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Geschichte der Hansestadt


19. Jahrhundert

Franzosenzeit und Befreiungskriege

rostock

Beide mecklenburgischen Herzogtümer nahmen zunächst nicht an den Koalitionskriegen gegen Frankreich teil, sondern zahlten lediglich Kontingentsersatzzahlungen an Preußen. Nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt zogen erst flüchtende preußische Soldaten, dann die französische Armee plündernd und zerstörend durch das Land. Am 29. November 1806 wurde Mecklenburg von dem französischen General Michaud besetzt, Rostock musste Einquartierungen, Erniedrigungen, Restriktionen und Kontributionszahlungen über sich ergehen lassen.

Besonders die Kontinentalsperre gegen England traf die Seehandelsstadt hart. Erst als Mecklenburg am 22. März 1808 dem Rheinbund beitrat räumten die französischen Besatzungstruppen das Herzogtum und Rostocks Seehandel erfuhr eine Wiederbelebung, wenn er auch weitgehend auf den Ostseeraum beschränkt blieb. Schon am 17. August 1810 kehrten die Franzosen jedoch nach Rostock zurück und mit ihnen die Einschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens der Rostocker Bürger. Als die französische Armee 1812 zum Russlandfeldzug aufbrach, führte sie ein Kontingent von etwa 2.000 mecklenburgischen Soldaten mit sich. Nach der Niederlage der Grande Armée in Russland verließen am 26. März 1813 die letzten Soldaten der französischen Garnison Rostock.

Als erste deutsche Staaten verließen die beiden mecklenburgischen Herzogtümer am 25. März 1813 den Rheinbund und riefen ihre Untertanen zu den Waffen. Mehrere hundert Rostocker Bürger nahmen in der regulären mecklenburgischen Armee oder in Freikorps an den Befreiungskriegen teil. Zu den herausragenden Persönlichkeiten der Befreiungskriege gehörte der in Toitenwinkel geborene preußische Generalfeldmarschall Blücher, der entscheidend an der Schlacht von Waterloo beteiligt war, in der Napoleon geschlagen werden konnte.

 

Biedermeier, Vormärz, 1848er-Revolution und Restauration

Im 18. und 19. Jahrhundert kam Rostock in den Ruf einer soliden aber behäbigen Provinzstadt, in der neue Entwicklungen langsam und mit Verzögerungen eintraten. Das Bürgertum gestaltete das gesellschaftliche Leben zunehmend selbstbewusst und gründete nach dem „Geselligkeitsverein“ (Societät, 1784) die „Philharmonische Gesellschaft“ (1819) und den „Rostocker Kunstverein“ (1841), die Turnbewegung erhielt 1827 einen Platz an der Wallstraße. Zum bürgerlichen Selbstbewusstsein trug – neben ihrem wirtschaftlichen Erfolg – auch die Einführung der allgemeinen Schulpflicht 1845 und der Ausbau des Bildungswesens bei.

Die mecklenburgische bürgerlich-liberale Opposition der Märzrevolution gegen den politisch von adligen Gutsbesitzern dominierten Ständestaat sammelte sich um die Redaktion der Mecklenburgischen Blätter, die von Anfang 1847 bis zu Beginn des Jahres 1848 vom Universitätsprofessor Karl Türk in Rostock herausgegeben wurden. Daneben war die 1711 gegründete Rostocker Zeitung Sprachrohr der Liberalen. In den untersten Schichten der Gesellschaft führten Verelendung, Arbeitslosigkeit und Missernten zu einer unruhigen Stimmung, die in Rostock – anders als in anderen deutschen Städten – von dem im November 1848 gegründeten Arbeiterverein jedoch nicht radikalisiert wurde.

Am 9. März 1848 diskutierten eintausend Rostocker Bürger im Hotel „Sonne“ am Neuen Markt die liberalen Forderungen nach einer Demokratisierung des bestehenden politischen und wirtschaftlichen Systems und verabschiedeten eine Petition, die sechs Tage später in schärferer Form wiederholt wurde. Am 2. April wurde das Rostocker Reformkomitee in Güstrow von 173 Delegierten aller mecklenburgischen Reformvereine zu ihrem Zentralkomitee bestimmt. Am 26. April trat auf Druck der revolutionären Kräfte ein außerordentlicher Landtag in Schwerin zusammen, der Wahlen für den 3. Oktober durchsetzte. 14 Rostocker Abgeordnete nahmen am 31. Oktober an der konstituierenden Sitzung des neuen Landtags teil. Abgeordneter für Rostock in der Frankfurter Nationalversammlung war Johann Friedrich Martin Kierulff. Auch innerhalb der Stadt wurde das alte Ratssystem demokratisch reformiert.

Bei den Ratswahlen am 29. Januar 1849 erzielten vier Handwerker die besten Ergebnisse, erst dahinter folgten Advokaten und Kaufleute. Unter den 48 Abgeordneten der Stadtverordnetenversammlung befanden sich erstmals auch drei Handwerksgesellen und zwei Arbeiter. Nach 30 Monaten setzte der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin jedoch das alte Hundertmännergremium wieder ein, die Landesverfassung wurde abgeschafft, gegen die Presse mit Zensur und Ausweisung kritischer Redakteure vorgegangen. Im Frühjahr 1853 wurden schließlich 14 Rostocker Demokraten wegen Hochverrats zu langen Zuchthausstrafen verurteilt, darunter Karl Türk, Julius und Moritz Wiggers. Bis 1918 galten die politischen Verhältnisse in Mecklenburg als die Rückständigsten in ganz Deutschland.

 

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