Essen und Trinken machen Körper und Seele glücklich und eine Stadt reich. Bier und Fisch – das waren die Schätze, die der slawischen Siedlung an der Warnow den Aufstieg zu einer bedeutenden Handelsstadt ermöglichten. Ihr Name Rastokŭ hieß übersetzt >>Auseinanderfließen eines Stromes<<. Denn dort, wo sie einst entstand, verbreitert sich die Warnow auf 400 Meter.
Der Alte Markt am linken Flussufer wurde Zentrum von Kaufleuten und Handwerksbetrieben. 1218 verlieh der Mecklenburger Fürst Heinrich Borwin I. dem Dorf die Stadtrechte. Die Kassen füllten sich und der junge Ort wuchs. Neben der Altstadt kam schnell eine Mittel- und eine Neustadt hinzu, die sich 1265 vereinigten. Um ihren Reichtum zu schützen, umbaute die Bürgerschaft die Siedlung mit einer sieben Meter hohen und drei Kilometer langen Mauer. 22 Tore ermöglichten den Zugang zu ihr. Heute existieren noch vier. Alles war auf den Handel ausgerichtet.
Es wurden Speicher, Hafenanlagen und Märkte errichtet und die Kaufleute bauten sich prächtige Giebelhäuser. Die Rostocker Heide, die die Stadt 1252 vom stets klammen Landesfürsten Heinrich Borwin III. erwarb, versorgte sie mit Holz für den Kirchen- und Schiffbau.
Rostock war ein wichtiger Partner im bedeutendsten Handelsbündnis seiner Zeit, der Hanse. Es durfte sogar eigene Münzen prägen. Das Rathaus, die Kirchen und die Stadthäuser sind bis heute Zeichen des einstigen Aufschwungs und einer finanzkräftigen Bürgerschaft. Rostock war so wohlhabend, dass es 1323 einen ganzen Ort erwarb: Warnemünde – ein kleines Fischerdorf direkt an der Hafeneinfahrt.