ątzen
  • Leistungen zum Ausgleich au├čergew├Âhnlicher Belastungen
     

Die Art und die H├Âhe der F├Ârderung richten sich nach den Umst├Ąnden des Einzelfalls. Einige Leistungen richten sich beispielsweise nur an schwerbehinderte und diesen gleichgestellten behinderten Menschen (┬ž 151 SGB IX).

Was gilt es zu beachten?

Voraussetzungen f├╝r die Leistungen sind:
 

  • Es besteht oder droht (bei Jugendlichen) eine Behinderung.
  • Dies darf nicht nur vor├╝bergehen der Fall sein, d.h. sie muss mindestens sechs Monate bestehen.
  • Sie k├Ânnen die bisherige T├Ątigkeit nicht mehr aus├╝ben oder die berufliche Ersteingliederung ist ohne Unterst├╝tzung nicht m├Âglich.
     

Im ├ťbrigen gibt es je nach Art der beantragten Leistung spezielle Voraussetzungen. Einige Leistungen richten sich beispielsweise nur an schwerbehinderte und diesen gleichgestellten behinderten Menschen (┬ž 151 SGB IX). Die Voraussetzungen f├╝r die F├Ârderung werden durch Fachkr├Ąfte der Rehabilitationstr├Ąger (z. B. Bundesagentur f├╝r Arbeit, gesetzliche Rentenversicherung) und der Integrations├Ąmter gepr├╝ft.

Erforderliche Unterlagen

Sie m├╝ssen einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben beim zust├Ąndigen Rehabilitationstr├Ąger (siehe Verfahrensablauf) oder Integrationsamt stellen.

Die weiteren beizubringenden Unterlagen z.B.

  • ├Ąrztliche Gutachten,
  • Kostenvoranschl├Ąge f├╝r behindertengerechte Arbeitsplatzgestaltung,
  • Arbeitsvertrag,
  • Lohnbescheinigung
     

richten sich nach den Umst├Ąnden des Einzelfalls.

Antragsformulare sind beim zust├Ąndigen Rehabilitationstr├Ąger (siehe Verfahrensablauf) bzw. beim Integrationsamt erh├Ąltlich.
Vorrangig sind die Leistungen beim zust├Ąndigen Rehabilitationstr├Ąger zu stellen. Das Integrationsamt ist nur nachrangig zust├Ąndig, wenn die Leistungen nicht von anderen Tr├Ągern zu leisten sind.

Kosten

Keine

Weitere Informationen

Weiterf├╝hrende Informationen

Bei der Entscheidung ├╝ber die Leistungen und bei der Ausf├╝hrung der Leistungen zur Teilhabe wird den berechtigten W├╝nschen der behinderten oder von Behinderung bedrohten Menschen entsprochen.

Grunds├Ątzlich hat ein behinderter Mensch, der allgemeine oder besondere Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben braucht, ein Recht auf diese F├Ârderung. Wer eine F├Ârderung in Anspruch nimmt, muss aber auch aktiv zum Erfolg beitragen. Alle Ma├čnahmen zur F├Ârderung k├Ânnen nur mit Einverst├Ąndnis erfolgen. Wenn der behinderte Mensch zumutbare Ma├čnahmen ablehnt, die der zust├Ąndige Rehabilitationstr├Ąger f├╝r notwendig h├Ąlt, k├Ânnen Leistungen auch versagt oder entzogen werden.

Verfahrensablauf

Beratung und Information in allen Fragen zur Besch├Ąftigung schwerbehinderter Menschen f├╝hren in erster Linie die Rentenversicherung, die Agenturen f├╝r Arbeit und ggf. die Integrations├Ąmter durch.

Kostentr├Ąger ist im Rahmen der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben der zust├Ąndige Rehabilitationstr├Ąger oder im Rahmen der Begleitenden Hilfe im Arbeitsleben das Integrationsamt.

In jedem Fall m├╝ssen Sie einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben beim zust├Ąndigen Rehabilitationstr├Ąger bzw. beim Integrationsamt stellen.

Vorrangig sind die Leistungen beim zust├Ąndigen Rehabilitationstr├Ąger zu stellen. Das Integrationsamt ist nur nachrangig zust├Ąndig, wenn die Leistungen nicht von anderen Tr├Ągern zu leisten sind.

Rehabilitationstr├Ąger f├╝r die Erbringung von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben k├Ânnen gem├Ą├č ┬ž 6 SGB IX sein:

  • die Bundesagentur f├╝r Arbeit (zust├Ąndig in den ersten 15 Versicherungsjahren); bei jungen Menschen vor der beruflichen Erstausbildung
  • die Tr├Ąger der gesetzlichen Unfallversicherung (z.B. Berufsgenossenschaften, Unfallversicherungstr├Ąger der ├Âffentlichen Hand), wenn die Behinderung durch einen Arbeitsunfall im Betrieb, einen Unfall in der Schule oder auf dem Weg dorthin entstanden ist oder im Fall einer Berufskrankheit
  • die Tr├Ąger der gesetzlichen Rentenversicherung (z.B. Deutsche Rentenversicherung Bund, fr├╝her: Bundesversicherungsanstalt f├╝r Angestellte, Deutsche Rentenversicherung Nord, fr├╝her: Landesversicherungsanstalten), wenn durch die berufliche Rehabilitation eine Rentenzahlung vermieden werden kann
  • der Tr├Ąger der Alterssicherung f├╝r Landwirte
  • Tr├Ąger der Kriegsopferversorgung und die Tr├Ąger der Kriegsopferf├╝rsorge im Rahmen des Rechts der sozialen Entsch├Ądigung bei Gesundheitssch├Ąden, z.B. bei Kriegs- und Wehrdienstsch├Ądigungen, Impfsch├Ąden oder Folgen von Gewalttaten (z. B. Landesamt f├╝r Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern (LAGuS) - Versorgungsamt, Hauptf├╝rsorgestelle und die ├Ârtlichen F├╝rsorgestellen bei den Landkreisen und kreisfreien St├Ądten
  • die Tr├Ąger der ├Âffentlichen Jugendhilfe (Jugend├Ąmter der Landkreise und kreisfreien St├Ądte)
  • die Tr├Ąger der Eingliederungshilfe (in Mecklenburg-Vorpommern die kreisfreien St├Ądte und Landkreise)
     

Der Rehabilitationstr├Ąger bzw. das Integrationsamt pr├╝ft, ob die Voraussetzungen erf├╝llt sind und welche Form der F├Ârderung notwendig ist. Die Entscheidung wird in einem schriftlichen Bescheid festgehalten.

Alle Rehabilitationstr├Ąger und Integrations├Ąmter sind zur Auskunft, Beratung und Zusammenarbeit verpflichtet. Der Tr├Ąger, an den man sich zuerst wendet, hat die Pflicht, die Zust├Ąndigkeit z├╝gig zu kl├Ąren. Die Rehabilitationstr├Ąger benennen Ansprechstellen*, die Informationsangebote an Leistungsberechtigte, an Arbeitgeber und an andere Rehabilitationstr├Ąger vermitteln.

Bearbeitungsdauer

abh├Ąngig von den Umst├Ąnden des Einzelfalls

Ansprechpunkt

Der zust├Ąndige Rehabilitationstr├Ąger (siehe Verfahrensablauf) bzw. das Landesamt f├╝r Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern - Integrationsamt.

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