Handwerksrolle Eintragung von Personen aus einem anderen Mitgliedsstaat der EG oder des EWR

Die Handwerkskammer erteilt Ausnahmebewilligungen nach der EU/EWR-Handwerk-Verordnung (EU/EWR HwV). Einem Staatsangeh├Ârigen der Mitgliedsstaaten der Europ├Ąischen Union oder eines anderen Vertragsstaates des Abkommens ├╝ber den Europ├Ąischen Wirtschaftsraum ist eine Ausnahmebewilligung f├╝r ein Gewerbe der Anlage A zur Handwerksordnung zu erteilen, wenn im Geltungsbereich der Handwerksordnung eine gewerbliche Niederlassung unterhalten werden soll und die Antragsteller in einem anderen Mitgliedsstaat der EU die notwendige Berufserfahrung besitzen, in dem sie in einem anderen Herkunftsstaat zumindest eine wesentliche T├Ątigkeit des Gewerbes tats├Ąchlich und regelm├Ą├čig als Vollzeitbesch├Ąftigung oder als entsprechende Teilzeitbesch├Ąftigung wie folgt ausge├╝bt haben:

  • mindestens 6 Jahre ununterbrochen als Selbst├Ąndige/r oder als Betriebsverantwortliche/r, sofern die T├Ątigkeit nicht l├Ąnger als zehn Jahre vor der Antragstellung beendet wurde,
  • mindestens 3 Jahre ununterbrochen als Selbst├Ąndige/r oder als Betriebsverantwortliche/r, wenn eine mindestens dreij├Ąhrige Ausbildung in der T├Ątigkeit vorausgegangen ist,
  • mindestens vier Jahre ununterbrochen als Selbst├Ąndige/r oder als Betriebsverantwortliche/r, wenn mindestens eine zweij├Ąhrige Ausbildung in der T├Ątigkeit vorausgegangen ist,
  • mindestens drei Jahre ununterbrochen als Selbstst├Ąndige/r und mindestens f├╝nf Jahre als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer, sofern die T├Ątigkeit nicht l├Ąnger als zehn Jahre vor der Antragstellung beendet wurde, oder
  • mindestens f├╝nf Jahre ununterbrochen in einer leitenden Stellung eines Unternehmens, von denen mindestens drei Jahre auf eine T├Ątigkeit mit technischen Aufgaben und mit Verantwortung f├╝r mindestens eine Abteilung des Unternehmens entfallen m├╝ssen, und der au├čerdem eine mindestens dreij├Ąhrige Ausbildung in der T├Ątigkeit vorausgegangen ist; dies gilt nicht f├╝r das Friseurgewerbe nach Anlage A Nummer 38 der Handwerksordnung.

Die Handwerkskammer kann als Nachweis f├╝r die genannten Voraussetzungen eine Bescheinigung ├╝ber die Art und Dauer der T├Ątigkeit verlangen, die von der zust├Ąndigen Beh├Ârde des Heimat- oder Herkunftsstaates erteilt wird.

Vorbehaltlich der Anordnung von Ausgleichsma├čnahmen wird eine solche Ausnahmebewilligung auch erteilt, wenn

  • die Antragsteller in ihrem Herkunftsstaat eine berufliche Qualifikation erworben haben, die dort Voraussetzung f├╝r die Aus├╝bung des betreffenden Gewerbes ist,
  • die Antragsteller in einem anderen Herkunftsstaat, in dem f├╝r die Ausbildung des betreffenden Gewerbes keine bestimmte berufliche Qualifikation notwendig ist, eine reglementierte Ausbildung abgeschlossen haben,
  • die Antragsteller nachweisen, dass sie in einem der anderen Herkunftsstaaten,  in dem weder die Ausbildung f├╝r diesen Beruf noch der Beruf selbst reglementiert ist, eine wesentliche T├Ątigkeit des Berufes als Vollzeitbesch├Ąftigung mindestens ein Jahr oder als entsprechende Teilzeitbesch├Ąftigung tats├Ąchlich und regelm├Ą├čig ausge├╝bt haben. Weiterhin soll durch einen Ausbildungs- oder Bef├Ąhigungsnachweis dargelegt werden, dass sie fachlich durch eine Ausbildung auf die Ausf├╝hrung dieses Berufes vorbereitet wurden. Besch├Ąftigungszeiten, die l├Ąnger als zehn Jahre vor der Antragstellung liegen, bleiben unber├╝cksichtigt.

Unternehmen aus EU-L├Ąndern, die in Deutschland keine Betriebsst├Ątte unterhalten, haben die handwerksrechtlichen Voraussetzungen f├╝r die Eintragung wie oben beschrieben nachzuweisen, erhalten jedoch keine Ausnahmebewilligungen. Sie werden von den Handwerkskammern registriert, um damit die Berechtigung zur Aus├╝bung des Handwerks in Deutschland nachzuweisen. Sie erhalten auf Antrag eine entsprechende Bescheinigung.

Zust├Ąndige Stelle

Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern

Schwaaner Landstra├če 8
18055 Rostock, Hansestadt
+49 395 5593-0+49 395 5593-0
+49 395 5593-169
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Was gilt es zu beachten?

  • Meisterpr├╝fung (┬ž 7 Abs. 1 a HwO)
  • Hat der Antragsteller/die Antragstellerin oder der Betriebsleiter die Meisterpr├╝fung in dem Handwerk, das ausge├╝bt werden soll oder in einem mit diesem verwandten zulassungspflichtigen Handwerk erfolgreich abgelegt, erfolgt die Eintragung in die Handwerksrolle bei der zust├Ąndigen Handwerkskammer.
  • Die Handwerksordnung sieht auch Bestimmungen vor, nach denen die Antragsteller oder die Betriebsleiter auch mit einer der Meisterpr├╝fung gleichgestellten Pr├╝fung (┬ž 7 Abs. 2 HwO) in die Handwerksrolle eingetragen werden k├Ânnen (z. B. Diplomingenieur, Ingenieur, Industriemeister, Techniker). Voraussetzung ist, dass der Studien- oder Schulschwerpunkt der Pr├╝fung dem einzutragenden Handwerk entspricht.
  • Wenn die Antragsteller oder Betriebsleiter keine Meisterpr├╝fung abgelegt haben, k├Ânnen sie unter Umst├Ąnden ├╝ber eine Ausnahmebewilligung (┬ž 8 HwO) den Eintrag in die Handwerksrolle erreichen. Das ist m├Âglich, wenn es f├╝r beide eine unzumutbare H├Ąrte darstellen w├╝rde, die Meisterpr├╝fung abzulegen und meistergleiche Kenntnisse und Fertigkeiten unter Beweis zu stellen. Die Ausnahmebewilligung kann je nach Lage des Einzelfalls auf Dauer oder befristet sowie beschr├Ąnkt oder unbeschr├Ąnkt erteilt werden.
  • Ohne Meisterpr├╝fung kann der Antragsteller/die Antragstellerin oder ihr Betriebsleiter auch eine Aus├╝bungsberechtigung (┬ž 7 b HwO) erhalten, wenn eine einschl├Ągige Ausbildung als Geselle-/Facharbeiter nachgewiesen und eine mindestens sechsj├Ąhrige praktische T├Ątigkeit in dem Handwerk, davon mindestens vier Jahre in leitender Stellung, wahrgenommen wurde. Ausgenommen sind hiervon das Schornsteinfegerhandwerk und die Gesundheitshandwerke.
  • Wenn Antragsteller oder ihre Betriebsleiter Staatsangeh├Ârige eines Mitgliedstaates der Europ├Ąischen Union (EU) oder eines Vertragsstaates des Abkommens ├╝ber den Europ├Ąischen Wirtschaftsraum (EWR) sind, k├Ânnen sie unter Umst├Ąnden ├╝ber eine Ausnahmebewilligung nach ┬ž 9 HwO den Eintrag in die Handwerksrolle erreichen. Voraussetzung ist, dass sie in einem der oben genannten Staaten bestimmte Zeiten als Selbstst├Ąndiger oder Betriebsleiter in einem entsprechenden Handwerk gearbeitet beziehungsweise eine einschl├Ągige fachliche Ausbildung im Ausland erfolgreich absolviert haben. Ausgenommen von der Anerkennung der Berufst├Ątigkeit sind das Schornsteinfegerhandwerk und die Gesundheitshandwerke.

Erforderliche Unterlagen

  • Antrag auf Erteilung einer Ausnahmebewilligung nach ┬ž 9 der Handwerksordnung
  • Vorlage einer Bescheinigung ├╝ber Art und Dauer der T├Ątigkeit durch die zust├Ąndige Beh├Ârde des Heimat- oder Herkunftsstaates
  • Vorlage eines Ausbildungs- oder Bef├Ąhigungsnachweises

Kosten

Die Geb├╝hr richtet sich nach der Geb├╝hrenordnung der jeweiligen Handwerkskammer.

Weitere Informationen

Bearbeitungsdauer

Genehmigungsfiktion: 3 Monate

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