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Geschichte der Hansestadt


Weimarer Republik

Die Zeit der Weimarer Republik war auch in Rostock von wirtschaftlichen Krisen, Massenarbeitslosigkeit, Inflation und einer Zersplitterung der politischen Parteien geprägt, Demonstrationen und Streiks waren an der Tagesordnung. Impulse für die Wirtschaft konnte vor allem der Flugzeugbau mit den 1922 gegründeten Flugzeugwerken Heinkel und Arado geben. Mit dem Flugplatz Hohe Düne, der als Seeflug GmbH getarnten Pilotenausbildungsstätte der Marine, einer privaten Fliegerschule und einer Nachtpost-Fluglinie von Junkers & Co. war besonders Warnemünde zum Zentrum der Flugzeugindustrie geworden.

Wichtigstes Industrieunternehmen blieb die Neptun-Werft. Die Zahl der Rostocker Dampfer erreichte 1921 mit 18 Schiffen ihren Tiefstand. 1933 arbeiteten 51,75 % der Berufstätigen im Bereich Handel und Verkehr. Die Verarbeitende Industrie und der Hafen stellten sich ganz auf den Export von Landwirtschaftserzeugnissen ein.

Um der allgemeinen Wohnungsnot zu begegnen, wurde die Kröpeliner-Tor-Vorstadt erweitert und vor den Toren der Stadt entstanden fünf neue Siedlungen: Die Gartenstadt, Stadtweide, Reutershagen, Brinckmansdorf und der Ausbau des Industriegebietes Bramow mit Wohnhäusern. Um 1928 wurden mit dem Hansaviertel und anderen Vierteln weitere Wohnsiedlungen erschlossen.

Dem Kapp-Putsch 1920, der in Mecklenburg von Generalmajor Paul von Lettow-Vorbeck geleitet wurde, waren die Arbeiterparteien mit einer Arbeiterwehr und Generalstreik begegnet. Unterstützt wurden sie dabei von der DDP. Etwa ab dem Krisenjahr 1923 radikalisierte sich sowohl das linke wie das rechte politische Spektrum. Seit Dezember 1922 war die Deutschvölkische Freiheitspartei zum Sammelbecken rechtsradikaler Kräfte in Mecklenburg geworden, die in Rostock das Parteiblatt Mecklenburger Warte herausgab.

Getarnt als Nationalsozialistische Vereinigung entstand am 5. März 1924 in Rostock die erste Ortsgruppe der NSDAP Mecklenburgs. Aus wahltaktischen Gründen schlossen sie sich zunächst der DVFrP an, seit Anfang 1925 erfolgte dann der Aufbau einer eigenständigen Parteiorganisation. Im November 1930 zog die NSDAP mit 16 Abgeordneten als zweitstärkste Fraktion nach der SPD in die Bürgervertretung ein. Im Januar des darauffolgenden Jahres konnten die Nationalsozialisten einen ersten und im Oktober bereits einen zweiten Stadtrat in den Rat wählen lassen.

Bei den Landtagswahlen im Juni 1932 entfielen in Rostock 40,33 % der abgegebenen Stimmen auf die Nationalsozialisten. Die Kreisleitung sorgte für entsprechende Propaganda, deren Höhepunkte zwei Wahlveranstaltungen mit Adolf Hitler als Redner darstellten. In der Folgezeit verstärkte sich aggressiv und demonstrativ die Präsenz der Nationalsozialisten auf Rostocks Straßen. Kurz darauf kamen erste Verhaftungen und Hausdurchsuchungen dazu, um aktiv politische Gegner einzuschüchtern. Besonders aus den Reihen der SA kam es zu Ausschreitungen und willkürlichen Übergriffen jenseits aller gesetzlichen Grundlagen.

 

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