Antrag auf Verbleib des Kindes in der Pflegefamilie

Lebt das Kind bereits l├Ąngere Zeit in einer Pflegefamilie und wollen die leiblichen Eltern die Hilfe zur Erziehung beenden und das Kind wieder in ihre Familie aufnehmen, ist dies zun├Ąchst au├čergerichtlich im Rahmen einer Hilfeplankonferenz gem├Ą├č ┬ž 36 SGB VIII im Jugendamt zu entscheiden. Sind Pflegeeltern im Falle der Entscheidung zur R├╝ckf├╝hrung eines Pflegekindes in seine Herkunftsfamilie der Meinung, dass sowohl die leiblichen Eltern, als auch das Jugendamt die Situation falsch einsch├Ątzen, k├Ânnen sie beim Familiengericht einen Antrag auf Verbleib des Kindes in der Pflegefamilie stellen. Das Gericht muss dann pr├╝fen, ob die R├╝ckf├╝hrung des Kindes in seine Herkunftsfamilie eine Kindeswohlgef├Ąhrdung darstellt. Die zust├Ąndige Stelle ist das Amtsgericht (Familiengericht), in dessen Bezirk der gew├Âhnliche Aufenthaltsort des Kindes liegt.

Was gilt es zu beachten?

Das Kindeswohl ist seit jeher unter erstrangiger Beachtung des grundgesetzlichen Schutzes der elterlichen Rechte nach Art. 6 GG. zu sichern. Ein Eingriff in dieses gesch├╝tzte Eltern-Kind-Verh├Ąltnis w├Ąre nur im Falle einer konkreten Gefahr f├╝r das Wohl des Kindes im Zuge einer entsprechenden G├╝terabw├Ągung m├Âglich. Diese Entscheidung ist durch ein Gericht zu treffen.

Rechtsgrundlagen

Fristen

Wenn Pflegeeltern die bevorstehende R├╝ckf├╝hrung des Pflegekindes in seine Herkunftsfamilie nach Pr├╝fung der objektiven Gegebenheiten als eine Gef├Ąhrdung f├╝r das Kindeswohl ansehen, ist es wichtig, dass sie m├Âglichst fr├╝h rechtliche Beratung in Anspruch nehmen.

Weitere Informationen

Verfahrensablauf

Das Verfahren beginnt mit dem Antrag der Pflegeeltern beim zust├Ąndigen Familiengericht. Ebenso kann das Gericht auch von Amts wegen t├Ątig werden. Pflegeeltern k├Ânnen in begr├╝ndeten F├Ąllen auch einen Eilantrag auf "Erlass einer vorl├Ąufigen Anordnung des Verbleibs" stellen. Damit kann geregelt werden, dass der Aufenthaltsort des Kindes nicht vor einer gerichtlichen Entscheidung zu seinen leiblichen Eltern verlegt wird.

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