Aufenthaltserlaubnis zu Aus- und Weiterbildungszwecken verlÀngern

Wenn Sie ĂŒber eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Aus- und Weiterbildung verfĂŒgen, deren GĂŒltigkeit bald endet, mĂŒssen Sie rechtzeitig die VerlĂ€ngerung der Aufenthaltserlaubnis beantragen.

FĂŒr die VerlĂ€ngerung der Aufenthaltserlaubnis sind dieselben Voraussetzungen wie fĂŒr die erstmalige Erteilung zu erfĂŒllen. GrundsĂ€tzlich kann Ihre Aufenthaltserlaubnis bei Fortbestehen des Ausbildungs- oder WeiterbildungsverhĂ€ltnisses und einem voraussichtlich erfolgreichen Abschluss bis zum Ende der Aus- oder Weiterbildung verlĂ€ngert werden.

FĂŒr die gesamte Dauer der betrieblichen Aus- oder Weiterbildung ist die Lebensunterhaltssicherung nachzuweisen

Die Aufenthaltserlaubnis kann nur verlĂ€ngert werden, wenn die Zustimmung der Bundesagentur fĂŒr Arbeit Fortbestand hat. Dies prĂŒft die AuslĂ€nderbehörde in einem internen Verfahren und holt die Zustimmung bei Bedarf erneut ein.

Eine VerlÀngerung ist ausgeschlossen, wenn dies bereits bei der Erteilung oder der zuletzt erfolgten VerlÀngerung von der AuslÀnderbehörde ausgeschlossen wurde.

Die Aufenthaltserlaubnis wird befristet. Ihre GĂŒltigkeit richtet sich im Regelfall nach der verbliebenen Dauer der Aus- bzw. Weiterbildung.

Soweit Sie bei Erteilung der Aufenthaltserlaubnis verpflichtet wurden, an einem Integrationskurs teilzunehmen, mĂŒssen sie nachweisen, dass Sie dieser Verpflichtung nachgekommen sind. Wenn Sie den Integrationskurs noch nicht absolviert haben, kann die AuslĂ€nderbehörde die VerlĂ€ngerung ablehnen oder die Aufenthaltserlaubnis nur fĂŒr ein Jahr verlĂ€ngern bis Sie den Kurs erfolgreich abgeschlossen haben oder ein Nachweis erbracht wurde, dass Ihre Integration in das gesellschaftliche und soziale Leben anderweitig erfolgt ist.

Sollten Sie das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, muss eine zu Ihrer Personensorge berechtigte Person dem verlÀngerten Aufenthalt zum Zweck der Fortsetzung der betrieblichen Aus- oder Weiterbildung zustimmen.

WĂ€hrend der qualifizierten Berufsausbildung ist es Ihnen gestattet, einer BeschĂ€ftigung nachzugehen. Die VerlĂ€ngerung Ihrer Aufenthaltserlaubnis ist jedoch nur dann möglich, wenn der erfolgreiche Abschluss Ihrer Berufsausbildung durch die AusĂŒbung der ErwerbstĂ€tigkeit nicht gefĂ€hrdet wird.

Nach erfolgreichem Abschluss einer qualifizierten Berufsausbildung kann Ihre Aufenthaltserlaubnis zur Suche nach einem Arbeitsplatz fĂŒr bis zu zwölf Monate verlĂ€ngert werden.

Sollte Ihre qualifizierte Berufsausbildung oder Weiterbildung aus GrĂŒnden, die Sie nicht zu vertreten haben, vorzeitig enden, kann Ihnen die Möglichkeit eingerĂ€umt werden, fĂŒr die Dauer von bis zu sechs Monaten einen anderen Ausbildungsplatz zu suchen.

WĂ€hrend der GĂŒltigkeit einer Aufenthaltserlaubnis zur betrieblichen Aus- und Weiterbildung ist es grundsĂ€tzlich möglich, in eine andere qualifizierte Berufsausbildung zu wechseln. Ebenso können Sie, wenn Sie die erforderlichen Voraussetzungen erfĂŒllen, bei der AuslĂ€nderbehörde beantragen, eine Aufenthaltserlaubnis zur BeschĂ€ftigung als Fachkraft, zur AusĂŒbung einer BeschĂ€ftigung mit ausgeprĂ€gten berufspraktischen Kenntnissen, fĂŒr ein Studium oder andere Zwecke zu erhalten, auf die Sie einen gesetzlichen Anspruch haben (Zweckwechsel).

Was gilt es zu beachten?

  • Sie besitzen einen anerkannten und gĂŒltigen Pass oder Passersatz.
  • Es liegt kein Ausweisungsinteresse gegen Sie vor. 
  • Ihr Aufenthalt gefĂ€hrdet oder beeintrĂ€chtigt nicht die Interessen der Bundesrepublik Deutschland.
  • Ihr Lebensunterhalt ist gesichert.
  • Die Zustimmung der Bundesagentur fĂŒr Arbeit liegt vor.

Rechtsgrundlagen

§ 8 Abs. 1 i.V.m. § 16a Abs. 1 AufenthG

Erforderliche Unterlagen

  • GĂŒltiger Reisepass
  • Aktueller Aufenthaltstitel
  • Aktuelles biometrisches Foto
  • Aus- bzw. Weiterbildungsvertrag
  • Nachweis, dass Ihr Lebensunterhalt weiterhin gesichert ist (u.a. Mietvertrag)
  • Nachweis Ihrer Krankenversicherung
  • Zustimmung der Bundesagentur fĂŒr Arbeit (wenn diese bereits abgelaufen ist)
  • Zustimmung der personensorgeberechtigten Person zum verlĂ€ngerten Aufenthalt, wenn Sie das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben
  • Ggf. Nachweis, dass der Integrationskurs absolviert wurde oder die Integration in das gesellschaftliche und soziale Leben anderweitig erfolgt ist

Kosten

VerlĂ€ngerung Aufenthaltserlaubnis: 

  • fĂŒr einen weiteren Aufenthalt von bis zu drei Monaten: EUR 96
  • fĂŒr einen weiteren Aufenthalt von mehr als drei Monaten: EUR 93

Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine GebĂŒhrenermĂ€ĂŸigung oder GebĂŒhrenbefreiung in Betracht kommen.

Hinweis: Die GebĂŒhr fĂŒr die Neuausstellung des elektronischen Aufenthaltstitels (eAT-Karte) betrĂ€gt EUR 67,00.

Fristen

  • Die VerlĂ€ngerung sollte spĂ€testens acht Wochen vor Ablauf Ihrer gĂŒltigen Aufenthaltserlaubnis beantragt werden.
  • Im Falle der VerlĂ€ngerung wird Ihre Aufenthaltserlaubnis erneut befristet. Die Dauer der Befristung richtet sich gewöhnlich nach der Dauer Ihrer Aus- bzw. Weiterbildung.
  • Widerspruchsfristgegen die Entscheidung der AuslĂ€nderbehörde: ein Monat

Weitere Informationen

WeiterfĂŒhrende Informationen

  • Informationen der Bundesagentur fĂŒr Arbeit ĂŒber Berufsausbildungsbeihilfe (BAB): https://www.arbeitsagentur.de/bildung/ausbildung/berufsausbildungsbeihilfe-bab 
  • Kostenlose Beratung zu den Themen Einreise, Aufenthalt und Beruf erhalten Sie auch bei der „Hotline Arbeiten und Leben in Deutschland“ vom Portal der Bundesregierung fĂŒr FachkrĂ€fte aus dem Ausland. 

Telefon: 030 1815-1111
Servicezeiten: Montag bis Freitag von 8:00 bis 16:00 Uhr

Verfahrensablauf

Die VerlĂ€ngerung der Aufenthaltserlaubnis ist bei der fĂŒr Ihren Wohnsitz zustĂ€ndigen AuslĂ€nderbehörde zu beantragen, bevor Ihr aktueller Aufenthaltstitel ablĂ€uft.

Das Verfahren gestaltet sich wie folgt:

  • Je nach AuslĂ€nderbehörde und Anliegen kann eine Beantragung ĂŒber das Internet möglich sein. Informieren Sie sich, ob Ihre AuslĂ€nderbehörde die elektronische Antragsstellung anbietet.
    FĂŒr den Fall einer elektronischen Antragsstellung wird sich die AuslĂ€nderbehörde nach Eingang Ihres Antrags mit Ihnen in Verbindung setzen, um einen Termin in der AuslĂ€nderbehörde zu vereinbaren. WĂ€hrend des Termins werden Ihre Nachweise geprĂŒft (bringen Sie diese im Original mit zum Termin).
  • Ist die Antragsstellung nur persönlich möglich, vereinbaren Sie mit der AuslĂ€nderbehörde einen Termin. WĂ€hrend des Termins werden Ihr Antrag entgegengenommen und Ihre Nachweise geprĂŒft (bringen Sie diese im Original mit zum Termin).
  • Muss die Zustimmung der Bundesagentur fĂŒr Arbeit erneuert werden, holt die AuslĂ€nderbehörde diese i.d.R. in einem verwaltungsinternen Verfahren ein.
  • Ihre Aufenthaltserlaubnis wird anschließend entweder verlĂ€ngert oder Sie erhalten einen Ablehnungsbescheid.
  • FĂŒr die VerlĂ€ngerung der Aufenthaltserlaubnis wird Ihr aktueller elektronischer Aufenthaltstitel (eAT-Karte) erneuert. FĂŒr die Erneuerung werden in der AuslĂ€nderbehörde Ihre FingerabdrĂŒcke genommen. Außerdem mĂŒssen Sie eine Unterschrift leisten.
  • Nach etwa sechs bis acht Wochen können Sie die eAT-Karte bei der AuslĂ€nderbehörde abholen. Die Abholung muss grundsĂ€tzlich persönlich erfolgen.
  • FĂŒr die VerlĂ€ngerung der Aufenthaltserlaubnis fallen GebĂŒhren an. Der Zeitpunkt sowie die Form der Bezahlung variieren je nach Behörde.
  • Die VerlĂ€ngerung der Aufenthaltserlaubnis erfolgt befristet und gilt nur fĂŒr diesen Aufenthaltszweck.
  • Ändert sich der Zweck Ihres Aufenthalts, mĂŒssen Sie dies der zustĂ€ndigen AuslĂ€nderbehörde sofort mitteilen.

Rechtzeitig vor Ablauf der GĂŒltigkeitsdauer mĂŒssen Sie die VerlĂ€ngerung der Aufenthaltserlaubnis beantragen.

Bearbeitungsdauer

Die Bearbeitung Ihres Antrags auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis dauert etwa sechs bis acht Wochen

Ansprechpunkt

  • FĂŒr die Erteilung eines nationalen Visums vor der Einreise in das Bundesgebiet: Die deutsche Auslandsvertretung (Botschaft, Konsulat)
  • FĂŒr die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis nach der Einreise: Die fĂŒr den Wohnsitz des Antragstellenden zustĂ€ndige AuslĂ€nderbehörde
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