15:04 Uhr • 23.06.2022

140 Jahre Strandkorb: Mehr Barrierefreiheit für Warnemünde

Vor 140 Jahren wurde der Strandkorb in Warnemünde erfunden. Seither prägt er das Bild des Ostseebades und entwickelt sich ständig weiter: Seit heute gibt es zwei barrierefreie Strandkörbe in Warnemünde. Ermöglicht haben dies die Akteure des Förderprojektes „Kommune Inklusiv“ und die Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde.

Standkorb in Warnemünde

„Wir möchten allen Menschen einen unbeschwerten und barrierefreien Urlaub in unserem Ostseebad ermöglichen“, erklärt der Senator für Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule der Hanse- und Universitätsstadt Rostock sowie Schirmherr von Kommune Inklusiv Rostock, Steffen Bockhahn, in Warnemünde.

Vom Wettbewerbsgewinn zum dauerhaften Angebot

„Warnemünde hat mit seinen insgesamt fünf barrierefreien Strandzugängen und angeschlossener Infrastruktur mit barrierefreien Toiletten und Parkplätzen in direkter Strandnähe einen vorbildlichen Standard geschaffen, den wir mit inklusiven Angeboten wie dem barrierefreien Strandkorb weiter ausbauen wollen. Alle sollen sich willkommen fühlen“

Die Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde hat 2019 und 2020 im Rahmen eines landesweiten Wettbewerbes des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommerns je einen barrierefreien Strandkorb gewonnen. Das Premierenexemplar ist mittlerweile zu einem Dauerbrenner avanciert und konnte für eine dauerhafte Nutzung übernommen werden. Ein weiterer barrierefreier Strandkorb ist nun durch das Förderprojekt „Kommune Inklusiv“ fertigproduziert worden und geht nun erstmals in den Einsatz.

Vermieter mit Erfahrungen

Die Strandkörbe befinden sich an Strandaufgang vier und zehn. Beide Aufgänge sind über befestigte Wegeführungen mit Holzplanken und rutschfesten Matten bis zu den Strandkörben befahrbar, für Rollstühle, EScooter, Rollatoren oder Kinderwagen geeignet und werden von Strandbewirtschaftern mit langjähriger Erfahrung vermietet.

„Mit Alexander Fritz und Matthias Treichel konnten zwei langjährige Strandkorbvermieter als Partner gewonnen werden“, informiert Tourismusdirektor Matthias Fromm. „Beide bringen Erfahrungen mit, da sie bereits 2019 bzw. 2020 je einmal Pate für den barrierefreien Strandkorb aus dem Landeswettbewerb waren. Sie kümmern sich selbständig um alle Belange und stehen den Gästen vorbildlich zur Seite, wenn Unterstützung benötigt wird.“

Monitoring und Feedbackerhebung

Die Kooperation mit beiden Strandkorbvermietern wurde zunächst für zwei Jahre geschlossen. In dieser Zeit werden ein Monitoring und eine Auswertung des Gästefeedbacks erfolgen. Ziel ist es, bei entsprechender Nachfrage dieses Angebot dauerhaft für unsere Gäste vorzuhalten, kündigt Matthias Fromm an.

Online einen barrierefreien Platz an der Sonne reservieren

Beide Strandaufgänge wurden von der Tourismuszentrale Rostock und Warnemünde mit speziellen Hinweisschildern für die barrierefreien Strandkörbe ausgestattet. Daran befinden sich QR-Codes, die direkt zu den jeweiligen Buchungsseiten führen. Die Reservierung kann aber auch schon von zuhause, in der Urlaubsunterkunft, über die Internetseiten der Betreiber oder telefonisch erfolgen.

Beide Strandkörbe sind 3-Sitzer mit einer Sitzbank für zwei Personen und einem Rollstuhlplatz, der über eine ein Rampe direkt befahrbar ist. Weitere Komfortmerkmale sind ausziehbare Fußstützen, ausklappbare Tische, eine verstellbare Rückenlehne und eine Sonnenblende.

Argumente für Urlaub in Warnemünde

„Die barrierefreien Strandkörbe sind eine hervorragende Ergänzung der Warnemünder Servicekette. Das Seebad verfügt bereits über eine barrierefreie Tourist-Information, Promenade, eine moderne Infrastruktur mit Toiletten, Parkplätzen, Strandaufgänge für Rollstuhlfahrer und Ausleihmöglichkeiten von Spezialequipment wie beispielsweise einen Baderollstuhl an Aufgang 4", ergänzte der Tourismusdirektor. „Dieses Spektrum ist letztendlich für viele Gäste ausschlaggebend, sich für einen Urlaub in Rostock zu entscheiden." Im Ostseebad Warnemünde sind in dieser Saison die Strandzugänge 4, 6, 10, 14 und 18 und im Seebad Markgrafenheide die Strandaufgänge 19 und 31 barrierefrei. Offizielle Assistenzhunde dürfen an allen Strandabschnitten angeleint mitgeführt werden.

Strandkorb-Reservierung

Online auf den Seiten der beiden Strandkorbvermieter. Aufgang 4: Strandoase Treichel www.strand-warnemuende.de Aufgang 10: Strandkorbvermietung Warnemünde www.beach.de

Hintergrundinformationen

Barrierefreier Tourismus in Rostock

Die Förderung von Barrierefreiheit ist seit 2012 in der Tourismuskonzeption der Hanse- und Universitätsstadt Rostock festgeschrieben. Die Tourismuszentrale engagiert sich für den Ausbau der barrierefreien Servicekette sowie Vermarktung der barrierefreien
Urlaubsangebote der Stadt Rostock. Die Tourist-Informationen in der Rostocker Innenstadt sowie in Warnemünde sind seit 2017/2018 nach dem Qualitätssystem "Reisen für alle" zertifiziert. 2021 konnte zudem der erste barrierefreie Thalasso-Kurweg ebenfalls durch das System zertifiziert werden. Seit 2018 ist die Tourismuszentrale Mitglied im Verbund "Leichter Reisen - Barrierefreie Reiseziele Deutschlands". Mehr Informationen: www.rostock.de/barrierefrei

Projekt Kommune Inklusiv

Im Jahr 2015 ist bei Aktion Mensch die Idee entstanden, dass Städte, Gemeinden und Landkreise in ihren Ideen und Vorstellungen für mehr Inklusion gestärkt werden sollen. Deshalb entwickelte die Aktion Mensch "Kommune Inklusiv" - das erste Modellprojektseiner Art. Die Stadt Rostock ist eine von fünf Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern, die diesen Titel trägt. Im Juli 2018 hat die Umsetzung des Projektes in Rostock begonnen. Projektträger ist die Caritas im Norden. Mehr Informationen: www.inklusivesrostock.de

Geschichte des Strandkorbs

Der Rostocker Hof-Korbmachermeister Wilhelm Bartelmann (1845-1930) gilt als Erfinder des Strandkorbs. Im Frühjahr 1882 wünschte sich der Erzählung nach die an Rheuma leidende Elfriede von Maltzahn eine schützende Sitzgelegenheit für den Strand von Bartelmann. Dieser schuf daraufhin einen Einsitzer aus Weiden- und Rohrgeflecht, den er mit einem Markisenstoff überzog. Er entwickelte daraufhin den Prototypen weiter, ehe sich sein Strandkorb in wenigen Jahren an immer mehr Stränden von Nord- und Ostsee wiedergefunden hat.

 

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