ostseewelle

Geschichte der Hansestadt


Deutsche Einheit

rostock

Mit der politischen Wende 1989 und der Deutschen Wiedervereinigung 1990 erlebte die Stadt wichtige Veränderungen. Am deutlichsten war jedoch zunächst ein starker Bevölkerungsrückgang um ungefähr 50.000 Einwohner, der erst knapp 15 Jahre später zum Stillstand kam. Gleichzeitig verloren viele Menschen, wie in der ganzen Region, Arbeitsplätze und neue konnten aufgrund fehlender wirtschaftlicher Strukturen nicht schnell genug entstehen.

Als ein Tiefpunkt dieser Zeit müssen die ausländerfeindlichen Ausschreitungen von Lichtenhagen im August 1992 gewertet werden, die das Bild der Stadt noch Jahre danach in der Öffentlichkeit prägten. Eine gesellschaftliche Antwort Rostocks darauf war die Initiative „Bunt statt Braun“.

Seit 1990 wurde und wird viel an der Stadt gebaut: Der Historische Stadtkern wurde unter anderm aus Mitteln der Städtebauförderung und dem Programm zum Städtbaulichen Denkmalschutz gründlich saniert. Gebäude, die vor dem Verfall standen, wurden gerettet. Die Infrastruktur wurde erneuert und als ein wichtiges, sichtbares Zeichen für den Neuanfang erhielt St. Petri seinen neu errichteten Turmhelm, der mit Städtebauförderungsmitteln, Mitteln der Kirche und aus Spendengeldern vieler Rostocker Bürger finanziert worden ist. Ein behutsamer Umbau und Rückbau in den Plattenbaugebieten (vor allem in den Ortsteilen Dierkow, Toitenwinkel, Evershagen, Groß-Klein und Schmarl) wurde zusammen mit Verbesserungen des Wohnumfelds im Rahmen der Programme „Aufwertung“, „Stadtumbau-Ost“ und „Die Soziale Stadt“ durchgeführt, um unter anderem einem Leerstand von Wohnungen entgegenzuwirken.

Die 1990er Jahre waren von einer wirtschaftlichen Konsolidierung, aber auch von emotionalen Auseinandersetzungen mit der Politik des Landes und des Bundes um Kürzungen der Finanzierung vor allem im Bildungswesen und in der Kultur geprägt. So war die Universität gezwungen, traditionsreiche Fakultäten zu schließen. Die Stadt ist hoch verschuldet und kämpft um ihre Verwaltungsautonomie. Daher wurden einige umfangreiche strukturelle Reformen in der Stadt, aber auch der Verwaltung des Landes Mecklenburg-Vorpommern unternommen, die zu mehr Effizienz führen sollen. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen.

Eine wichtige Rolle für die stärkere Identifizierung der Bevölkerung mit ihrer Stadt hat die maritime Großveranstaltung Hanse Sail. Als bedeutendes Segelrevier wurde Warnemünde durch die gemeinsame Bewerbung mit Leipzig um die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2012 aufgewertet, auch wenn die Kandidatur misslang. 2003 richtete Rostock die Internationale Gartenschau (IGA) aus.

In den Blickpunkt der internationalen Öffentlichkeit geriet Rostock Anfang Juni 2007 mit dem Weltwirtschaftsgipfel der G8 im westlich gelegenen Seebad Heiligendamm. Ein großer Teil der Begleitveranstaltungen fand in Rostock statt, so der Alternativgipfel und zahlreiche Demonstrationen. Am Rande der Auftaktdemonstration am 2. Juni kam es zu Ausschreitungen radikaler Autonomer des Schwarzen Blocks, bei denen nach offiziellen Angaben rund 1.000 Personen verletzt wurden, vorwiegend durch Steinwürfe und den Einsatz von Wasserwerfern.

 

 

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