Erbschein

Als Nachweis Ihres Erbrechts k├Ânnen Sie einen Erbschein beantragen. Mit dem Erbschein wird amtlich beurkundet, wer Erbe des Verstorbenen ist und welchen Umfang die Erbschaft des einzelnen Erben hat. Haben Sie nicht den gesamten Nachlass geerbt, wird Ihnen ein Teilerbschein ├╝ber Ihre Erbschaft ausgestellt. Auf Antrag k├Ânnen Sie auch einen gemeinschaftlichen Erbschein erhalten.

Hinweis: Sind Sie aufgrund einer notariell beurkundeten Verf├╝gung von Todes wegen Erbe, kann es auch ausreichen, beglaubigte Abschriften der Verf├╝gung von Todes wegen und der Niederschrift ├╝ber die Er├Âffnung als Nachweis Ihres Erbrechts vorzulegen.

Was gilt es zu beachten?

Rechtsgrundlagen

  • ┬ž 2353 B├╝rgerliches Gesetzbuch - BGB - (Zust├Ąndigkeit des Nachlassgerichts, Antrag)
  • ┬ž 2354 B├╝rgerliches Gesetzbuch - BGB - (Angaben des gesetzlichen Erben im Antrag)
  • ┬ž 2355 B├╝rgerliches Gesetzbuch - BGB - (Angaben des gewillk├╝rten Erben im Antrag)
  • ┬ž 2356 B├╝rgerliches Gesetzbuch┬á- BGB - (Nachweis der Richtigkeit der Angaben)
  • ┬ž 2357 B├╝rgerliches Gesetzbuch - BGB - (Gemeinschaftlicher Erbschein)
  • ┬ž 40 Gerichts- und Notarkostengesetz - GNotKG - (Erbschein u. a.) sowie die
  • Anlage 1 zu ┬ž 3 Abs. 2 Gerichts- und Notarkostengesetz┬á- GnotKG (Kostenverzeichnis, Vorbemerkung Nrn. 23300, 23301)
  • ┬ž 352 Gesetz ├╝ber das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten
    der freiwilligen Gerichtsbarkeit - FamFG - (Entscheidung des Nachlassgerichts ├╝ber Erbscheinsantr├Ąge durch Beschluss)

Erforderliche Unterlagen

Im Regelfall sind folgende Unterlagen erforderlich:

gewillk├╝rte Erbfolge/Vorliegen eines Testaments oder Erbvertrags

  • Personalausweis oder Reisepass
  • beglaubigte Kopie des Testaments oder des Erbvertrags
  • beglaubigte Abschrift der Er├Âffnungsniederschrift
  • Sterbeurkunde des Erblassers

gesetzliche Erbfolge/kein Vorliegen eines Testaments oder Erbvertrags

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Sterbeurkunde des Erblassers
  • Nachweis des Verh├Ąltnisses, auf dem das Erbrecht beruht (z.B. bei Verwandten Abschriften aus dem Geburtenregister; Eheregister)

Hinweis: Die erforderlichen Unterlagen m├╝ssen im Original oder in beglaubigter Abschrift vorgelegt werden. Beim Nachlassgericht erhalten Sie Auskunft dar├╝ber, welche Urkunden Sie beizubringen haben und welche Erkl├Ąrungen Sie gegebenenfalls noch abgeben m├╝ssen.

Eine automatische Erbscheinserteilung durch das Nachlassgericht f├╝r die Erben eines Erblassers scheidet aus. Ein Antrag ist damit unverzichtbare Voraussetzung jeder Erbscheinserteilung. Das Nachlassgericht ist im Erbscheinsverfahren auf die Mitwirkung des Antragstellers angewiesen, dieser ist auch zur Mitwirkung verpflichtet. Der Erbschein wird nur erteilt, wenn das Nachlassgericht die zur Begr├╝ndung des Antrags erforderlichen Tatsachen f├╝r festgestellt erachtet. Stellt das Nachlassgericht in Bezug auf die Erteilungsvoraussetzungen L├╝cken oder M├Ąngel fest und werden behebbare M├Ąngel des Antrags vom Antragsteller nicht beseitigt oder fehlende Unterlagen nicht vorgelegt, und f├╝hrt die Pr├╝fung des Erbscheinsantrags endg├╝ltig zu einem negativen Ergebnis, so weist das Nachlassgericht den Antrag durch Beschluss zur├╝ck.

Kosten

Die Geb├╝hren richten sich nach dem Gesch├Ąftswert. Ma├čgeblich ist in aller Regel das nach Abzug der Nachlassverbindlichkeiten verbleibende Nachlassverm├Âgen. Wird mit der Niederschrift ├╝ber die Abnahme der eidesstattlichen Versicherung zugleich ein Antrag an das Nachlassgericht beurkundet, wird mit der Geb├╝hr insoweit auch das Beurkundungsverfahren abgegolten.

N├Ąhere Auskunft erteilt der Notar.

Weitere Informationen

Verfahrensablauf

Sie k├Ânnen den Erbschein formlos bei dem Nachlassgericht beantragen. Der Antrag muss enthalten:

  • Ihren Namen
  • Ihre Anschrift
  • Ihr Geburtsdatum
  • Todestag des Erblassers
  • Mitteilung, ob ein Erbrechtstreit ├╝ber den Nachlass anh├Ąngig ist
  • Personen, durch die Ihr Erbrecht ausgeschlossen oder geschm├Ąlert w├Ąre, die aber zwischenzeitlich durch Tod, Ausschlagung, Erbverzicht oder Erbunw├╝rdigkeit weggefallen sind┬á- mit der Angabe, in welcher Weise die Person weggefallen ist

Als gesetzlicher Erbe m├╝ssen Sie au├čerdem folgende Angaben machen:

  • Verwandtschaftsverh├Ąltnis (z.B. Verwandtschaftsgrad) zum Erblasser
  • H├Âhe Ihres Erbanteils
  • ob und welche Personen vorhanden sind, die Ihr Erbrecht ausschlie├čen oder schm├Ąlern k├Ânnten
  • ob Verf├╝gungen von Todes wegen des Erblassers vorhanden sind

Sind Sie durch eine gewillk├╝rte Erbfolge bedacht geworden, m├╝ssen Sie alle vorhandenen Verf├╝gungen von Todes wegen angeben und die Verf├╝gung, die Ihre Erbenstellung begr├╝ndet, bezeichnen und vorlegen.

Im Antrag m├╝ssen Sie den Erbanspruch genau bezeichnen. Sind mehrere Erben berufen, kann jeder der Erben einen Antrag auf einen gemeinschaftlichen Erbschein stellen. Ein Miterbe einer Miterbengemeinschaft kann jedoch auch einen Teilerbschein f├╝r sich allein beantragen. Wegen der weiteren Einzelheiten und Formalien wenden Sie sich am besten an das in Ihrem Fall zust├Ąndige Nachlassgericht.

Sie k├Ânnen sich bei der Antragstellung vertreten lassen. Ihr Vertreter ben├Âtigt eine entsprechende Vollmacht.

Hinweis: Der Antragsteller muss zus├Ątzlich zur Antragstellung die Richtigkeit bestimmter Angaben durch ├Âffentliche Urkunden nachweisen und in der Regel an Eides statt versichern, dass ihm nichts bekannt ist, was der Richtigkeit seiner Angaben entgegensteht. Die Versicherung an Eides statt kann vor Gericht oder vor einem Notar abgegeben werden.

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