Erlaubnis zum FĂŒhren der Berufsbezeichnung Erteilung

Der Beruf Gesundheits- und Krankenpflegehelferin oder Gesundheits- und Krankenpflegehelfer ist in vielen BundeslÀndern Deutschlands reglementiert. Das bedeutet: Damit Sie ohne EinschrÀnkung als Gesundheits- und Krankenpflegehelferin oder Gesundheits- und Krankenpflegehelfer arbeiten können, brauchen Sie eine staatliche Erlaubnis.

Mit dieser Erlaubnis dĂŒrfen Sie die Berufsbezeichnung fĂŒhren und ohne EinschrĂ€nkung in dem Beruf arbeiten.

Die gesetzlichen Regelungen und Anforderungen des Berufs unterscheiden sich in den einzelnen BundeslĂ€ndern. Der Beruf heißt in den einzelnen BundeslĂ€ndern unterschiedlich:

  • „Gesundheits- und Krankenpflegehelferin“ oder „Gesundheits- und Krankenpflegehelfer“ in Berlin, Brandenburg und ThĂŒringen
  • „staatlich anerkannte Gesundheits- und Krankenpflegehelferin“ oder „staatlich anerkannter Gesundheits- und Krankenpflegehelfer“ in Baden-WĂŒrttemberg
  • „Gesundheits- und Krankenpflegehelferin generalistischer Ausrichtung (g.A.)“ oder „Gesundheits- und Krankenpflegehelfer generalistischer Ausrichtung (g.A.)“ in Bremen
  • „Krankenpflegehelferin“ oder „Krankenpflegehelfer“ in Hessen, Saarland und Sachsen-Anhalt
  •  â€žGesundheits- und Krankenpflegeassistentin“ oder „Gesundheits- und Krankenpflegeassistent“ in Nordrhein-Westfalen
  •  â€žKrankenpflegeassistentin“ oder „Krankenpflegeassistent“ in Hessen
  • „Pflegeassistentin“ oder „Pflegeassistent“ in Schleswig-Holstein
  • „staatlich geprĂŒfte Pflegeassistentin“ oder „staatlich geprĂŒfter Pflegeassistent“ in Niedersachsen
  • „Staatlich anerkannte Gesundheits- und Pflegeassistentin“ oder „staatlich anerkannter Gesundheits- und Pflegeassistent“ in Hamburg
  • „staatlich geprĂŒfte Pflegefachhelferin“ oder „staatlich geprĂŒfter Pflegefachhelfer“ in Bayern
  • „Kranken- und Altenpflegehelferin“ oder „Kranken- und Altenpflegehelfer“ in Mecklenburg-Vorpommern

Auch mit einer Berufsqualifikation aus dem Ausland können Sie die Erlaubnis zum FĂŒhren der Berufsbezeichnung von der zustĂ€ndigen Stelle (einer Behörde) bekommen.

DafĂŒr mĂŒssen Sie Ihre auslĂ€ndische Berufsqualifikation anerkennen lassen. Im Verfahren vergleicht die zustĂ€ndige Stelle Ihre auslĂ€ndische Berufsqualifikation mit der deutschen Berufsqualifikation und prĂŒft die Gleichwertigkeit. Die Gleichwertigkeit ist eine wichtige Voraussetzung fĂŒr die Erteilung der staatlichen Erlaubnis.

Neben der Berufsqualifikation mĂŒssen Sie noch weitere Voraussetzungen erfĂŒllen. Sie mĂŒssen zum Beispiel gesund sein und die deutsche Sprache können.

Es ist wichtig, wo Sie Ihre Ausbildung gemacht haben. Das Verfahren fĂŒr Berufsqualifikationen aus der EuropĂ€ischen Union (EU), dem EuropĂ€ischen Wirtschaftsraum (EWR) und der Schweiz kann anders sein als das Verfahren fĂŒr Berufsqualifikationen aus Drittstaaten. Drittstaaten sind alle Staaten, die nicht zur EU, dem EWR oder der Schweiz gehören.

Sie können den Antrag auch aus dem Ausland stellen.

ZustÀndige Stelle

Dezernat LAGuS 310 - LandesprĂŒfungsamt fĂŒr Heilberufe

Friedrich-Engels-Platz 5-8
18055 Rostock, Hansestadt

Fahrplanauskunft

Nicht Rollstuhlgerecht Kein Fahrstuhl

Ansprechpartner

Kirstin Gau
Leiter/-in

+49 381 331-59100+49 381 331-59100

Doreen Lißke

+49 381 331-59108+49 381 331-59108

Öffnungszeiten

Mo. keine Sprechzeit
Di. 09:00 – 12:00 Uhr und 14:00 – 17:00 Uhr
Mi. keine Sprechzeit
Do. 09:00 – 12:00 Uhr
Fr. keine Sprechzeit

Was gilt es zu beachten?

  • Sie haben eine Berufsqualifikation als Gesundheits- und Krankenpflegehelferin oder Gesundheits- und Krankenpflegehelfer aus dem Ausland.
  • Sie sind gesund (gesundheitliche Eignung). Das heißt: Sie sind psychisch und physisch gesund und können in Ihrem Beruf arbeiten.
  • Sie sind persönlich geeignet fĂŒr den Beruf (persönliche Eignung). Das heißt: Sie sind zuverlĂ€ssig und haben keine Vorstrafen.
  • Sie haben ausreichende Deutschkenntnisse. Sie mĂŒssen normalerweise das Sprachniveau B2 nach dem Gemeinsamen EuropĂ€ischen Referenzrahmen fĂŒr Sprachen nachweisen.

Rechtsgrundlagen

Die gesetzlichen Grundlagen sind in jedem Bundesland unterschiedlich.
Es gelten die entsprechenden Fachgesetze (z.B. Berufsfachschulordnung, Ausbildungs- und PrĂŒfungsordnung Gesundheits- und Krankenpflegehilfe, Krankenpflegehilfegesetz).
HĂ€ufig gelten auch die Regelungen der Berufsqualifikationsfeststellungsgesetze (BQFG) bzw. „Anerkennungsgesetze“ der BundeslĂ€nder.
Alle Anerkennungsgesetze finden Sie hier:

Erforderliche Unterlagen

Die zustĂ€ndige Stelle sagt Ihnen, welche Unterlagen Sie einreichen mĂŒssen. Wichtige Unterlagen sind generell:

  • IdentitĂ€tsnachweis (zum Beispiel Ihr Reisepass oder Ihr Personalausweis)
  • Bei Änderung Ihres Namens: Heiratsurkunde
  • Lebenslauf in Tabellenform und in deutscher Sprache (Liste von Ihren AusbildungsgĂ€ngen und Ihrer Berufspraxis)
  • Nachweise Ihrer Berufsqualifikation (Urkunde, detaillierte FĂ€cher- und StundenĂŒbersicht zu Theorie und Praxis, Diploma Supplement)
  • Eine Bescheinigung, dass Sie in Ihrem Ausbildungsstaat in der Gesundheits- und Krankenpflegehilfe arbeiten dĂŒrfen
  • Nachweise ĂŒber Ihre Berufspraxis in der Gesundheits- und Krankenpflegehilfe (z.B. Zeugnisse von Arbeitgebern)
  • Nachweise ĂŒber Ihre sonstigen Qualifikationen
    (z.B. berufliche Weiterbildungen, Kurse, Seminare)
  • Meldebescheinigung oder Nachweis, dass Sie in dem Bundesland arbeiten wollen, wo Sie den Antrag stellen
  • Bei Berufsqualifikationen aus EU/EWR/Schweiz: Eine Bescheinigung von der zustĂ€ndigen Behörde in Ihrem Ausbildungsstaat ĂŒber die Gleichwertigkeit Ihrer Berufsqualifikation nach Richtlinie 2005/36/EG („KonformitĂ€tsbescheinigung“)
  • Eine schriftliche ErklĂ€rung, ob und bei welcher Stelle Sie bereits einen Antrag auf Feststellung der Gleichwertigkeit gestellt haben. Falls vorhanden auch den erhaltenen Bescheid
  • Nachweis Ihrer Deutschkenntnisse
  • Nachweis fĂŒr Ihre persönliche Eignung:
    • Amtliches FĂŒhrungszeugnis einer deutschen Behörde. Ein anderer Name fĂŒr das amtliche FĂŒhrungszeugnis ist „FĂŒhrungszeugnis Belegart O“.
      In Deutschland bekommen Sie das FĂŒhrungszeugnis bei Ihrem Einwohnermeldeamt oder BĂŒrgeramt. Das amtliche FĂŒhrungszeugnis soll bei der Vorlage in der Regel maximal 3 Monate alt sein.
      Es ist auch eine Bescheinigung von einer Behörde in Ihrem Heimatland möglich: zum Beispiel ein Strafregisterauszug, ein Certificate of Good Standing
    • Eventuell ausreichend: Eine unterschriebene ErklĂ€rung, dass kein gerichtliches Strafverfahren gegen Sie lĂ€uft und nicht gegen Sie ermittelt wird
  • Nachweis fĂŒr die gesundheitliche Eignung: Ein Ă€rztliches Attest oder eine Ă€rztliche Bescheinigung ĂŒber Ihre Gesundheit. Der Nachweis darf maximal 3 Monate alt sein, wenn Sie den Antrag abgeben.

Die zustĂ€ndige Stelle teilt Ihnen mit, welche Unterlagen Sie im Original oder als Kopie einreichen mĂŒssen.

Sie mĂŒssen Ihre Unterlagen in deutscher Sprache einreichen. Das bedeutet hĂ€ufig, Ihre Unterlagen mĂŒssen ĂŒbersetzt werden. Die Übersetzungen mĂŒssen von Übersetzerinnen und Übersetzern gemacht werden, die öffentlich bestellt oder ermĂ€chtigt sind.

Kosten

Das Verfahren kostet Geld. Die zustĂ€ndige Stelle informiert Sie ĂŒber die Kosten. Die Kosten hĂ€ngen generell von dem Aufwand fĂŒr die Bearbeitung ab.
Die Kosten fĂŒr das Verfahren sind in jedem Bundesland anders.
ZusĂ€tzlich können weitere Kosten entstehen (zum Beipsiel fĂŒr Übersetzungen, Beglaubigungen oder Ausgleichsmaßnahmen). Diese Kosten sind individuell unterschiedlich.

Fristen

Keine.
Manchmal fehlen Unterlagen fĂŒr das Verfahren. Die zustĂ€ndige Stelle informiert Sie und nennt Fristen. Dann mĂŒssen Sie die Unterlagen bis zur Frist einreichen.

Weitere Informationen

Verfahrensablauf

Der Ablauf des Verfahrens kann in den einzelnen BundeslÀndern unterschiedlich sein. In den meisten BundeslÀndern verlÀuft das Verfahren wie folgt:

PrĂŒfung der Gleichwertigkeit

Sie stellen einen Antrag auf Erteilung der Erlaubnis bei der zustĂ€ndigen Stelle. Der Antrag heißt in jedem Bundesland unterschiedlich.
Die zustĂ€ndige Stelle prĂŒft dann, ob Sie alle Voraussetzungen erfĂŒllen. Eine wichtige Voraussetzung ist die Berufsqualifikation. Die zustĂ€ndige Stelle vergleicht Ihre Berufsqualifikation aus dem Ausland mit der deutschen Berufsqualifikation als Gesundheits- und Krankenpflegehelferin oder Gesundheits- und Krankenpflegehelfer. Die zustĂ€ndige Stelle prĂŒft, ob Ihre Berufsqualifikation gleichwertig ist. Die Berufsqualifikation ist gleichwertig, wenn es keine wesentlichen Unterschiede zwischen Ihrer auslĂ€ndischen Berufsqualifikation und der deutschen Berufsqualifikation gibt.

Mögliche Ergebnisse der PrĂŒfung

Wenn Ihre Berufsqualifikation gleichwertig ist, wird Ihre auslĂ€ndische Berufsqualifikation anerkannt. Die Behörde kann Ihnen das Ergebnis schriftlich bestĂ€tigen. Sie mĂŒssen noch die weiteren Voraussetzungen erfĂŒllen und Ihre Sprachkenntnisse nachweisen. Dann erhalten Sie die Erlaubnis zum FĂŒhren der Berufsbezeichnung.

Wenn die zustĂ€ndige Stelle wesentliche Unterschiede feststellt, können Sie die Unterschiede eventuell durch Ihre Berufspraxis ausgleichen. Die Berufspraxis mĂŒssen Sie nachweisen.

Es kann aber sein, dass Ihre Berufspraxis nicht ausreicht. Die wesentlichen Unterschiede können Sie dann nicht ausgleichen. Die zustĂ€ndige Stelle nennt Ihnen schriftlich die wesentlichen Unterschiede und warum Sie diese nicht durch Ihre Berufspraxis ausgleichen können. Die zustĂ€ndige Stelle bietet Ihnen aber eine Ausgleichsmaßnahme an. Wenn Sie diese Maßnahme erfolgreich beenden, können Sie die wesentlichen Unterschiede ausgleichen. Ihre Berufsqualifikation wird dann anerkannt.

Ausgleichsmaßnahmen

Als Ausgleichsmaßnahme können Sie zwischen einem Anpassungslehrgang und einer EignungsprĂŒfung (fĂŒr Berufsqualifikationen aus EU/EWR/Schweiz) bzw. einer KenntnisprĂŒfung (fĂŒr Berufsqualifikationen aus Drittstaaten) wĂ€hlen. Der Anpassungslehrgang ist eine praktische Nachqualifizierung und kann die gesamte deutsche Ausbildungszeit fĂŒr den Beruf dauern (12 Monate). In der EignungsprĂŒfung werden nur die Unterschiede geprĂŒft, die von der zustĂ€ndigen Stelle festgestellt wurden. In der KenntnisprĂŒfung wird Ihr Wissen in bestimmten FĂ€chern und Gebieten geprĂŒft. Wenn Sie den Anpassungslehrgang absolvieren oder die EignungsprĂŒfung bzw. KenntnisprĂŒfung bestehen (und alle weiteren Voraussetzungen erfĂŒllen), erhalten Sie die Erlaubnis zum FĂŒhren der Berufsbezeichnung.

Rechtsbehelf

Die zustĂ€ndige Stelle stellt ihre Entscheidung in einem Bescheid schriftlich fest. Gegen den Bescheid der zustĂ€ndigen Stelle können Sie rechtlich vorgehen. Die Entscheidung wird dann ĂŒberprĂŒft. Details stehen in der Rechtsbehelfsbelehrung am Ende des Bescheides. Wir empfehlen Ihnen: Sprechen Sie zuerst mit der zustĂ€ndigen Stelle, bevor Sie rechtlich gegen die Entscheidung vorgehen.

Bearbeitungsdauer

Die zustÀndige Stelle bestÀtigt Ihnen nach maximal einem Monat, dass Ihre Unterlagen angekommen sind. Die zustÀndige Stelle teilt Ihnen mit, wenn Unterlagen fehlen.
Wenn die Unterlagen vollstÀndig sind, dauert das Verfahren 3 Monate.
In EinzelfĂ€llen kann das Verfahren verlĂ€ngert werden. FĂŒr Berufsqualifikationen aus der EU, dem EWR oder der Schweiz dauert das Verfahren maximal 4 Monate.

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