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Geschichte der Hansestadt


Dreißigjähriger Krieg

Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648), der unwiderruflich das Ende der Hanse herbeiführte, wurde Rostock besetzt, litt aber weit weniger als andere mecklenburgische Städte und besonders die Dörfer. Zunächst war Mecklenburg kaum vom Krieg betroffen und mehr mit neuen Streitigkeiten des herzoglichen Brüderpaares Adolf Friedrich I. und Johann Albrecht II. beschäftigt, die 1621 zur zweiten mecklenburgischen Hauptlandesteilung in die Herzogtümer Schwerin und Güstrow führten.

Mit dem Kriegseintritt Dänemarks griff der Krieg jedoch auf Norddeutschland über, und da Rostocks Bierexport vor allem nach Skandinavien ging, war die Stadt besonders betroffen. 1627 erreichten die Kriegshandlungen Mecklenburg, so dass Rostock seine Neutralität nicht länger bewahren konnte. Bis 1628 vermochte sich die reiche Stadt, die ab 1624 durch den niederländischen Festungsbaumeister Johan van Valckenburgh aufgefestet worden war, noch mit der enormen Summe von 140.000 Reichstalern von kaiserlichen Besetzungen freikaufen, doch als Wallenstein nach der Absetzung der beiden Herzöge im Januar für seine Verdienste von Kaiser Ferdinand II. das Herzogtum Mecklenburg und das Bistum Schwerin sowie den Titel „General des Baltischen und ozeanischen Meeres“ erhielt, zwang er Rostock durch das bewährte Mittel einer Blockade Warnemündes in die Knie.

 

Rostock um die Zeit des Dreißigjährigen Krieges

ie schon früher bei drohenden Kriegshandlungen zeigte sich der Rat relativ schnell bereit einzulenken, während die seit 1625 zur militärischen Verteidigung in 13 Fahnen organisierte Bürgerschaft zum Widerstand entschlossen war. Schließlich gelang es dem Rat, relativ glimpfliche Kapitulationsbedingungen auszuhandeln. Rostock wurde von einem 1000 Mann starken Heer besetzt und zur Garnisonsstadt Wallensteins, in Warnemünde wurde eine Schanze angelegt, um den Hafen behaupten zu können. Damit war ganz Mecklenburg in Wallensteins Hand, und es brachen vorübergehend ruhige Zeiten für die Stadt an.

Da Wallenstein bemüht war, negative Kriegsauswirkungen von seinem Herzogtum möglichst fernzuhalten, konnte Rostock sogar von der neuen Situation profitieren. Als Gustav II. Adolf von Schweden im Juli 1630 in Pommern landete, spitzte sich die Lage auch in Rostock zu. Zur Katastrophe wäre es beinahe gekommen, als der Jurist Jacob Vahrmeyer am 1. Februar 1631 den kaiserlichen Stadtkommandanten ermordete, doch dem Theologieprofessor und Rektor der Universität Johann Quistorp gelang es, durch diplomatisches Geschick die Rache des Militärs abzuwenden.

Am 16. Oktober 1631 endete die kaiserliche Belagerung für Rostock und die „Schwedenzeit“ begann. Gustav Adolf setzte die angestammten mecklenburgischen Herzöge wieder ein. Für Rostock blieb auch dieser Machtwechsel ohne größere Folgen, so erlebte etwa die Universität trotz der unruhigen Zeiten eine Blüte. Waren das Land und die Dörfer Mecklenburgs Gewalt und Plünderungen der Soldateska wehrlos ausgesetzt, boten die Rostocker Stadtmauern vielen Flüchtlingen Schutz. Der Seehandel Rostocks ging allerdings drastisch zurück. Am schwersten traf die Stadt ein von den mecklenburgischen Herzögen den Schweden zugebilligter Zoll vor Warnemünde.

Einen Wendepunkt markierte die vernichtende Niederlage der Schweden in der Schlacht bei Nördlingen. Die Kaiserlichen errangen immer mehr Siege, und am 30. Mai 1635 kam es zum Frieden von Prag. Mecklenburg konnte sich in der Folge aus dem Bündnis lösen, was in den Jahren von 1635 bis 1638 eine Verschlechterung der Lage in Rostock darstellte. Verhandlungen über den Warnemünder Zoll wurden zunächst ausgesetzt, dann aber wurde er verdoppelt, um so weitere Zahlungen von Rostock zu erzwingen. 1637/38 mussten die Schweden in Mecklenburg vor dem kaiserlichen General Matthias Gallas in Richtung Pommern zurückweichen. Die Rostocker ersuchten sowohl diesen Feldherrn als auch den Kaiser, der Rostock unter seinen Schutz nahm, um die Eroberung der Schanze und die Übergabe zur Demolierung. Sie wurde am 11. März 1638 von den Sachsen unter Graf Vitzthum, der dabei sein Leben verlor, eingenommen.

Die Lage für Rostock hatte sich dabei aber nur weiter verschlechtert. Nachdem die Schweden den Ort Warnemünde verloren hatten, erhoben sie ihren Zoll von Schiffen aus, die vor Warnemünde lagen. In der Schanze residierte nun der kaiserliche Kommandant und verlangte dort eine eigene Abgabe. Erst als die Dänen unter Christian IV. eingriffen, eigene Schiffe vor die Warnowmündung legten und so jede Zolleinnahme verhinderten, mussten die Schweden abziehen und war der Zoll somit vorübergehend aufgehoben.

Schwedische Versuche, die Schanze zurückzuerobern, konnten in der Nacht vom 20. auf den 21. Oktober 1638 von den Kaiserlichen abgewehrt werden. Die Rostocker begannen die Schanze zu schleifen, um ein Festsetzen der Schweden in Zukunft zu erschweren, doch diese zogen am 26. Oktober wieder in die Schanze ein. Sie wurde instand gesetzt und verstärkt, der Zoll in alter Höhe wieder aufgenommen. Erst mit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges zogen sich die Schweden 1648 auch aus Warnemünde zurück, erhoben aber weiterhin Zoll.

 

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Geschichte_Rostock aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels verfügbar.

 

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