Fahrerlaubnis auf Bundeswasserstra├čen Erteilung

M├Âchten Sie auf Binnenwasserstra├čen des Bundes ein Fahrzeug f├╝hren, brauchen Sie grunds├Ątzlich eine Fahrerlaubnis.

Fahrerlaubnis auf Bundeswasserstra├čen

Auf Bundeswasserstra├čen d├╝rfen Sie nur dann ein Fahrzeug f├╝hren, wenn Sie Inhaber einer entsprechenden Erlaubnis sind. Die Berechtigungen unterteilen sich in verschiedene Patentklassen:

  • Schifferpatent A: zum F├╝hren aller Fahrzeuge auf Binnenschifffahrtsstra├čen und Seeschifffahrtsstra├čen bis zur Grenze der Seefahrt
  • Schifferpatent B: zum F├╝hren aller Fahrzeuge auf Binnenschifffahrtsstra├čen
  • Schifferpatent C1: zum F├╝hren von Fahrzeugen mit einer L├Ąnge von weniger als 35 Metern auf Binnenschifffahrtsstra├čen und Seeschifffahrtsstra├čen bis zur Grenze der Seefahrt, ausgenommen
    • zugelassene Fahrgastschiffe zur Bef├Ârderung von mehr als 12 Fahrg├Ąsten
    • zugelassene Fahrgastboote zur Bef├Ârderung von mehr als 12 Fahrg├Ąsten
    • Schub- und Schleppboote mit mehr als 73,6 kW (100 PS) Antriebsleistung
  • Schifferpatent C2: zum F├╝hren von Fahrzeugen mit einer L├Ąnge von weniger als 35 Metern auf Binnenschifffahrtsstra├čen, ausgenommen
    • zugelassene Fahrgastschiffe zur Bef├Ârderung von mehr als 12 Fahrg├Ąsten
    • zugelassene Fahrgastboote zur Bef├Ârderung von mehr als 12 Fahrg├Ąsten
    • Schub- und Schleppboote mit mehr als 73,6 kW (100 PS) Antriebsleistung
  • Feuerl├Âschbootpatent D1: zum F├╝hren von Feuerl├Âschbooten und Fahrzeugen des Zivil- und Katastrophenschutzes auf Binnenschifffahrtsstra├čen und Seeschifffahrtsstra├čen bis zur Grenze der Seefahrt
  • Feuerl├Âschbootpatent D2: zum F├╝hren von Feuerl├Âschbooten und Fahrzeugen des Zivil- und Katastrophenschutzes auf Binnenschifffahrtsstra├čen
  • Sportschifferzeugnis (Patentklasse E): zum F├╝hren von Sportfahrzeugen mit einer L├Ąnge von nicht mehr als 25 Metern auf Binnenschifffahrtsstra├čen
  • F├Ąhrf├╝hrerschein (Patentklasse F): zum F├╝hren von F├Ąhren f├╝r eine bestimmte F├Ąhrstelle

Bestimmte Dienstfahrzeuge des Bundes und der L├Ąnder ben├Âtigen keine durch die GDWS erteilte Erlaubnis zum F├╝hren von Dienstfahrzeugen. Zu diesen z├Ąhlen:

  • Dienstfahrzeuge der Bundeswehr, der Bundeszollverwaltung, der Bundespolizei, der Bereitschaftspolizei und der Wasserschutzpolizei der L├Ąnder mit einer L├Ąnge von weniger als 25 Metern.
  • Dienstfahrzeuge des Zivil- und Katastrophenschutzes, der Wasserstra├čen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, der Schifffahrtsverwaltung des Landes und der Feuerwehr mit einer L├Ąnge von weniger als 20 Metern.

Rheinpatente

Auf dem Rhein gelten besondere Regelungen. Sie d├╝rfen dort nur dann ein Fahrzeug f├╝hren, wenn Sie Inhaber eines Rheinpatentes oder Inhaber eines von der Zentralkommission f├╝r die Rheinschifffahrt als gleichwertig anerkanntes Schiffsf├╝hrerzeugnis f├╝r die jeweilige Fahrzeugart und -gr├Â├če sowie f├╝r die zu durchfahrende Strecke sind.

Zu unterscheiden sind:

  • Gro├čes Patent: zum F├╝hren aller Fahrzeuge auf Binnenschifffahrtsstra├čen und Seeschifffahrtsstra├čen bis zur Grenze der Seefahrt
  • Kleines Patent: zum F├╝hren eines Fahrzeugs mit einer L├Ąnge von weniger als 35 Meter,
    • das zur Bef├Ârderung von nicht mehr als 12 Fahrg├Ąsten bestimmt ist
    • sofern es:
      • kein Schlepp- oder Schubboot ist oder
      • keine gekuppelten Fahrzeuge fortbewegt
  • Sportpatent: zum F├╝hren eines Sportfahrzeugs mit einer L├Ąnge von weniger als 25 Metern
  • Beh├Ârdenpatent: zum F├╝hren von Beh├Ârdenfahrzeugen und Feuerl├Âschbooten

Es gelten besondere Regelungen f├╝r Kleinfahrzeuge bis zu einer L├Ąnge von 15 Metern: Diese d├╝rfen mit einer nach nationalen Vorschriften erteilten Berechtigung auf dem Rhein gef├╝hrt werden. In Deutschland ist das beispielweise der Sportbootf├╝hrerschein.

Um ein Schiffsf├╝hrerzeugnis oder Rheinpatent zu erhalten, m├╝ssen Sie eine Pr├╝fung bei der Generaldirektion Wasserstra├čen und Schifffahrt (GDWS) absolvieren.

Weitere Nachweise und Patente

F├╝r Fahrzeuge ├╝ber 15 Meter L├Ąnge ist zus├Ątzlich auf bestimmten Binnenschifffahrtsstra├čen und dem Rhein eine besondere Streckenkunde n├Âtig. Den Nachweis besonderer Streckenkunde erhalten Sie ebenfalls durch eine Pr├╝fung bei der GDWS.

Ein Patent kann auch als Donaukapit├Ąnspatent erteilt werden. Sie d├╝rfen dann Fahrzeuge auf der Donau im internationalen Verkehr f├╝hren, also auch au├čerhalb des Geltungsbereichs der Binnenschifferpatentverordnung.

Zust├Ąndige Stelle

Referat VIII 230

Schlo├čstra├če 6-8
19053 Schwerin, Landeshauptstadt

Fahrplanauskunft

Nicht Rollstuhlgerecht Kein Fahrstuhl

Ansprechpartner

Torsten Butzin
Leiter/-in

E-Mail senden

Was gilt es zu beachten?

  • K├Ârperliche und geistige Tauglichkeit zur F├╝hrung eines Fahrzeugs
  • Zuverl├Ąssigkeit (unter anderem keine Vorstrafen wegen Verkehrsstraftaten)
  • Bestehen der entsprechenden Pr├╝fung
  • Je nach beantragter Zeugnisart ein bestimmtes Mindestalter:
    • 21 Jahre f├╝r das gro├če und kleine Rheinpatent, das Beh├Ârdenpatent sowie das Binnenschifferpatent A, B, C, D und F
    • 18 Jahre f├╝r das Sportpatent und das Binnenschifferpatent E
  • Ab einem Alter von 50 Jahren m├╝ssen Sie regelm├Ą├čig ein aktuelles ├Ąrztliches Zeugnis vorlegen, um Ihre Tauglichkeit erneut nachzuweisen. Der Nachweis ist n├Âtig
    • mit Vollendung des 50., 55., 60. und 65. Lebensjahres und
    • j├Ąhrlich ab einem Alter von 65 Jahren

Erforderliche Unterlagen

  • ├Ąrztliches Zeugnis ├╝ber Ihre k├Ârperliche und geistige Tauglichkeit in der Rhein- oder Binnenschifffahrt (nicht ├Ąlter als drei Monate)
  • Kopie Ihres Personalausweises oder Reisepasses
  • F├╝hrungszeugnis zur Vorlage bei einer Beh├Ârde (Belegart "O")
  • aktuelles Passbild
  • Vorlage des Schifferdienstbuche

Kosten

Je nach Umfang der Pr├╝fung fallen unterschiedliche Geb├╝hren an:

  • Zulassung zur Pr├╝fung: EUR 147 oder EUR 158
  • Pr├╝fungsgeb├╝hr: zwischen EUR 390 und EUR 585 (die genaue Geb├╝hrenh├Âhe h├Ąngt davon ab, ob zum Beispiel zugleich eine Streckenkundepr├╝fung durchgef├╝hrt wird oder eine praktische Pr├╝fung enthalten ist)

Fristen

Ihr Antrag und alle Unterlagen sollte sp├Ątestens vier Wochen vor dem gew├╝nschten Pr├╝fungstermin bei der entsprechenden Au├čenstelle vorliegen. Aufgrund der hohen Anzahl von Bewerbern, werden Sie jedoch in der Regel mit deutlich l├Ąngeren Wartezeiten bis zur Pr├╝fung rechnen m├╝ssen.

Weitere Informationen

Verfahrensablauf

Das Schiffsf├╝hrerzeugnis oder Patent m├╝ssen Sie schriftlich bei der Generaldirektion Wasserstra├čen und Schifffahrt (GDWS) beantragen:

  • Laden Sie das Antragsformular vom Elektronischen Wasserstra├čen-Informationsservice (ELWIS) herunter. F├╝llen Sie es vollst├Ąndig aus und drucken Sie es aus.
  • F├╝gen Sie die n├Âtigen Nachweise hinzu. Lassen Sie sich vor allem von einem hierf├╝r zugelassenen Arzt untersuchen und sich den Nachweis der medizinischen Tauglichkeit ausstellen.
  • Reichen Sie die Antragsunterlagen bei der Generaldirektion Wasserstra├čen und Schifffahrt ein. 
  • Beantragen Sie bei der f├╝r Sie zust├Ąndigen Beh├Ârde ein F├╝hrungszeugnis zur Vorlage bei einer Beh├Ârde. Lassen Sie das F├╝hrungszeugnis an die Generaldirektion Wasserstra├čen und Schifffahrt schicken.
  • Wenn Sie alle Voraussetzungen f├╝r das jeweilige Schiffsf├╝hrerzeugnis erf├╝llen, l├Ąsst Sie die Generaldirektion Wasserstra├čen und Schifffahrt zur Pr├╝fung zu und stimmt einen passenden Pr├╝fungstermin mit Ihnen ab.
  • Absolvieren Sie die Pr├╝fung. Haben Sie die Pr├╝fung bestanden, erhalten Sie direkt vor Ort ein vorl├Ąufiges Schiffsf├╝hrerzeugnis, mit dem Sie f├╝r drei Monate ein Fahrzeug f├╝hren k├Ânnen. Innerhalb dieser drei Monate wird Ihre pers├Ânliche Patentkarte von der Bundesdruckerei erstellt und Ihnen per Post ├╝bersandt.
  • Haben Sie die Pr├╝fung nicht bestanden, k├Ânnen Sie die Pr├╝fung nach Ablauf einer bestimmten Sperrfrist wiederholen. In der Regel wird Ihnen die Pr├╝fungskommission eine Sperrfrist von drei bis sechs Monaten auferlegen. F├╝r die Wiederholungpr├╝fung f├Ąllt erneut die Pr├╝fungsgeb├╝hr an. Diejenigen Pr├╝fungsteile, die Sie im ersten Versuch bestanden haben, bleiben Ihnen in aller Regel anerkannt, sodass Sie nur ├╝ber die nicht bestandenen Pr├╝fungsteile erneut gepr├╝ft werden.

Bearbeitungsdauer

Je nach Antragsaufkommen und Pr├╝fungsstandort. 
Pr├╝fungen finden in der Regel alle zwei bis drei Monate statt.

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